Superschnelles Internet für die Städte

Lübecker Nachrichten   08.08.2019

Die Vereinigten Stadtwerke Media treiben den Glasfaserausbau in Stormarn und dem Herzogtum Lauenburg voran – In rund fünf Jahren sollen Städte flächendeckend versorgt sein

Der aktuelle Stand des Glasfaserausbaus durch die Stadtwerke

Reinfeld/Bad Oldesloe. Nordstormarn gleicht derzeit einem Sandkasten für Erwachsene. Überall wird gebuddelt, auch an der Kreuzung Nordstormarnstraße mit der Lübecker Chaussee in Reinfeld heben zwei Männer mit einem Minibagger und Schaufeln einen Schacht aus. Ihr Kollege lädt gerade Werkzeug in einen Kleinlaster. Es ist der Tiefbauer Michael Koppan (46). „Wir sind voll im Gange und haben gleich mehrere Baustellen“, sagt er und lächelt vor Freude: „Es ist doch toll, wenn wir viel zu tun haben.“ Grund zur Freude haben aber auch die Bürger, denn Koppan und seine Kollegen verlegen Hauptleitung und Hausanschlüsse für Glasfaser, die wiederum superschnelles Internet in die Häuser bringen.

Die Bauarbeiter gehören zur Erd-, Pflaster und Leitungsbaufirma von Volker Lüders aus Soltau. „Wir alleine verlegen hier derzeit drei bis vier Kilometer Hauptleitungen und Hausanschlüsse – und wir sind nicht die einzige Firma, die gerade in der Stadt Leitungen verlegt“, berichtet er. Seine Firma verlegt die Rohre in dem Bereich Schillerstraße, Am Zuschlag und Krögerkoppel. Aber die Kollegen von E.&D. Bau seien ebenfalls noch unterwegs. „Bis Ende des Jahres müssen wir mit allem fertig sein, dann geht es in Bad Oldesloe schon weiter“, berichtet er.

Die Tiefbauer arbeiten im Auftrag der Vereinigten Stadtwerke Media, die derzeit nicht nur in Reinfeld, sondern in den gesamten Kreisen Stormarn und Herzogtum Lauenburg das Glasfasernetz ausbauen. Das Besondere ist, dass die Stadtwerke Hausanschlüsse anbieten, bei denen die Glasfaser direkt bis in die Wohnung gelegt wird. Dadurch sind Bandbreiten von 300 bis 1000 Megabit möglich. „Derzeit bauen wir das Netz in Reinfeld grob gesagt in dem Gebiet zwischen A 1 und Bahnlinie aus, wobei die Gewerbegebiete bereits versorgt sind. Nächstes Jahr geht es dann vom Heidekamp in Richtung Innenstadt. In Bad Oldesloe bauen wir gerade in der Heimstraße“, sagt Prokurist Matthias Schubert. In Ratzeburg und Mölln seien ebenfalls weitere Bauabschnitte geplant.

Auch in Trittau soll nun ein zweiter Bauabschnitt ans Gigabitnetz angeschlossen werden. Er umfasst den Bereich nördlich der Bürgerstraße mit den Straßen Bestmannweg, Hardersweg, Hauskoppelberg, Hinter den Höfen, Rodelberg, Rosenaustieg, Scharnbergstieg, Steenfadtberg, Thießenweg, Zum Riden. „Insgesamt ist der ländliche Raum fast fertig ausgebaut, unser Ziel ist es, nun auch die Städte flächendeckend zu versorgen“, sagt Schubert. In rund fünf Jahren soll das geschafft sein. Der Ausbau ist aber natürlich auch immer abhängig von der Nachfrage, rund 30 Prozent der Anlieger müssen sich für einen Hausanschluss entscheiden, damit es für die Stadtwerke wirtschaftlich ist, die Hauptleitung zu verlegen.

Auch die Telekom hatte in den vergangenen Monaten den Breitbandausbau noch einmal intensiviert. 2017 hatte man zum Beispiel in Reinfeld noch 514 Kunden mit schnellem Internet zwischen 50 und 250 Megabit pro Sekunde versorgt, mittlerweile sind es 3720 Kunden in Reinfeld.

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