Verkaufsoffener Sonntag kann nun stattfinden

Stormarner Tageblatt  13.09.2019

Stadt ist nun doch Veranstalter / Kritik an der Musikerauswahl beim begleitenden Bier- und Genussfest

Idealfall: Veranstaltungen, die den verkaufsoffenen Sonntag in der gesamten Innenstadt beleben wie  „Pflasterart“.Nie
Idealfall: Veranstaltungen, die den verkaufsoffenen Sonntag in der gesamten Innenstadt beleben wie „Pflasterart“.Nie

Patrick Niemeier Bad Oldesloe Die Unsicherheit hat ein Ende: Der verkaufsoffene Sonntag am 22. September in Bad Oldesloe kann stattfinden. Die gute Nachricht für die Kaufleute ist, dass sie auch vor ihren Geschäften im Rahmen einer generellen Sondernutzungsgenehmigung ihre Waren anbieten oder Aktionen planen können.

Recherchen der Redaktion des Stormarner Tageblatts hatten ergeben, dass das eigentliche Konstrukt bisher juristisch nicht möglich gewesen wäre. Die Idee, dass nur auf dem Marktplatz eine städtische Veranstaltung, das Bier- und Genussfest, stattfindet und durch die bereits erfolgte Gestattung auch die Geschäfte am Sonntag die Türen öffnen dürfen, hätte nur die Öffnung an sich erlaubt. Denn bisher war keine Sondernutzungsgenehmigung für Aktionen im Rest der Fußgängerzone beantragt und damit eben auch nicht bewilligt worden.

In der Konsequenz, so hieß es zunächst aus der Verwaltung, hätte das bedeutet, dass jedes Geschäft, das vor seinem Laden eine Aktion plane, diese hätte beantragen müssen. Die Einhaltung hätte vom Ordnungsamt akribisch kontrolliert und im Endeffekt auch bei Verstößen sanktioniert werden müssen. Das hätte das Verhältnis zwischen Kaufleuten und Verwaltung zusätzlich verschärft. Zunächst hatte offenbar ein kommunikatives Missverständnis darüber bestanden, dass die Kaufleute keine Genehmigungen mehr bräuchten.

Nach den Nachfragen der Tageblattredaktion wurde die Stadtverwaltung daher tätig und springt nun doch in die Veranstalterrolle für den gesamten verkaufsoffenen Sonntag. Eigentlich hatte man das zunächst noch ausgeschlossen. Deshalb war unter anderem ein von der Musikschule auf der Hude angedachtes Musikfest für den 22. September abgesagt worden, nachdem man sich auch mit den Organisatoren des Bier- und Genussfestes auf dem Marktplatz nicht einig werden konnte. Damals hieß es, dass die Stadt nicht als Veranstalter für den gesamten verkaufsoffenen Sonntag auftreten würde, wenn kein offizieller Antragsteller und Koordinator von Seiten der Kaufleute benannt wurde. Gefunden hat sich mit Ernst August Rohde vom Kaufhaus Rohde bisher nur ein Ansprechpartner, aber kein Veranstalter.

Damit aber trotzdem der nun schon auf Plakaten beworbene und angekündigte verkaufsoffene Sonntag durchgeführt werden kann, wurde eine Regelung innerhalb der Verwaltung gefunden. „Der rechtliche Rahmen für den verkaufsoffenen Sonntag ist durch die städtische Veranstaltung auf dem Marktplatz gegeben“, so Stadtsprecherin Agnes Heesch. „Für die Kaufmannschaft wurde intern die Erweiterung der bestehenden Sondernutzungen auf den 22. September beantragt und genehmigt“, so Heesch. Das sehe Bürgermeister Jörg Lembke auch nicht als Widerspruch. Für zwei Veranstaltungen im Jahr sei das immer als Möglichkeit gesehen worden. Für den vierten Einkaufssonntag im November werde das aber garantiert nicht der Fall sein.

Einer der großen Kritikpunkte der Kaufleute an vergangenen verkaufsoffenen Sonntagen war, dass nicht im gesamten Stadtgebiet etwas stattfand. Das hat sich noch verstärkt: Dieses Mal konzentriert sich der Eventbereich bisher nur auf den Marktplatz. Sollte aber noch Interesse an Aktionen, am Aufstellen von Buden oder Ähnlichem bestehen, könne man sich bei der Stadt (04531 5040) melden, so Heesch.

Enttäuscht reagiert derweil die lokale Musikszene auf die Musikerauswahl für das Bier- und Genussfest. Tatsächlich sei es keinesfalls so, dass ein spezielles Programm für Bad Oldesloe abgestimmt worden sei. Stattdessen sei es ein fast identisches Bühnenprogramm wie beim Norderstedter Ableger des Events. Bei ihnen habe sich keiner gemeldet, so bekannte Oldesloer wie Musiker Gabi Liedtke, Manfred Brembach bis hin zu Bands wie dem beliebten Akustiktrio „irgendwiehörbar“, den Bluesrockern „Dog Hill Session“, den Folkies von den „Nuthouse Flowers“ oder auch der Kneipenpartyband „Kornfield“.

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