Betrachtungen zum Wochenausklang: Von Totgesagten und Überfliegern

Stormarner Tageblatt   10.08.2019

Stormarner Wochenschau

Von Totgesagten und Überfliegern

Tierische Erfolgsgeschichte: Wenn  Störche den Störchen die Babys bringen...Megi Balzer
Tierische Erfolgsgeschichte: Wenn Störche den Störchen die Babys bringen…Megi Balzer

Dirk Gusick, Cordula Poggensee und Patrick Niemeier

Kinomarketing Seit zwölf Jahren veranstaltet der Ahrensburger Rotary-Club sein Kino-Open-Air vor dem Schloss für einen guten Zweck. Lange Zeit fühlte man sich dabei nicht wirklich von der Stadt unterstützt. Jetzt scheint laut der Organisatoren der Groschen aber gefallen, dass es sich bei der Benefizveranstaltung um eine „Win-Win-Situation“ handelt. Es sei gelebtes Stadtmarketing, weil die Veranstaltung weit über die Stadtgrenzen hinaus bekannt ist für ein paar Tage im Jahr mit einem Kinoprogramm und vor einer so besonderen Kulisse. Dieses Mal sei daher die Stadt großzügig beim Erlauben von Werbehängungen gewesen. Kostenlos waren die trotzdem nicht. Vielleicht eine Anregung für das nächste Jahr. Engagement sollte belohnt werden, vor allem, wenn so ein Event die Stadt nichts kostet.

Kinoeröffnung Damit hatten viele nicht mehr gerechnet. Aber die Totgesagten leben ja bekanntlich länger. Und so kommt das Bargteheider Kino nun doch noch zurück. Nachdem der Neustart nach der sehr erfolgreichen Ära Hans-Peter Jansen, die mit einem großen Knall endete, sich immer wieder verschob, ist es nun – ein halbes Jahr später als zunächst gedacht und angekündigt – soweit. Man darf gespannt sein, wie das „Bürgerkino“ in der Praxis umgesetzt werden kann.

Nachwuchsfreude Das super Storchenjahr 2019 ist natürlich ein Grund sich zu freuen. Die 34 Horstpaare haben in Stormarn 69 Junge aufgezogen – das beste Ergebnis seit Beginn der Aufzeichnung 1971. Allerdings wird von den Jungstörchen ein Teil den Weg in ihre Winterquartiere nicht überleben, und auch beim Rückweg zu den Brutplätzen bleiben einige Störche auf der Strecke. Was darum nicht übersehen werden darf, ist die Zahl der Paare, die im Kreis ein Nest beziehen und dort auch brüten. Auch sie ist in den vergangenen Jahren kontinuierlich angestiegen. Nicht in großen Sprüngen, aber es werden offenkundig mehr Störche, die sich in Stormarn wohl fühlen. Das muss langfristig das Ziel sein, dass sich im Kreis mehr Storchenpaare ansiedeln. Wohnungsnot muss Meister Adebar nicht befürchten. In Stormarn gibt es zahlreiche bisher ungenutzte Storchennester.

Wasserfall Wasserhahn aufdrehen und schon sprudelt das kühle Nass. Das ist für uns nicht ungewöhnlich. Wir brauchen Wasser zum Trinken, Kochen, Wäschewaschen, Putzen und für die Körperhygiene. Wasser ist für uns kein Luxusgut. Doch was ist, wenn plötzlich kein Tropfen mehr aus der Leitung kommt? Ein paar Stunden geht das wohl mal, doch Tage oder Wochen? In der kleinen Gemeinde Neritz kommt es allerdings in zahlreichen Haushalten häufiger vor, dass kaum noch Wasser aus der Leitung kommt. Der Grund: Die Bürger versorgen sich über Haus- oder Gemeinschaftsbrunnen mit dem Grundnahrungsmittel. Bei den einen sprudelt es fröhlich aus der Leitung, bei anderen führen die Brunnen kein oder kaum noch Wasser. Nach jahrelanger Diskussion liegt das Thema zentrale Wasserversorgung deshalb wieder auf dem Tisch. Doch eigentlich dürfte es gar keine Diskussionen mehr geben: Die Wasserversorgung muss einfach gebaut werden, damit allen Neritzern jederzeit ausreichend Wasser zur Verfügung steht.

Einwendungen Bereits vor dem Start des Genehmigungsverfahrens hat der geplante Neubau der Müllverbrennungsanlage Stapelfeld nebst Klärschlammverbrennung für Widerstand in den benachbarten Gemeinden gesorgt. Jetzt haben die Bürger die Chance, eben diese dazugehörigen Unterlagen in Ahrensburg, auf dem Amt Siek, in Barsbüttel oder auch online einzusehen und gegebenenfalls Einwendungen auf den Weg zu bringen. Um das jedoch auch fundiert zu tun, muss reichlich Zeit investiert werden: Allein die Kurzfassung des Antrages umfasst 80, die Langfassung satte 3000 Seiten. Das sollte aber niemanden stoppen. Denn wenn berechtigte Sorgen um die Gesundheit ausgeräumt werden können, darf es am nötigen Engagement nicht fehlen.

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