Diese Jugendlichen vertreten Oldesloer Nachwuchs politisch

Lübecker Nachrichten   03.11.2019

Sieben Schüler wollen sich im Kinder- und Jugendbeirat engagieren – Sie können ohne Wahl von den Stadtverordneten bestellt werden

Fünf von sieben: Lennard Hamelberg, Frederike Wrohn, Dorentina Jaheri, Najat Tabakh und Michael Nienstedt (v. l.) stellten sich im Bildungsausschuss der Stadt vor. Am 5. Dezember will der neue Beirat erstmals zusammentreten.foto: Susanna Fofana

Bad Oldesloe. Frühzeitig die Strukturen politischer Prozesse kennenlernen und vieles dazulernen können die Mitglieder im Kinder- und Jugendbeirat. Zudem bilden sie die Interessenvertretung für den Oldesloer Nachwuchs in der Stadtpolitik. Eigentlich hätten rund 3000 Schülerinnen und Schüler ihre künftigen Vertreter wählen sollen. Doch da es überhaupt nur sieben Interessenten gab, fällt die Wahl aus. Alle können jetzt direkt in den Beirat bestellt werden.

Die sieben Mitglieder des neuen Oldesloer Kinder- und Jugendbeirates sind zwischen 15 und 17 Jahre alt. Sie wollen andere Jugendliche für Politik begeistern oder sich für Klima- und Umwelt-Politik einsetzen. Im Bildungs-, Sozial- und Kulturausschuss stellten sich fünf von ihnen jetzt mitsamt ihren Zielen vor. Ihr nächster Termin in den politischen Gremien der Stadt Bad Oldesloe ist dann der 18. November.

An dem Montag sollen die sieben Jugendlichen auf der Sitzung der Stadtverordnetenversammlung für zwei Jahre in den Oldesloer Beirat bestellt werden. Mindestens fünf und höchstens neun Oldesloer Jugendliche können den Kinder- und Jugendbeirat bilden. Da sich überhaupt nur sieben Jugendliche gemeldet haben, kann auf eine Wahl verzichtet werden. Dieser Wahl-Verzicht wurde vom Oldesloer Wahlausschuss bereits beschlossen. Und somit der Weg für eine Bestellung ohne Wahl freigemacht. Der Beirat wird bei allen Fragen, die Kinder und Jugendliche betreffen, beteiligt und hat in allen Ausschüssen Rede- und Antragsrecht. Unterstützt werden die Jugendlichen von Mitarbeitern der Stadtjugendpflege.

Drei der künftigen Beiratsmitglieder bringen bereits Erfahrungen in der politischen Arbeit mit. Sie haben schon einmal im Kinder- und Jugendbeirat der Kreisstadt mitgearbeitet. Darunter Lili-Marie Sander (15), Lennard Hamelberg (17) und Najat Tabakh (15). Neu dabei sind Dorentina Jaheri(15), Marie Otahal (15), Michael Nienstedt (15) und Frederike Wrohn (17). Für „Klima- und Umweltpolitik“ will sich die Ida-Ehre-Schülerin Frederike Wrohn einsetzen. Sie ist auch Leiterin der Oldesloer „Fridays for Future“-Gruppe.

Lennard Hamelberg besucht ebenfalls die Ida-Ehre-Schule. Vor einem Auslandsjahr gehörte er dem Kinder-und Jugendbeirat schon einmal an. Er möchte „Politik für Oldesloer Jugendliche interessant machen“ und sich für Themen einsetzen, die diese bewegt. Auch Lili-Marie Sander und Marie Otahal sind Schülerinnen der Ida-Ehre-Schule.

Michael Nienstedt, Schüler der Theodor-Storm-Schule, möchte ebenfalls das Interesse der Jugendlichen für Politik wecken und die Meinung der Kinder und Jugendlichen vertreten. Auch Dorentina Jaheri besucht die Theodor-Storm-Schule. Sie will „Jugendliche mehr beteiligen.“ Najat Tabakh von der Theodor-Mommsen-Schule möchte zunächst einmal dafür sorgen, dass der Beirat bei den Oldesloer Jugendlichen bekannter wird.

Der Kinder- und Jugendbeirat hat in seiner letzten Periode so einige Dinge bewegt in der Stadt. Zum Beispiel einen gut besuchten Infoabend mit Stadtpolitikern zur Kommunalwahl organisiert. Es gab eine Baumpflanzaktion und ein Fußballturnier. Zudem wurde der Abenteuerspielplatz Erle unterstützt. Eine Bildungsfahrt führte die jungen Oldesloer nach Berlin. „Das war superschön“, sagt Tabakh. Sie hätten viel dazugelernt. Nicht alle Pläne konnten realisiert werden, da Beiratsmitglieder auch mal durch Zeitmangel, Studium oder Auslandsaufenthalt ausfielen.

Bei einem gemeinsamen Workshop-Wochenende ab 29. November will der neue Beirat Strukturen und künftige Projekte besprechen. Najat Tabakh: „Dann starten wir durch.“

Für den 5. Dezember ist die konstituierende Sitzung des neuen Oldesloer Kinder- und Jugendbeirates vorgesehen.

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