Eigenes Theater für die Oldesloer Bühne

Lübecker Nachrichten   02.10.2019

In der Theaterwerkstatt des Oldesloer Vereins wird eine Bühne für fast 23 000 Euro aufgebaut

Heike Gräpel, Vorsitzende der Oldesloer Bühne, steht vor dem Aufbau der neuen Bühne in der Theaterwerkstatt an der Stelle, wo sich später der Vorhang öffnen wird. Fotos: SUSANNA FOFANA

Bad Oldesloe. In der Theaterwerkstatt der Oldesloer Bühne hinter dem Kultur- und Bildungszentrum entsteht gerade ein kleines eigenes Theater. In Einzelteilen zerlegt wurde die Bühne angeliefert und seit Anfang der Woche aufgebaut. „Es ist eine große Bühne. So wie in den Sporthallen und im KuB-Saal“, sagt Heike Gräpel, Vorsitzende der Oldesloer Bühne. „Sie wird in der Breite gerade hineinpassen.“ Das Bühnenkabinett hat beim diesjährigen Weihnachtsmärchen Premiere.

Rund acht mal fünf Meter misst die Bühne. Dafür werden 20 Podeste zusammengebaut, die jeweils zwei mal einen Meter groß sind. „Vier Podeste passen nebeneinander“, so die Vorsitzende.

„Sie bleibt immer stehen“, erläutert Gräpel. Hauptsächlich sei die Bühne für die Aufführungen der Weihnachtsmärchen und die Proben der Kinder und Jugendlichen gedacht. Die Vorsitzende weiß, dass es für Kinder viel einfacher ist, auf einer Bühne, statt im offenen Saal zu proben. „Umbau und Aufbau fallen auch weg.“ Kinder- und Jugendwartin Nadine Hamm ist für die insgesamt 60 Kinder in drei Kinder- und Jugendgruppen die Ansprechpartnerin.

Das gute Stück kostet insgesamt fast 23 000 Euro. Zum Glück sind bereits einige Spenden dafür eingegangen sowie Förderanträge gestellt worden. „Beim Kurparkfest haben wir ein Spendenschwein aufgestellt. Da kam einiges zusammen“, berichtet Gräpel. Der mehr als 50 Jahre alte Oldesloer Traditionsverein mit derzeit 163 Mitgliedern zwischen sieben und 89 Jahren würde sich über weitere Spenden zugunsten der neuen Bühne oder der später geplanten eigenen Bestuhlung freuen.

Die Vereinsmitglieder und KuB-Nutzer wollen sich das neue Bühnenkabinett noch in dieser Woche bei einem gemeinsamen Frühstück anschauen. „Gut 100 Zuschauer kriegen wir da rein“, sagt Gräpel zu den späteren Theateraufführungen. Zunächst kann sich der Verein Stühle aus der Stormarnhalle ausleihen, um auszuprobieren, ob wirklich 117 Stühle hineinpassen, ohne Fluchtwege zu verstellen. Dann weiß der Verein auch, wie viele Eintrittskarten er verkaufen kann.

Gräpel: „Für das Weihnachtsmärchen dürfen wir uns Stühle aus der Stormarnhalle ausleihen.“ Überhaupt laufe die Zusammenarbeit im Moment sehr gut. Auf lange Sicht sollten eigene Stühle angeschafft werden. Mit Prüfsiegel und Verbindung kosten die auch pro Stück von 30 Euro an aufwärts. Die Bühnen-Vorsitzende: „Das wäre dann die nächste Anschaffung.“ Alle Vereinsmitglieder arbeiten ehrenamtlich. Durch die Mitgliedsbeiträge kommt nicht viel in die Vereinskasse.

„Seit Ende der Sommerferien wird das Weihnachtsmärchen geprobt“, so Heike Gräpel. „Frau Holle“ kommt bereits zum vierten Mal auf die Oldesloer Bühne. Das erste Mal 1979 stand Herma Ackermann als Frau Holle im Mittelpunkt. 1991 spielte Gräpel selbst einen Schornsteinfeger.

Tochter Jennifer hatte dann 2004 als kleiner bunter Schmetterling in „Frau Holle“ ihre erste Rolle. Ansonsten stand Gräpel selbst nur als Mutter von Hänsel und Gretel in einem Weihnachtsmärchen auf der Bühne. „Ich habe ganz viel Regie gemacht für das Weihnachtsmärchen – damals mit Wiebke Prelle.“

Die Entwicklung zum eigenen kleinen Theater sei toll und ein unheimlicher Fortschritt. „Es ist schön, es ist warm, wir fühlen uns wohl hier“, erinnert sich an die vielen Provisorien in ungeheizten Proberäumen. Früher gab es fünf Vorstellungen in der Festhalle und 14, 15 Tournee-Aufführungen in Ratekau, Bad Segeberg, Groß Grönau und vielen anderen Orten. Frühmorgens mussten sie da los, um die Bühne aufzubauen. Gräpel: „Es ist gar kein Vergleich mit dem, was wir jetzt haben.“

Seitdem es das KuB gibt, geht die Oldesloer Bühne nicht mehr auf Tournee. Durch die Kosten, für den Lkw beispielsweise, konnte damit eh’ kein Plus erwirtschaftet werden. „Es ist schon sehr viel einfacher geworden.“ Es gibt jetzt die kurzen Wege von der Theaterwerkstatt zum Multifunktionssaal im KuB. Und künftig im eigenen Theater kann zudem noch alles ohne Auf- und Abbau der Kulissen auf der Bühne stehen bleiben.

Das Weihnachtsmärchen soll in diesem Jahr in der nun kleineren aber dafür eigenen Spielstätte zehn Mal aufgeführt werden. Hinzu kommen vier Schulvorstellungen, die bereits ausverkauft sind. Der Vorverkauf in der Stadtinfo im KuB ist auch bereits angelaufen. Jetzt will der Verein erst einmal schauen, wie es im eigenen Theater so läuft. Aber es steht bereits fest, dass das plattdeutsche und hochdeutsche Stück der Erwachsenen auf jeden Fall weiter im KuB-Saal aufgeführt werden.

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