Wo Bad Oldesloe noch wachsen kann

Lübecker Nachrichten   31.08.2019

Wohnraum ist in der Kreisstadt gefragt – In einigen neuen Baugebieten sollen in der Zukunft Häuser und Wohnungen gebaut werden – Auch die Innenstadtverdichtung ist ein Thema

In der Königsstraße in Bad Oldesloe soll ebenfalls neuer Wohnraum entstehen Foto: MT

Bad Oldesloe. Der Kreis Stormarn wird laut einer Studie auch in Zukunft weiter wachsen. Wohnraum ist deshalb begehrt. „Entsprechend der Funktion der Stadt Bad Oldesloe als Mittelzentrum obliegt ihr eine besondere Verantwortung zur Bereitstellung eines bedarfsgerechten Wohnraumangebotes“, erklärt Horst Möller, Erster Bürgermeister-Stellvertreter in Bad Oldesloe. Neben der Erschließung neuer Wohngebiete soll das auch über die Innenstadtverdichtung erfolgen: Laut Baugesetzbuch solle mit Grund und Boden sparsam und schonend umgegangen werden; Maßnahmen zur Innenentwicklung sollten genutzt werden.

„Die Stadt Bad Oldesloe hat in den vergangenen Jahren zahlreiche planerische Aktivitäten zur Innenentwicklung betrieben, die jedoch den Bedarf nicht decken können. Es ist deshalb erforderlich, auch auf die im Flächennutzungsplan ausgewiesenen Baulandreserven im Außenbereich zurückzugreifen“, erklärt Möller. Bad Oldesloe ist über die Autobahn gut zu erreichen und liegt sowohl zu Lübeck als auch zu Hamburg günstig. Von daher ist die Nachfrage nach Wohnraum groß. Derzeit gibt es mehrere Baugebiete in der Kreisstadt, wo neuer Wohnraum entstehen soll.

Im Baugebiet Claudiussee haben rund 200 Wohneinheiten Platz. B. Albrod

„Das Baugebiet Claudiussee im Geltungsbereich des Bebauungsplanes Nr. 107 südlich der Kampstraße ist erschlossen“, so Möller weiter. Die Bauarbeiten dort hätten bereits begonnen. „Es können rund 200 Wohneinheiten in Einzel-, Doppel-, Reihen- und Mehrfamilienhäusern entstehen.“ Entlang der Bahnlinie wird derzeit eine Schutzwand gebaut, um die neue Siedlung vor Lärm zu schützen. Die Vermarktung erfolgt durch einen privaten Investor. 20 Prozent der Wohnungen sollen dabei laut Bebauungsplan für Wohnungen, die mit den Mitteln der sozialen Wohnraumförderung gefördert werden könnten, zur Verfügung stehen.

In Rethwischfeld wurde ein neues Baugebiet ausgewiesen. ST

In Rethwischfeld stünden die für diesen Bereich möglichen Wohnbauflächen bereits jetzt zur Verfügung. Das Bauleitplanverfahren sei schon begonnen worden, so Möller. Um der in der Stadt Bad Oldesloe bestehenden anhaltend hohen Nachfrage nach Wohnraum entgegenzukommen, soll hier die derzeit landwirtschaftlich genutzte Fläche westlich der Alten Ratzeburger Landstraße im Stadtteil Rethwischfeld als Wohngebiet entwickelt werden. „Zum Bauleitplanverfahren für den Bebauungsplan Nr. 114 in Rethwischfeld wurden zwei Planungsvarianten mit 40 bis 60 Wohneinheiten in Einzel-, Doppel-, Reihen- und Mehrfamilienhäusern öffentlich ausgelegt.“ Planunterlagen kann man auf der Homepage der Stadt einsehen. Der Zeitpunkt der Rechtskräftigkeit des Bebauungsplanes beziehungsweise der Erschließung des Baugebietes sei noch nicht absehbar.

Das neue Baugebiet in Rethwischfeld. Stadt OD

Außerdem wurde der Aufstellungsbeschluss für den Bebauungsplan Nr. 116 gefasst. „Ziel der Planung ist es, ein neues Baugebiet mit einer Kindertagesstätte östlich des Pölitzer Weges und südlich der Ernst-Barlach-Straße zu entwickeln.“ Vorentwürfe liegen noch nicht vor. Auch wurde der Aufstellungsbeschluss für den Bebauungsplan Nr. 118 für den Wettbewerb Königsstraße, ehemalige VHS gefasst. An diesem Standort sollen circa 60 Wohneinheiten entstehen. „Das Verfahren wird jedoch noch einige Zeit in Anspruch nehmen.“ Im Bereich des Bebauungsplanes Nr. 47 Up den Pahl sind im Rahmen der Innenentwicklung noch zwei Grundstücke zum Verkauf vorhanden. „Diese zwei Grundstücke werden durch die Stadt Bad Oldesloe in einem öffentlichen Verfahren möglicherweise Ende diesen Jahres oder Anfang des nächsten Jahres verkauft“, kündigt Möller an.

Darüber hinaus sei durch einen privaten Investor der Bau von rund 40 kleinen barrierefreien Wohnungen in der Lübecker Straße neben dem Autohaus Blohm geplant. Baubeginn soll voraussichtlich im IV. Quartal 2019 sein. In der Ratzeburger Straße gegenüber Kaufland sollen durch einen Investor 34 Wohnungen unterschiedlicher Größe entstehen. Dabei werden auch Wohnungen im sozialen Wohnungsbau geplant. Baubeginn soll im Herbst sein. Fertigstellung soll im Sommer 2021 sein.

In der Königsstraße soll ebenfalls neuer Wohnraum entstehen. Thormählen

Darüber hinaus besteht aus Teilen der Bevölkerung Interesse an Mehrgenerationenwohnen: Der Verein moiN (mutige, offene, innovative Nachbarschaft) möchte in Bad Oldesloe eine Siedlung als Genossenschaft errichten. Drei bis vier Häuser mit je 16 Wohnungen sind angedacht, auch öffentlich geförderter Wohnraum soll dabei sein.

Dass die Nachfrage nach Wohnungen in Bad Oldesloe sehr groß ist, bestätigt ein Makler: „Es besteht eine große Nachfrage nach Grundstücken“, sagt er, auch Häuser und Wohnungen würden gesucht. Die Preise bewegten sich um 300 Euro pro Quadratmeter bei Bauland und um die 2000 Euro je Quadratmeter bei Neubaukäufen. „Solange die Zinsen so niedrig bleiben, wie sie jetzt sind, wird das auch so bleiben.“

Auch in Rethwischfeld wurde ein neues Baugebiet ausgewiesen.

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