Stirbt der verkaufsoffene Sonntag in Bad Oldesloe?

Lübecker Nachrichten   16.07.2019

Die Innenstadt war proppenvoll beim jüngsten verkaufsoffenen Sonntag. So erfolgreich die Veranstaltung auch sein mag, unter den Kaufleuten findet sich niemand, der sie künftig organisiert.

Bad Oldesloe. Ob es künftig noch verkaufsoffene Sonntage in Bad Oldesloe geben wird, steht in den Sternen. Die Stadtverwaltung hatte die Kaufleute zu einem Treffen eingeladen, um mit ihnen über die Zukunft des Veranstaltungsformats zu sprechen. Der bisherige Koordinator hatte sich aus privaten Gründen zurückgezogen.

„Die Beteiligung war eher mau. Von 250 angeschriebenen Unternehmern waren nur zehn erschienen. Das zeigt mir, dass es kein ausgeprägtes Interesse an den verkaufsoffenen Sonntagen mehr gibt“, berichtet Bürgermeister Jörg Lembke. Zu Beginn sei er noch einmal auf die rechtliche Grundlagen, die mit einer solchen Ausnahme von den sonst geltenden Ladenschließzeiten verbunden sind, eingegangen. Demnach reiche es nicht, die Geschäfte zu öffnen. Darüber hinaus müsse es stets eine vom Verkauf losgelöste Veranstaltung geben, die logischerweise auch organisiert werden müsse.

Für den schon für September terminierten Sonntag werde die Stadt noch einmal in eigener Regie einen Craft-Beer-Markt aus der Taufe heben. Der Leiter der Musikschule für Stadt und Land, Marian Henze, habe sich auch bereit erklärt, mit seinen Schülern ein gemeinsames Programm zu gestalten.

„Aber so wie es jetzt aussieht, wird es ab November für die Zukunft niemanden mehr geben, der sich um die Veranstaltung kümmert“, sagte Lembke. Das habe ihn nicht überrascht. Schließlich sei es ja legitim, wenn die Kaufleute mitteilen, dass sie sich nicht imstande fühlen, dafür Zeit zu investieren. Nichtsdestotrotz werde er mit der Politik sprechen, ob die bis dato zur Verfügung gestellten Mittel von jeweils 4000 Euro pro Sonntag wieder in den Haushalt eingestellt werden sollten oder nicht. Dieses Geld sei zur Kompensation der Kosten für Versicherung und Werbung gedacht.

Bis dato hatte Hans-Jörg Steglich das Programm organisiert. Wie er gegenüber den LN erklärte, sind mehrere Faktoren zusammengekommen, sodass er für dieses Ehrenamt nicht mehr zur Verfügung stehe. Auch Elvis Bogicevic vom Eissalon in der Mühlenstraße, der sich zuvor engagiert und mit Steglich kooperiert hatte, sieht sich außerstande, die Organisation zu übernehmen. „Ich habe einen hohen Personaldruck und keine freien Kapazitäten“, sagt er. dvd

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