Betrachtungen zum Wochenausklang: Von Bier, Bowle und Bildung

Stormarner Tageblatt  14.09.2019

Stormarner Wochenschau

Von Bier, Bowle und Bildung

Megi Balzer
Megi Balzer

Patrick Niemeier und Stephan Poost

Verbesserungswürdig Das Gegenteil von gut ist gut gemeint. Das trifft zu einem kleinen Teil auf das 1. Bier- und Genussfest in der Kreisstadt zu. Anstatt die Chance zu nutzen und Brauer und Musiker aus Stormarn zu gewinnen, kommt der Veranstalter mit einer Crew, die dieses Format schon erfolgreich in Norderstedt durchgeführt hat. Ohne das Fest jetzt schlecht zu reden – alle Gastronomen verdienen eine Chance, genau wie die Musiker, die ja nichts dafür können, gebucht worden zu sein – aber dem Fest hätte mehr Lokalkolorit sehr gut getan. So bleiben die Stormarner Musiker, Brauer und Gastronomen nur Zaungäste, müssen draußen bleiben und auf das 2. Bier- und Genussfest mit einem anderen Veranstalter oder Konzept hoffen.

Von gestern Bleiben wir doch beim Thema. Es wird auf dem besagten Fest auch einen Stand mit Bowle und Aperol geben. „Damit wir auch Angebote für Frauen haben“, heißt es vom Veranstalter, vertreten durch eine Dame. Diese Begründung ist tatsächlich sowas von gestern, gibt es doch viele Frauen, die ein frisch gezapftes Bier zu schätzen wissen und auch „echte Kerle“, die mal Bowle trinken.

Über Gestern Über Parties und Konzerte vergangener Zeiten möchte eine Gruppe lokaler Musikfans im besten Alter am 2. Oktober im „Old Esloe“ diskutieren. Da wird dann dem „Central Cafe“ gedacht, in dem Ende der 1960er Beatbands auftraten. Rund um die Diskussion über das Event kam auch wieder ein Lamentieren auf den Tisch, das lautete: guck mal, früher war viel los, heute ja fast gar nichts mehr. Spannend ist dabei, dass Zeitzeugen von damals berichten, dass die Wahrnehmung einiger Nörgler schon damals so war und dass sie sich 1969 so irrten wie 2019. Stormarn und seine Kreisstadt haben ein umfangreiches Kultur-, Kunst- und Konzertprogramm. Man muss es nur kennen und nutzen. Wenn einem etwas fehlt, gibt es sehr viele Möglichkeiten es selbst auf die Beine zu stellen. Das galt 1969 und das gilt 2019.

Bildungsort Was darf Bildung kosten? Was darf Kultur kosten? Wie misst man den Erfolg einer Bildungseinrichtung? Wie jedes Jahr ist eine Diskussion über die Gebühren für Nutzer der Oldesloer Stadtbibliothek aufgekommen. Was passiert, wenn man bei Bildungs- und Kulturangeboten spart, zeigt sich in manchen Wahlergebnissen. Wer verantwortungsvoll für die Zukunft handelt, als Lokalpolitik ermöglicht allen Bürgern Zugang zu Bildung und Kultur. Das ist wichtig für das Miteinander, für gelungen Integration und zeigt langfristige Erfolge.

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