Keine Traumlösung: Neuer Mensabetreiber gefunden

Stormarner Tageblatt  22.07.2019

„Rebional“ aus Herdecke beliefert Oldesloer Grundschulmensen / „Elternforderungen unrealistisch“

Hier zieht ein neuer Caterer ein: Die StadtschulmensaNie
Hier zieht ein neuer Caterer ein: Die StadtschulmensaNie

Patrick Niemeier Bad Oldesloe Eine neue Catering-Lösung für die Mensen der Grundschulen in Bad Oldesloe ist gefunden. Ob sie auch allen wortwörtlich schmecken wird?

Mit dem Schuljahr endete in Bad Oldesloe die Zeit des Groß-Caterers Dussmann. Vor allem auf Druck von Eltern der Stadtschule wurde dem Unternehmen gekündigt. Sie waren mit den Leistungen und der Kommunikation nicht zufrieden. Nach längerem Streit und größeren politischen Diskussionen ging die Trennung juristisch sauber über die Bühne.

Im Anschluss wurde eine Forderungsliste erarbeitet. Dazu gehörten die Wünsche, dass möglichst 100 Prozent Bioprodukte verwendet werden sollen, eine Bio-Zertifizierung vorliegt und Fairtrade-Produkte angeboten werden. Aus der Elternschaft hatte es geheißen, es stünden diverse interessierte, regionale Anbieter in den Startlöchern. Doch das bewahrheitete sich nicht, so Bürgermeister Jörg Lembke.

„Als es zum Schwur kam, waren diese Unternehmen schon raus. Es fand sich keine lokale Lösung, wie angedeutet worden war“, so Lembke. Das sei durchaus verständlich, weil die von Eltern geforderten und von der Politik mehrheitlich geforderten Maßgaben eine „sehr teure Tasse Tee sind“, sagt der Oldesloer Verwaltungschef.

Für 100 Prozent Bio oder auch nur für 50 Prozent Bioprodukte habe sich gar kein Bieter gefunden. Und bei Fairtrade-Produkten hätten alle abgewunken. „Die Forderungen waren unrealistisch. Der Markt gibt die Vorstellungen der Eltern und der Politik zum Teil gar nicht her“, so Lembke weiter. Es wurden daher Abstriche mit Blick auf die Eltern-Forderungen in Kauf genommen, um überhaupt einen Mensabetrieb mit Start des neuen Schuljahrs gewährleisten zu können.

Gewonnen hat die Ausschreibung das Unternehmen „Rebional“ aus Herdecke in Nordrhein-Westfalen, weil es den Ansprüchen näher als andere Anbieter kam. „Rebional“ habe sich nach Kenntnis des Bürgermeisters immerhin auf 30 Prozent Bioprodukte festlegen lassen und verfüge über die gewünschte Zertifizierung.

„Im Endeffekt muss man sagen, dass der neue Vertrag sich jetzt nicht wesentlich vom Vertrag mit Vorgänger Dussmann unterscheidet. Inhaltlich hat sich da sehr wenig getan“, so Lembke. Ob der ganze Wechsel überflüssig sei, wolle er nicht bewerten. Aus seiner Sicht sei vor allem die Kommunikation der Firma Dussmann ein Problem gewesen, nicht die Essensqualität, so Jörg Lembke weiter. Und so sei es nicht überraschend gewesen, dass Dussmann sich erneut beworben habe. „Warum auch nicht? Rebional hatte aber die Nase vorn“, so der Verwaltungschef.

Nur weil seine Mitarbeiter in der Verwaltung „ großartige, fast übermenschliche“ Bemühungen angestellt hätten, könne man wohl verhindern, dass das Schuljahr mit Verpflegung aus der Gulaschkanone beginne.

„Wir haben einen neuen Caterer, aber die Schulküche an der Stadtschule muss jetzt kostenintensiv umgebaut werden. Ob das zeitlich klappt, müssen wir sehen“, so Lembke. Erste Maßnahmen müsen in den letzten Sommerferienwochen über die Bühne gehen. Der größere Teil der von Lembke geschätzten mindestens 120.000 Euro Umbaukosten müsse dann sowieso erst nach den Sommerferien per Nachtragshaushalt beschlossen werden. „Wenn es zeitlich nicht klappt, gibt es erstmal Gulaschkanone. Ich habe gleich gesagt, man solle versuchen noch das erste Halbjahr durchzuhalten. Meine Mitarbeiter geben alles, ich bin optimistisch, aber versprechen kann ich nichts“, so Lembke.

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