Volle Innenstadt beim Lichterfest

Lübecker Nachrichten   12.11.2019

Spannende Aktionen, tolles Herbstwetter und gut gelaunte Familien in Bad Oldesloe

Angelika Grützner löst ihre Teekannen-Sammlung zugunsten des Hospiz-Vereins auf.Fotos: SUSANNA FOFANA

 

Bad Oldesloe. In der Oldesloer Innenstadt standen am letzten verkaufsoffenen Sonntag dieses Jahres die Hilfsorganisationen im Fokus. Es gab viel zu sehen, zu lernen und auszuprobieren. Vor allem die Lösch-Vorführungen auf dem Marktplatz stießen auf großes Interesse. Dort konnten die Passanten nicht nur selbst ein Feuer löschen, sondern auch Zeuge einer Fettexplosion mit riesiger Stichflamme sein. „Die Stadt ist voll. Es ist ordentlich was los. 120 ehrenamtliche Helfer mit 13 Hunden sind dabei. Alle haben ihre Jugend mit. Wir präsentieren eine Menge“, war Gemeinde-Wehrführer Olaf Klaus zufrieden mit der Nachwuchswerbung.

Rund um das Thema Feuerwehr kennt sich Michel (fast 2) bestens aus. Zielsicher zeigt er bei der Frage nach der Drehleiter auf die „Königin“ in der Marktmitte. Sein Overall trägt vorne seinen Namen und hinten den Schriftzug „Freiwillige Feuerwehr“. Genäht hat ihn seine Mutter und Feuerwehrfrau Paula Checinski aus Bargteheide, die auch im Rettungsdienst tätig ist, höchst persönlich.

Antonia (3) sitzt mit ihrer Mutter Johanna Eggert stolz im Führerhaus der Oldesloer Drehleiter. Mit der Begeisterung ihrer fünfjährigen Tochter Lina für die Feuerwehr fing für Daniela Stenzel aus dem Oldesloer Ortsteil Poggensee eine Lösch-Erfahrung an, die sie als „ganz spannend“ empfand. Es sei „schon komisch“ gewesen, so dicht an ein Feuer heranzugehen.

Eine hohe Stichflamme entstand bei dieser Fettexplosion. Sie zeigte, was passiert, wenn man Wasser in einen brennenden Kochtopf kippt.

„Wer möchte noch mal?“, fragt Nordstormarns Amtswehrführer Bernd Link in die Runde. Blitzschnell löschen die Laien unter seiner fachmännischen Aufsicht das Feuer in der Ölwanne mit CO2 ab oder die brennende Puppe mit einer Baumwolldecke. Als Nächstes wird eine Fettexplosion demonstriert. Das, was passiert, wenn man einen brennenden Topf mit Wasser löschen will und mit dem falschen Verhalten einen Küchenbrand auslöst.

Außer der Freiwilligen Feuerwehr waren Technisches Hilfswerk (THW), Arbeiter-Samariter-Bund (ASB) und die Johanniter vertreten. Vorführungen, Spiele – das Angebot war groß. Food-Trucks sorgten in der Stadt zudem für Grillwurst oder Grünkohl. Dank der Hilfsorganisationen war selbst im Bereich Besttorstraße an diesem verkaufsoffenen Sonntag etwas los. Auch der Feuerwehr-Musikzug Rethwischfeld warb um musikalischen Nachwuchs.

Tjore (3) ließ sich mit Ernie und Bert fotografieren.

„Mit Kindern kann man so was eigentlich gut machen“, sagt Liena Ludwig aus Pölitz zum verkaufsoffenen Sonntag und hat Feuerwehr und THW auf dem Marktplatz im Blick. Sohn Tjore (3) lässt sich derweil mit den Sesamstraßen-Figuren Ernie und Bert vor Rohde ablichten. Im neuen Concept-Store „IZODA“ vis-à-vis wird bei einer Losaktion für das Oldesloer Tierheim gesammelt.

Historische Teekannen für das Hospiz Lebensweg Stormarn veräußert Angelika Grützner mithilfe von Hospiz-Helferin Silke Seyfferth vor der Weinwelt 27. Eine Auswahl ihrer mehr als 100 Kannen hat sie mitgebracht. Sie stammen aus der Zeit von 1920 bis in die 50er Jahre. Viele sind elfenbeinfarben und haben einen Goldrand und einen Schnabel oder Schwanenhals und stammen von der Firma Krautheim.

Den Abschluss des Oldesloer Lichterfestes bildet ein Laternenumzug durch die Stadt, angeführt von der Marching Band Stormarn Magic. Das Fazit von Geschäftsmann Jan Rohde, der sich dieses Mal mit einigen Mitstreitern bei der Organisation engagierte: „Es ist äußerst gut gelaufen, alle sind zufrieden. Die Stadt war voll, das Wetter klasse. Die Stadt hat ihre Lebendigkeit unter Beweis gestellt.“

Dieser Beitrag wurde unter Presseartikel veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.