Neues Wohnviertel in Oldesloes Altstadt

Lübecker Nachrichten   02.11.2019

Bebauungsplan für das Gelände mit Gebäuden im Stil lübscher Häuser wird im Wirtschafts- und Planungsausschusses vorgestellt – Beteiligung von Politik und Öffentlichkeit

Nach dem Siegerentwurf des städtebaulichen Wettbewerbs bleiben der Ursprungsbau des hellen Gebäudes, das zuletzt von der VHS genutzt wurde, und der bestandsgeschützte Backsteinbau bei einer Bebauung stehen.Fotos: SUSANNA FOFANA

Bad Oldesloe. An der Königstraße und am Kirchberg fragen sich Passanten, wann es denn nun endlich losgeht mit dem Bau neuer Wohnungen in einer der schönsten Ecken der Oldesloer Altstadt. Bis die neuen Wettbewerbsideen rund um das alte VHS-Gebäude, von Einheimischen noch „Kerns Kinderknast“ genannt, konkret umgesetzt werden, dauert es jedoch noch eine Weile. Wie Dr. Kurt Soeffing als kommissarischer Bauamtsleiter auf LN-Nachfrage sagte, sei der Bebauungsplan für das neue Wohnviertel auf Grundlage des Wettbewerbsentwurfs entwickelt worden und fast fertiggestellt. Soeffing: „Der Bebauungsplan Nr. 118 wird auf einer der nächsten Sitzungen des Wirtschafts- und Planungsausschusses vorgestellt.“ Vermutlich Anfang 2020.

Immer wieder war das ehemalige VHS-Gebäude in die Schlagzeilen geraten. Mal wollte die Scientology-Sekte es kaufen, mal sollte es abgerissen, dann wieder saniert werden. Auch um die Durchführung des städtebaulichen Wettbewerbs Königstraße 33 hatte es ein Hin und Her gegeben. Der bereits beschlossene Wettbewerb war gestoppt und dann schließlich doch veranstaltet worden. Über die drei eingereichten Entwürfe befand eine Fachjury.

Der 2018 preisgekrönte Entwurf der Lübecker Architekten und Stadtplaner Sigrid Meyer und Rainer Steffen mit den Landschaftsplanern Ulrich Brien, Ernst Wessels und Andreas Werning bildet die Grundlage für den Bebauungsplan Nr. 118, der nun in Kürze als Entwurf präsentiert werden soll. Er ermöglicht lauf Baugesetzbuch eine frühzeitige Beteiligung von Politik und Öffentlichkeit. „Eine erste Stimmungs- und Meinungsumfrage“, erläuterte Soeffing. Im Anschluss wird der B-Plan dann für vier Wochen veröffentlicht. In der Zeit werden Anregungen entgegengenommen. Der amtierende Bauamtsleiter: „Dann wird der B-Plan verfeinert und vervollständigt.“ Ist auch diese Planung abgeschlossen, wird sie erneut veröffentlicht. Dann können Behörden und Anlieger Stellung nehmen.

Nach der preisgekrönten Wettbewerbsidee bleiben der einstige VHS-Altbau und der rote erhaltenswerte Backsteinbau der Lebenshilfe an der Königstraße stehen. Während der Backsteinbau laut Wettbewerbsentwurf noch einen Anbau bekommt, wird der hintere Anbau an die alte VHS aus den 60er Jahren abgerissen. Er macht Platz für die neuen Häuser mit rund 40 Wohneinheiten. Sie werden später im Stil lübscher Häuser mit spitzen Giebeln und aus Backstein erstellt, erläuterte Soeffing. Und sie stehen zum großen Teil am Hang des Trave-Stadtarms. Ein Hofgarten verbindet die alten und neuen Gebäude des neuen Oldesloer Wohnquartiers später mitein­ander.

Bis der Bebauungsplan für das Gebiet mitsamt der Beteiligungsverfahren und Auslegungen rechtskräftig ist, wird wohl noch ein weiteres Jahr ins Land gehen. Dann wird das Gelände „wahrscheinlich an einen Investor verkauft“, erklärt Soeffing. Der müsse sich dann vertraglich dazu verpflichten, die im B-Plan verankerten Wettbewerbsideen umzusetzen. Der Wettbewerbs- und B-Planbereich beinhaltet auch die Brandruine der Moog-Villa.

Die Brandruine der alten Moog-Villa: Sie könnte abgerissen, das Grundstück aber noch nicht bebaut werden.

Die hätte zwar schon von den Käufern der Ruine und des einstigen St.-Jürgen-Hospital-Komplexes abgerissen werden können. Doch auch dort ist der Baubeginn von dem baureifen B-Plan Nummer 118 abhängig. Da in dem Villen-Bereich einst eine Burg gestanden haben soll, könnten dort noch interessante Fundstücke – wie bereits rund um das benachbarte Pastorat – entdeckt werden.

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