Zu schwer: Stadt lässt Münzen von Fremdfirma einsammeln

Lübecker Nachrichten   18.09.2019

Wegen des Gewichts des Geldes und weil es Mitarbeiter bindet, soll ab 2020 ein externes Unternehmen die Parkautomaten leeren – Kosten: 15 000 Euro

Schweres Geschäft: Die Münzen aus Bad Oldesloes Parkautomaten sollen ab dem kommenden Jahr von einer Fremdfirma eingesammelt werden. Foto: imago

Bad Oldesloe. Geld stinkt nicht, aber es wiegt: Die Mitarbeiter des städtischen Ordnungsamtes in Bad Oldesloe haben schwer zu tragen, wenn sie die Parkuhren im Stadtgebiet leeren. Rund 730 000 Euro im Jahr nimmt die Kreisstadt an Parkgebühren ein. Im Wirtschafts- und Planungsausschuss Bad Oldesloes wurde jetzt einem Vorschlag der Verwaltung zugestimmt, die Leerung ab 2020 durch eine externe Firma vornehmen zu lassen.

„Unsere Mitarbeiter müssen teils zentnerschwere Säcke tragen“, erläuterte Bürgermeister Jörg Lembke. „Münzgeld wiegt viel.“ Rechnet man einmal nach, kommt in der Tat ein stattliches Gewicht auf die Waage. 7,8 Gramm wiegt ein 50-Cent-Stück, 7,5 Gramm eine Euro-Münze, 8,5 Gramm ein Zwei Euro-Stück. Pro Woche kommen da nach Adam Riese an fünf Werktagen rund 30 Kilogramm Münzgeld zusammen. Das entspricht drei Kisten Wasser oder 30 Litern Milch. Trotz Rollwagen, die den Mitarbeitern zur Verfügung stehen, seien das große Gewichte, betont Lembke. Teils müssten die Parkuhren täglich geleert werden.

Dazu kommt der personelle Aufwand, denn aus Sicherheitsgründen seien immer zwei Leute für das Leeren der Parkuhren nötig. Die beiden Kräfte fehlten dadurch bei der Überwachung des ruhenden Verkehrs. Jens Wieck (CDU) erklärte, dass es sinnvoller sei, wenn die Arbeitskräfte zur Überwachung des ruhenden Verkehrs eingesetzt würden. Es gebe viele Stellen in Bad Oldesloe, wo die Parkregeln verletzt würden. Auch Wilfried Janson (Die Grünen) sprach sich dafür aus, lieber die Parksünder in den Blick zu nehmen. „Das ist wirtschaftlicher.“

Den Einwand, dass sich überall bargeldloses Bezahlen, auch beim Parken, durchsetze, entkräftete Jörg Lembke. „Wir stellen auf Handyparken um und haben auch die 32 neuen Parkscheinautomaten, die im November aufgestellt werden, mit der Funktion bestellt, aber die Praxis zeigt, dass die Bürger beim Parken beim Münzgeld bleiben.“ Andreas Hoffmann (CDU) regte daraufhin an, mehr Werbung für das Handyparken zu machen. Gleichwohl stimmten die Ausschussmitglieder dafür, das Leeren der Parkuhren ab 2020 für 15 000 Euro an eine Fremdfirma zu vergeben und die frei gewordenen Arbeitskräfte stattdessen für die Überwachung des Parkens einzusetzen.

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