Lkw-Verbote und Rasersorgen

Stormarner Tageblatt  08.11.2019

Oldesloer Bürger der Grabauer Straße können auf weniger Verkehr hoffen / Keine Lösung für Düpenau

Halten sich Fahrer an die 30 Zone?  Andere Lösungen gibt es für die Düpenau bisher nicht. Nie
Halten sich Fahrer an die 30 Zone? Andere Lösungen gibt es für die Düpenau bisher nicht. Nie
Anwohner überreichen die Petition an den Bürgermeister.

Anwohner überreichen die Petition an den Bürgermeister.

 

Patrick Neimeier Bad Oldesloe Zunehmender Straßenverkehr wird in der Kreisstadt immer mehr zum Problem – sei es bei der angespannten Parkplatzsituation, sei es Raserei in engen Straßen oder weil vor allem auch der Lkw-Verkehr zunimmt.

Der Umwelt-, Energie- und Verkehrsausschuss der Kreisstadt beschäftigte sich daher mit mehreren Themen, die diesen Problembereich betreffen. Anwohner der Grabauer Straße waren in das politische Gremium gekommen, um ihrem Unmut über den Lkw-Verkehr und zu hohe Geschwindigkeiten Luft zu machen. Sie überreichten eine Petition mit 100 Unterschriften an Bürgermeister Jörg Lembke mit der Aufforderung schnell zu handeln.

Dass es dann so schnell gehen würde, hatten sie allerdings nicht erwartet. Die CDU hatte das Thema bereits auf die Agenda genommen. Christdemokrat Jens Wieck stellte direkt mehrere Anträge. Der Wichtigste war, dass der Verkehr mit Fahrzeugen über 7,5 Tonnen in der Grabauer Straße eingeschränkt werden sollen. Dieser sei gefährlich für die zahlreichen Fußgänger und Radfahrer in diesem Bereich. Aus Wiecks Sicht soll dieser stadtauswärts komplett untersagt werden. Stadteinwärts sehe er das Problem, dass die Straße tatsächlich als Autobahnzubringer benötigt werde.

Die Grünen setzten sich allerdings damit durch, dass diese Einschränkung bei einer Überprüfung nicht vorweggenommen wird. „Wir wollen nicht gleich schon einen Kompromiss anbieten. Es wäre besser, wenn der Lkw-Verkehr komplett aus der Grabauer Straße verbannt wird“, so Wilfried Janson von den Grünen.

Die übrigen Fraktionen konnten bei diesem kleinen Änderungsvorschlag mitgehen. Die Verwaltung wird nun prüfen lassen, ob eine Verbannung des Lkw-Verkehrs aus der Grabauer Straße verkehrstechnisch umsetzbar ist.

Beim zweiten Antrag, 30er-Zonen-Symbole auf die Fahrbahn aufzubringen, musste der Bürgermeister einschreiten. Damit könne die Verwaltung nicht beauftragt werden, weil es mit der Verkehrsaufsicht abgestimmt werden müsse.

Ein weiterer Punkt war die Anbringung von Geschwindigkeitsmesstafeln in der Grabauer Straße, die die CDU ebenfalls auf Wunsch der Bürger beantragte. Allerdings scheint hier auch in anderen Stadtteilen dringender Handlungsbedarf. Die SPD hatte daher einen Antrag gestellt, weitere Messtafeln anschaffen zu lassen. Ein Vorschlag, den auch die übrigen Fraktionen gut finden. Allerdings wurde noch über die Anzahl diskutiert und ob stationäre oder mobile Anlagen beschafft werden sollen. „Subjektiv denken fast alle Anwohner, dass bei ihnen viel zu schnell gefahren wird. Das ist ein Ergebnis der Ortsbegehungen. Wenn wir die Bürger fragen, müssen wir 30 oder 40 Anlagen anschaffen“, gab Bürgermeister Jörg Lembke zu bedenken. Im Endeffekt einigte man sich auf die Anschaffung von drei mobilen Anlagen für 10.000 Euro im Jahr 2020.

Keine Lösung gibt es weiterhin für die „Düpenau“. Dort hat der Durchgangsverkehr und die Raserei nach Aussagen der Anwohner stetig zugenommen. Einbahnstraßen- und Sackgassenregelungen waren im Gespräch. Doch Lembke sah dafür keine Chance. Jetzt beantragte die CDU die Einrichtung einer Radstraße oder bauliche Maßnahmen wie Verengungen „Es ist eine Durchgangsstraße, deren Sinn es ist, dass sie Orte verbindet. Bauliche Maßnahmen würden den landwirtschaftlichen Verkehr behindern“, erteilte der Verwaltungschef eine Absage.

Dieser Beitrag wurde unter Presseartikel veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.