Stormarns erster Friedensstein steht

Lübecker Nachrichten   03.09.2019

Künstler Axel Richter goss 55 Exemplare an 55 Tagen

Die Künstlergruppe mit Bad Oldesloes Bürgermeister Jörg Lembke (2. v. r.) und Bürgerworthalterin Hildegard Pontow (3. v. r.). Foto: S. Fofana

Bad Oldesloe. Auf der Grünfläche vor dem Oldesloer Bahnhof setzte der Ammersbeker Künstler Axel Richter unter Applaus des Publikums am Sonntag den ersten Stormarner Friedensstein. 54 weitere für alle anderen Gemeinden im Kreis Stormarn sollen folgen, sagt Ilse Siebel von der Stormarner Künstlergruppe 9. November.

Die Gruppe habe sich „das Ziel gesetzt, mit künstlerischen Mitteln für den Frieden und gegen den Krieg einzutreten“. Sie selbst gehöre zu einer Generation, „die die Auswirkungen des Krieges in sich trägt“. Sie sei dankbar für 74 Jahre Frieden in Deutschland. Dies sei ein kostbares Gut.

Bad Oldesloes Bürgerworthalterin Hildegard Pontow forderte dazu auf, dass sich alle Menschen dieser Welt auf Frieden besinnen sollten. Sie war noch ganz erfüllt von dem Lied zum Thema Frieden, das Kirchenmusiker Marcus Rau zum Abschluss des Friedensgottesdienstes in der Oldesloer Peter-Paul-Kirche gespielt hatte. Das Musikstück habe ihr ein Gänsehautgefühl gegeben.

Pontow hatte zwei Texte ausgesucht, die mit in den Friedensstein einbetoniert wurden. Einer von ihnen lautet: „Der Frieden der Welt beruht auf dem Frieden der Dörfer.“ Womit sie nicht sagen wolle, dass die Kreisstadt ein Dorf sei. In einem Dorf, nämlich in Grabau, soll am 10. September um 19 Uhr am dortigen Kriegerdenkmal der zweite Stormarner Friedensstein gesetzt werden.

Die 55 Friedenssteine für alle Stormarner Kommunen hatte Axel Richter in Rekordzeit aus Estrichbeton gegossen. „55 Tage lang, jeden Tag einen“, erläuterte er. Jeder Stein wiegt 17 Kilo. Das Motiv des Stormarnschwanes hatte der Künstler bereits in seiner Werkstatt – von einem Wappen aus einem alten Haus. Seine Recherche hatte ergeben, dass es aus dem Jahr 1937 stammt.

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