Vielfalt, Stars und Entdeckungen

Stormarner Tageblatt  14.08.2019

Das Oldesloer Kulturbüro präsentiert das neue Kub-Programm für die Monate August bis Dezember

Kub-Programmteamnie
Kub-Programmteam  nie

Patrick Niemeier Bad Oldesloe Grenzen ausloten, neue Genres entdecken, Talente aufspüren, Stars von morgen präsentieren, aber auch bekannte Namen in die Kreisstadt holen – mehr und mehr bekommt das Oldesloer Kultur- und Bildungszentrum im Programm eine ganz klare Handschrift. Zum einen besteht diese aus dem Zusammenspiel aus hauptamtlich organisierten Events, die das Team rund um Kulturmanagerin Inken Kautter plant, und ehrenamtlichen Veranstaltungen vor allem von Oldesloer Vereinen. Daraus entsteht eine Vielfalt, an die in der Region kein anderes Kulturhaus in Sachen Qualität und Quantität heranreichen kann – was eben auch an den guten Rahmenbedingungen im Kub liegt.

Dass auf dem Titel des Programmhefts für die neue Spielzeit das eher unbekannte Kabaretteduo „Flüsterzweig“ aus Österreich abgebildet ist, bringt gleich mehrere Stärken des Kubs auf einen Nenner: Denn hier gibt es die Möglichkeit, qualitativ hochwertige Künstler zu entdecken, die noch nicht in allen Kunstzentren in der Region gespielt haben und von denen sich Kautter selbst im Vorwege persönlich überzeugte. „Ich fand sie wahnsinnig gut und finde, dass es sehr ungerecht ist, dass sie noch so unbekannt sind“, schwärmt sie.

Ausgelotet werden im Kub mittlerweile – laut Kautter und ihren Kollegen Katrin Offen und Tim Knackstedt – die Grenzen der Genres. „Wir versuchen, uns mit keinem Programmpunkt zu doppeln, und wenn ein Künstler in der nächsten Spielzeit wieder mit dabei sein will, dann nur, wenn er ein neues Programm hat. Außerdem schauen wir, dass wir ungewöhnliche, neue Ideen einbringen“, fährt Kautter fort. „Andererseits geht es ja auch darum, was die Leute sehen wollen. Ein studentisches Publikum gibt es hier zum Beispiel nicht wirklich. Wenn wir in die Richtung etwas machen, bleibt der Saal eher leer. Wir alle mögen auch hin und wieder ein wenig Trashkunst, aber auch die kommt nicht so gut an. Also konzentrieren wir uns auf andere Bereiche“, so Kautter.

Allerdings sei es nicht so, dass man sich nur von den Publikumszahlen abhängig mache. „Wir lassen etwas nicht sein, nur weil es in ähnlicher Form mal gescheitert ist“, so die selbstbewusste Kulturchefin, die bereits viel in der Kreisstadt bewegt und Bad Oldesloe zu einem echten Kultur-Hotspot in Norddeutschland gemacht hat.

Eine dieser neuen Ideen ist zum Beispiel ein „Schlafkonzert“. Am Sonntag, 13. Oktober, gibt es ein Konzert im Saal, bei dem es nicht unangenehm sein muss, wenn man dabei einschläft – im Gegenteil: es ist erwünscht.

Mit Dr. Florian Ilgen kommt außerdem am Freitag, 15. November, zum ersten Mal ein Mentalist ins Kub, der als studierter Sozialpsychologe aber auch Hintergründiges zu berichten hat. Die Grenzen des Kabarett werden durch den Grantler Matthias Egersdörfer (28. September) und den feinsinnigen Musikkabarettisten William Wahl (18. Oktober) ausgelotet.

International wird es mit „Culture curry“ einem Multivisionsvortrag rund um Liebe in Indien (11. Oktober). Mit Erzählstrategien der Bild-Zeitung, die Hetze und rechte Mythen bedienen, setzt sich eine Lesung von Alexander Bulk auseinander (21. November). Spannend wird es auch, wenn der investigative Journalist Christian Fuchs über das „Netzwerk der neuen Rechten“ berichten wird (27. September). Weitere Vorträge beschäftigen sich mit der „Flucht über das Mittelmeer“ (18. September) und mit dem „Islam als Religion und Kultur“ (25. September).

Erstmalig präsentiert das Kub in der Weihnachtszeit mit „Rumpelstilzchen“ ein Familienmusical für Kinder ab sechs Jahre (4. Dezember). Das Musikprogramm wird erneut zum Teil in Kooperation mit Klngstdt und der Musikschule organisiert. Höhepunkte sind unter anderem Auftritte von Magnus Landsberg (5. Oktober) und Max Prosa (19.Oktober).

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