Verkehrslärm an der Grabauer Straße belastet Anwohner

Lübecker Nachrichten   24.08.2019

Oldesloer berichtet im Umwelt-, Energie- und Verkehrsausschuss von den Problemen an der Ausfallstraße, in der Tempo 30 gilt – Schwerlastverkehr hat immens zugenommen

Schwerlastverkehr von früh bis spät: Über die enge Grabauer Straße fahren auch viele große Fahrzeuge. fotos: SUSANNA FOFANA

Bad Oldesloe. Morgens um 5 Uhr ist für Geert Oeser die Nachtruhe beendet. Wenn ein Lkw nach dem anderen die schmale Grabauer Straße in Bad Oldesloe als Abkürzung von der Autobahn entlangbrettert, bekommt der Anlieger kein Auge mehr zu. „Die Straße ist kurz, aber extrem laut“, hat Oeser festgestellt. Nicht einmal Trecker hielten sich in seiner Wohnstraße an Tempo 30, klagte er jetzt in der Einwohnerfragestunde des Oldesloer Umwelt-, Energie- und Verkehrsausschusses.

„Die Lkw rasen auf die Kreuzung zu“, sagt der Anlieger und bangt um die Sicherheit der Schülerinnen und Schüler, die von den Wohngebieten im Westen der Stadt morgens durch das Nadelöhr zum Schulzentrum streben. Oeser: „Was ist mit der Verkehrssicherheit?“ Radfahrer, so Oeser weiter, führen zudem auf der falschen Straßenseite. Er plädierte für eine Reduzierung des Schwerlastverkehrs und mobile Messgeräte und fragte, ob Verwaltung und Politik das Problem „auf dem Schirm haben“.

Bürgermeister Jörg Lembke versicherte ihm: „Das Problem ist bekannt.“ Mit dem Wunsch, wenigstens eines der zwei mobilen Messgeräte der Stadt an der Grabauer Straße aufzustellen, werde es allerdings schwierig. Lembke: „Wir haben eine Liste mit 70 vorgemerkten Stellen.“ Es gebe in Bad Oldesloe Anforderungen aus fast allen Wohngebieten.

Dr. Kurt Soeffing, Sachbereich Planung und Umwelt, sagte, dass die Grabauer Straße im Lärmkataster der Stadt berücksichtigt sei. 8000 bis 11 000 Fahrzeuge täglich betrage das Verkehrsaufkommen auf der Grabauer Straße. Die Stadt plane jetzt weitere Verkehrszählungen. Bei einem entsprechenden Verkehrsaufkommen könne nämlich über eine Ampel an der schwierigen Kreuzung Theodor-Storm-Straße/Hohenkamp nachgedacht werden. Die könnte auch den Verkehr auf der Grabauer Straße abbremsen. Eine beruhigende Wirkung versprechen sich die Politiker zudem von der angestrebten Geschwindigkeitsbegrenzung auf Tempo 30 auf der Lorentzenstraße.

Ansonsten gibt es kaum Möglichkeiten, den Lkw-Verkehr auf der Grabauer Straße zu reduzieren. Denn dadurch, dass dem Schwerlastverkehr die Durchfahrt durch den parallel verlaufenden Wolkenweher Weg verwehrt wird, werde quasi alles über die Grabauer Straße geleitet. Dies sei vor vielen Jahren politisch so beschlossen worden, da das Krankenhaus am Wolkenweher Weg liegt.

Maßnahmen zum Schutz gegen Lärm aus dem Straßenverkehr waren erneut ein Ausschuss-Thema. Die Lärmaktionsplanung 2019 beschäftigt die politischen Gremien bereits das ganze Jahr. Denn schon im Februar seien die gewünschten Beschlüsse gefasst worden, sagte Christian Vollpott (Linke). Dass es dann in der Stadtverordnetenversammlung im Mai zur Verwirrung gekommen sei und das Thema jetzt erneut im Ausschuss landete, lag seiner Meinung nach an „Manipulation oder gar Zensur“.

Denn die Vorlage der Verwaltung an die Stadtverordneten habe nicht die Beschlüsse des Ausschusses enthalten. Vielmehr seien diese geändert worden. Deshalb bedurfte es jetzt auch keiner neuen Beschlüsse. Vollpott: „Ich möchte, dass der Beschluss vom 7. Februar umgesetzt wird.“ Bis zum Oktober muss der Beschluss fallen. Soeffing will jetzt zur September-Sitzung alles verständlich auflisten, was bereits beschlossen wurde und Änderungen in die Beschlussvorlage einarbeiten.

Ob Geert Oeser als Anlieger an der Grabauer Straße letztendlich etwas von der Lärmaktionsplanung 2019 haben wird, ist noch ungewiss.

Eine repräsentative Umfrage des Umweltbundesamtes ergab: Straßenverkehrslärm stört oder belästigt mehr als die Hälfte der Menschen in Deutschland. Rund 76 Prozent der Befragten fühlten sich 2016 in ihrem Wohnumfeld durch Straßenverkehr gestört oder belästigt.

Über Maßnahmen zum Schutz gegen Lärm durch den Straßenverkehr debattierten die Mitglieder des Umwelt-, Energie- und Verkehrsausschusses.

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