Hohe Mehrkosten für Mensa

Lübecker Nachrichten   07.09.2019

Der schnelle Catererwechsel für drei Oldesloer Schulen zieht immense Mehrkosten nach sich. Rund 90 000 Euro mussten in den Kauf von Küchengeräten und Umbauten gesteckt werden.

Mehrheitlich bewilligten die Oldesloer Stadtverordneten die Mehrausgaben. foto: FOFANA

Bad Oldesloe. Der schnelle Catererwechsel für drei Oldesloer Schulen zieht immense Mehrkosten nach sich. Rund 90 000 Euro mussten in den Kauf von Küchengeräten und Umbauten gesteckt werden.

„Die Küchengeräte wurden sehr teuer eingekauft“, kritisierte Tom Winter (Freie Wähler & Familie). Die auf die Schnelle angeschafften Utensilien für den nahtlosen Catererwechsel nach den Sommerferien in der Mensa der Oldesloer Stadtschule seien um 9000 Euro teurer, als wenn die Stadt sie selbst beschafft hätte, rechnete er vor. Mit Installationsarbeiten zusammen wurden in den Wechsel rund 90 000 Euro investiert. Die Stadtverordnetenversammlung stellte dafür mehrheitlich außerplanmäßige Ausgaben bereit.

Winter bemängelte, dass zuvor nie erwähnt worden sei, dass der gekündigte Mensa-Betreiber seine Kochgeräte mitnehmen würde und diese nun von der Stadt neu angeschafft werden mussten. Die Kosten dafür belaufen sich auf rund 44 000 Euro. Kombidämpfer und Kühlschrank wurden davon gekauft. Zudem benötigte die neue Firma Rebional vier elektronisch betriebene Thermospots zum Transport des heißen Mittagessens von der Stadtschule in die Grundschule West und die Klaus-Groth-Schule. Damit alle Geräte rechtzeitig zum Schuljahresbeginn da sind, war vereinbart worden, dass der Caterer sie beschafft.

Im Mittelpunkt steht bei dem neuen Anbieter eine Kippbratpfanne. Mit ihr soll das Essen künftig frischer zubereitet werden. Dafür hatte der Förderverein der Stadtschule auch bereits einen Zuschuss in Höhe von 3000 Euro in Aussicht gestellt. Diese Pfanne erschien Winter als eine gute Investition. Doch ausgerechnet sie soll jetzt von der Firma selbst angeschafft worden sein, sodass sie bei einem eventuellen nächsten Wechsel erneut fehlen würde.

Die Kippbratpfanne ist auch ein Grund dafür, dass das Belüftungssystem und die Regeltechnik in der Mensaküche der Stadtschule angepasst werden müsse. Notwendig waren eine Verstärkung der Stromversorgung, die Installation einer größeren Belüftungshaube über dem Kochbereich sowie eine Anpassung der Zu- und Abluft und eine Automation (Energieoptimierung). Die Deckung erfolgt aus den für den Waldorfkindergarten bereitgestellten Mitteln, da sich der Bau wegen der Grundstückssuche um mehrere Jahre verschiebt.

Im Gespräch mit den LN betonte nach der Sitzung auch Andreas Lehmann (CDU), dass die Mehrkosten vermeidbar gewesen wären, wenn die Verwaltung nicht kurzfristig die Kündigung hätte aussprechen müssen. Die Politiker seien nicht darüber informiert worden, dass Baumaßnahmen nötig sein würden und die Küchengeräte neu angeschafft werden müssten.

Teurer als gedacht wird auch die routinemäßige Inspektion der Feuerwehr-Drehleiter nach zehn Jahren. Die Inspektion selber soll statt veranschlagter 78 000 Euro nach aktueller Kostenschätzung 92 000 Euro kosten. Nicht eingeplant waren bisher die Kosten für ein Ersatz-Hubrettungsgerät. Für das Leihgerät sollen in zwei Monaten 28 000 Euro Miete anfallen. Die Mehrausgaben wurden einstimmig bewilligt. sus

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