Betrachtungen zum Wochenausklang: Ganz kleine und ganz große Dinge

Stormarner Tageblatt   27.07.2019

Stormarner Wochenschau

Ganz kleine und ganz große Dinge

Megi Balzer
Megi Balzer

Dirk Gusick und Stephan Poost

Umgang Seltsam, wie in unserer Gesellschaft miteinander umgegangen wird. Die Stadt Bad Oldesloe – Eigentümer der Fläche Marktplatz – stellt die Regel auf, keine Kunststoffkonfettis zu verwenden, weil das Pflaster dann schlecht zu reinigen ist. Die Reaktion der Menschen reicht vom Vorwurf, den Brautpaaren den Spaß zu verderben bis hin zur Zustimmung. So weit, so gut. Doch mit welcher Vehemenz diese Meinungen dann im Internet vertreten werden, welche Reaktionen diese einfache Ansage hervorruft, ist schon bedenklich. Da wird dann von „Ökoextremismus“ gesprochen, der um sich greife und alle nur möglichen Umweltthemen durcheinander wirbelt. Man kann ja zum Thema Umweltschutz stehen, wie man möchte. Doch der kleinste gemeinsame Nenner sollte doch wenigstens sein, die eigene Stadt, in der man lebt und arbeitet, sauber zu halten.

Alternative Die Hochzeit ist für die Brautpaare – meist – ein einmaliges Erlebnis. Wenn dann nach der Trauung sich ein Konfettiregen über die frisch Vermählten ergießt oder sie in einer Wolke aus Herzchen stehen sind das unvergessliche Erinnerungen für alle, die der Trauung beiwohnen. In Bad Oldesloe wird jetzt die Zeremonie nach der Trauung erschwert. Im und vor dem Rathaus sind Konfetti und Herzchen verboten. Vor allem wenn es aus Plastikteilchen besteht. Umweltschonend und leicht zu reinigen soll es sein, wünscht die Verwaltung. Es werden jetzt schon die ersten Stimmen laut, dass dann Reis als Ersatz genommen wird. Doch das wäre eine Verschwendung von Lebensmitteln und würde nur die Tauben anlocken. Und wer will schon auf der Rathaustreppe oder davor auf Taubenkot ausrutschen. Eine echte Alternative wären Seifenblasen aus den guten alten Seifenblasendosen. Aber nur, wenn die leeren Dosen zur Entsorgung mit heim genommen werden.

Groß und größer Die Getreideernte hat in diesen Tagen angefangen. Wem auf freier „Wildbahn“ so eine riesige Maschine begegnet, der bekommt aber ganz schnell Respekt, denn nicht selten wird es dann eng auf unseren Landstraßen. Ganz nebenbei werden wir dann daran erinnert, dass Schleswig-Holstein in weiten Teilen ein Agrarland ist und die Fahrer auf den Maschinen mit dafür sorgen, dass das Schnitzel auf dem Teller liegt und die Erdbeeren mit Sahne in der Schüssel daneben stehen. Und wem das noch nicht genügt, der mag daran denken, dass das kühle Glas Bier seinen Ausgangspunkt auf dem Getreideacker hat.

Dieser Beitrag wurde unter Presseartikel veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.