Notwendig oder gar überflüssig?

Stormarner Tageblatt  05.09.2019

Kritik am verkaufsoffenen Sonntag

Patrick Niemeier Bad Oldesloe Es ist eine unendliche und dauerhaft imageschädigende Geschichte. Wieder steht ein verkaufsoffener Sonntag in Bad Oldesloe vor der Tür und wieder gibt es Unstimmigkeiten und Fragezeichen.

Grund dafür ist, dass es seit dem Ende der Gemeinschaft Oldesloer Kaufleute keine stabile Vereinigung mehr gegeben hat, die sich ausschließlich für die Belange der Innenstadthändler einsetzt und die Verantwortung für Aktionen wie den verkaufsoffenen Sonntag übernimmt. Während in Ahrensburg und Bargteheide seit vielen Jahren die Kaufleute-Vereinigungen „Ahrensburger Stadtforum“ und der „Ring Bargteheider Kaufleute“ erfolgreiche, beliebte und etablierte verkaufsoffene Sonntage auf die Beine stellen, bricht in der Kreisstadt vor fast jeder Ausgabe die Diskussion darüber aus, wer die Verantwortung übernimmt und ob es in Zukunft überhaupt noch verkaufsoffene Sonntage geben soll.

Fest steht seit langer Zeit, dass die Stadt Bad Oldesloe zu ihrer Aussage steht, dass sie nicht die Organisation und Durchführung der verkaufsoffenen Sonntage übernehmen wird. Diese Aufgabe sehe man eindeutig bei den Kaufleuten – das stellte Bürgermeister Jörg Lembke immer wieder klar. Teile der Kaufmannschaft zeigen umgekehrt mit dem Finger auf die Stadt und sagen, dass die Stadt etwas tun müsse.

Fakt ist: Für dieses Jahr waren vier Sonntage angemeldet. 4000 Euro aus dem Stadtsäckel stehen pro Sonntag als Zuschuss zur Verfügung. Ehrenamtlich erklärte sich Hans-Jörg Steglich bereit, die Koordination zu übernehmen und Ansprechpartner zu sein. Doch nun schließt zum 30. September die „Löwenapotheke“ seiner Frau, während er mehr politische Verantwortung übernommen hat. Steglich zog sich daher nach den ersten beiden Ausgaben in diesem Jahr zurück. „Wenn sich kein neuer Koordinator findet, wird es die verkaufsoffenen Sonntage nicht mehr geben“, stellte Bürgermeister Jörg Lembke kürzlich klar.

Am 22. September soll nun aber ein verkaufsoffener Sonntag stattfinden. Mehrere Kaufleute zeigen sich darüber verwundert, weil sie keinen festen Ansprechpartner kennen. Das Veranstaltungsmanagement der Stadt ist den Kaufleuten schon als temporäre Lösung so weit entgegengekommen, dass es zwei Mal im Jahr ermöglicht wird, am Rande von städtischen Veranstaltungen zu öffnen. Am 22. September ist es das „Bier- und Genussfestival“ auf dem Marktplatz. Das Gerücht aber, dass die Stadt Veranstalter des verkaufsoffenen Sonntags sein wird, stimmt nicht. Dieser muss von einem Vertreter der Kaufleute angemeldet und koordiniert werden. Diese Person ist dann für die überregionale Werbung zuständig und es müsste – abgesehen vom Marktplatz mit der städtischen Veranstaltung – weitere Aktionen in übrigen Straßen geben. Die Genehmigung ist an strenge Auflagen und Gesetzesvorgaben gebunden.

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