Wird das Travebad zu einem Fass ohne Boden?

Lübecker Nachrichten   14.09.2019

Schlechte Nachrichten aus dem Travebad: Die Sanierungskosten steigen erneut, da nun auch das Planschbecken undicht ist – Mehrkosten: 130 000 Euro

Das Oldesloer Travebad: Die Sanierung wird jetzt noch teurer. Foto: Dorothea von Dahlen

Bad Oldesloe. Neue Hiobsbotschaft im Umwelt-, Energie und Verkehrsausschuss: Wie Werkleiter Jürgen Fahl von den Stadtwerken Bad Oldesloe mitteilte, wird die Sanierung des Travebades um weitere 130 000 Euro teurer als in der Ausschuss-Vorlage vorgesehen. Zu dem notwendigen Austausch der nur wenige Jahre alten Pilotprojekt-Filteranlage seien Undichtigkeiten im Planschbecken dazu gekommen, führte Fahl zum Investitionsplan der Stadtwerke Bad Oldesloe für 2020 aus. Insgesamt werden nach aktuellem Stand dieses und nächstes Jahr rund 825 000 Euro in die neuerliche Sanierung der Oldesloer Schwimmhalle gesteckt.

Fahl erläuterte, dass sich in dem Planschbecken so starke Undichtigkeiten ergeben hätten, dass es mittlerweile sogar zu Wassereintritt im Kellergeschoss komme. Der Aufbau und die Abdichtung des Planschbeckens müssten erneuert werden. Hinzu kommt im Zusammenhang mit der Filteranlage eine Spülwasserrückgewinnungsanlage. Fahl konnte den Politikern auf Nachfrage allerdings nicht versprechen, dass dies das Ende der Fahnenstange sein werde.

Was die Ausschussmitglieder besonders ärgerte: Die Schäden an der Wasseraufbereitung sind nur fünf Jahre nach der letzten, etliche Millionen teuren Sanierung der Oldesloer Schwimmhalle aufgetreten. „Ich kann es nicht mehr nachvollziehen“, platzte es aus Andreas Lehmann (CDU) heraus. Von 2011 bis 2014 waren unter anderem auch die technischen Anlagen der Badewasseraufbereitung erneuert worden. Bei Wartungsarbeiten an den Anlagen wurden dann erneut Undichtigkeiten an den Membrankassetten festgestellt.

Im Juni war im Hauptausschuss noch von 170 000 Euro für die Sanierung der Filter von Kreislauf 2 in den Herbstferien 2019 plus 330 000 Euro für die Filtersanierung des Kreislaufes 1 im Sommer 2020 die Rede. Drei Monate später sind die geschätzten Filteraustausch-Kosten einschließlich Spülwasseraufbereitungsanlage für 2020 im Investitionsplan bereits von 330 000 auf 530 000 Euro angestiegen. Mit der Abdichtung des Planschbeckens für 100 000 Euro und 25 000 Euro Betriebs- und Geschäftsausstattung für das Travebad beträgt die Investitionssumme für 2020 sogar 655 000 Euro.

In dieser Summe sind die von Fahl angekündigten weiteren 130 000 Euro allerdings bereits enthalten. Zählt man die 170 000 Euro aus diesem Jahr hinzu, kommt man auf neue Sanierungskosten fürs Travebad in Höhe von mehr als 800 000 Euro. Ein Anstieg von rund 300 000 Euro in nur drei Monaten.

Insgesamt investieren die Oldesloer Stadtwerke im Bäderbereich rund zwei Millionen Euro. So sollen 1,5 Millionen Euro für einen Neubau anstelle des ehemaligen medizinischen Bades neben der Schwimmhalle eingeplant werden – allerdings erst genutzt werden, wenn ein Betreiber dafür gefunden ist. Die Kosten für die Sanierung des verfallenen städtischen Gebäudes aus dem Jahr 1975 wären in etwa so teuer wie ein Neubau, erläuterte Fahl. Laut B-Plan muss die Nutzung im Zusammenhang mit der Schwimmhalle stehen. Die künftigen Betreiber müssen aus dem Gesundheits-Bereich kommen.

Genau aufgedröselt werden die Themen nächste Woche im zuständigen Hauptausschuss am Mittwoch, 25. September, 19 Uhr, im Stadthaus. Der Umwelt-, Energie- und Verkehrsausschuss segnete die geplanten Stadtwerke-Investitionen ab. Aus seinem Bereich zählen dazu drei Wohnmobil-Stellplätze auf dem Parkplatz am Freibad Poggensee mit Strom- und Wasserversorgung für 30 000 Euro und die seit Längerem geplante kleine Wasserkraftanlage am Mühlenplatz für 150 000 Euro. „Jede Kilowattstunde mit erneuerbarer Energie zählt“, unterstrich Fahl. Zudem soll sich die Anlage rechnen.

Ausschussmitglied Swenja Wildhagen (Freie Wähler & Familie) hatte als Nutzerin ein Problem mit den Temperaturen im Bad: „Das Wasser ist tierisch kalt. Viele gehen deshalb nicht hin, was schade ist.“ Sie bemängelte, dass es nirgendwo in der Schwimmhalle eine Anzeige für die Wassertemperatur gebe. Sie wollte schon ein Thermometer von zu Hause mitbringen. Nach Wissen von Fahl betragen die Wassertemperaturen in Bad Oldesloe 28 Grad, in Lübeck nur 24 Grad. Der Werkleiter: „Lübecker kommen nach Bad Oldesloe, weil es hier wärmer ist.“ Die 28 Grad seien ein Kompromiss, da die Schwimmsportler sich stets über zu hohe Temperaturen beschwerten.

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