Parksünder: Stadt will in Wohnviertel kontrollieren

Lübecker Nachrichten   22.08.2019

Bei Stadtteilbegehung wurde unter anderem die gefährlichen Situationen in der Straße Hanelanden angesprochen

Die beiden Autos rechts parken falsch: „Und dann auch noch an einer Einmündung“, stellte Bürgermeister Jörg Lembke (vorne) fest. foto: mc

Bad Oldesloe. Wohnen hier die zufriedensten Oldesloer? Zur Stadtteilbegehung mit Bürgermeister Jörg Lembke (parteilos) im Westen der Stadt (Helene-Stöcker-, Bertha-von-Suttner-Straße, Hanelanden) kam jedenfalls nur eine Handvoll Bürger. „So wenige waren es noch nie“, stellte der Bürgermeister fest, konnte aber umso intensiver in die Themen einsteigen.

Ein Bewohner beklagte mehrere defekte Lampen in der Gegend. Er habe sich auch schon an die Stadt gewandt, aber bislang keine Antwort erhalten. Jörg Lembke verwies auf die komplette Umstellung der Straßenbeleuchtung auf LED. 1,2 Millionen Euro nimmt die Stadt in die Hand, um 3000 Lampen auszutauschen. Möglicherweise würden die Stadtwerke deshalb auf eine Reparatur verzichten, er wolle das aber klären.

Noch in diesem Jahr soll der Austausch beginnen, im Frühjahr rechnet die Stadtverwaltung mit der Vollendung. „Die Lampen werden nachts auch nicht mehr abgeschaltet, sondern heruntergedimmt“, erklärte Lembke. Das gelte für die Wohngebiete, an Straßenkreuzungen blieben die LED-Lampen mit voller Stärke angeschaltet. In zehn bis zwölf Jahren solle sich die Investition allein durch die Stromersparnis schon gerechnet haben. Und: Das Licht sei insektenfreundlich.

Apropos Licht: Ein anderer Oldesloer schlug vor, viel mehr Solardächer auf städtischen Gebäuden, vor allem den Schulen, zu errichten. Das hätte auch Signalwirkung bei den Kindern und Jugendlichen. „Bad Oldesloe hat erschreckend wenige Solardächer, obwohl sich das rechnet“, sagte er. Lembke relativierte beides. „Wir haben auch auf dem Bauhof und dem Klärwerk Photovoltaikanlagen und überlegen, auch auf dem Anbau der Klaus-Groth-Schule eine zu errichten“, sagte der Bürgermeister, führte aber zugleich aus, dass die Stadt damit kein Plus mache, rechne man die Subventionen heraus.

Eine andere Bürgerin ärgerte sich über das Parkproblem in der Straße Hanelanden. In der Spielstraße hielten sich die Autofahrer nicht an die Schrittgeschwindigkeit und parkten dann auch noch außerhalb der dafür vorgesehenen Parkbuchten. „Für kleine Kinder ist das hier mittlerweile lebensgefährlich“, sagte ein Nachbar beim Rundgang. Wenn da ein Bobbycar hinter einem Auto hervorkomme, sehe man das möglicherweise viel zu spät.

Bürgermeister Lembke sagte zu, sich des Themas anzunehmen und verstärkt Kontrollen des ruhenden Verkehrs in diesem Gebiet vorzunehmen. „Ich mag gar nicht daran denken, wenn es hier mal brennt und die Feuerwehr dann nicht durchkommt“, sagte eine Bürgerin und freute sich über die Zusage Lembkes. mc

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