Freude und Frust

Stormarner Tageblatt  18.11.2019

Bad Oldesloe in der Vorweihnachtszeit

Die fast zwölf Meter große Tanne wurde mit einem Kran am Sonntag auf dem Oldesloer Marktplatz aufgerichtet. Nie
Die fast zwölf Meter große Tanne wurde mit einem Kran am Sonntag auf dem Oldesloer Marktplatz aufgerichtet. Nie
Benjamin Rodloff   mit einer Mitarbeiterin in seiner Punschbude.Nie

Benjamin Rodloff mit einer Mitarbeiterin in seiner Punschbude.Nie

Patrick Niemeier Bad Oldesloe Jetzt wird’s weihnachtlich in der Kreisstadt: Der Christbaum auf dem Marktplatz steht. Am Sonntag rollte die etwa 12 Meter hohe Nordmanntanne vom Hof Reiners an. Mit Lichterketten und Kugeln wird der Weihnachtsbaum am kommenden Donnerstag geschmückt – voraussichtlich ab 13 Uhr. Die Lichter werden dann pünktlich zum Wecken des Weihnachtsmanns am 29. November um 16.30 Uhr eingeschaltet.

Die Vorweihnachtszeit beginnt in der Kreisstadt jedoch nicht nur mit Vorfreude: Das große Sorgenkind der Vorjahre – der Weihnachtsmarkt in der Innenstadt – sorgt wieder für Zünd- und Diskussionsstoff.

Eventprofi Benajmin Rodloff (BR-Management/LED Events) ist sauer. Jahrelang habe er sich für einen kleinen Weihnachtsmarkt in Bad Oldesloe stark gemacht, der aus fünf bis sechs Buden bestehen sollte. Er habe stets seine Bereitschaft dazu erklärt, wenn die Anzahl der Buden auf diese Menge reduziert werde. Zunächst wollte die Stadtverwaltung aber wieder einen Weihnachtsmarkt vom 28. November bis zum 24.12. mit neun Buden. „Wir hatten großes Interesse, für den Fall, dass die Budenanzahl reduziert wird. Das wusste man“, sagt Rodloff.

Nachdem sich in einer zweiten Ausschreibung kein geeigneter Ausrichter gefunden hatte, wurde die Zahl der Stände reduziert, und die Ausrichtung an „Die Eventgestalter“ aus Hamburg vergeben. Begründung: Das Unternehmen sei dichter an der Ausschreibung dran gewesen als die lokalen Interessenten. „Entweder man erfüllt eine Ausschreibung zu 100 Prozent oder nicht. Es klingt jetzt so, als sei unser Konzept schlechter gewesen. Es wird so dargestellt, als habe man überhaupt Konzepte vergleichen können. Das ist aber Unsinn. Denn man hat uns ja gar nicht gefragt, was wir anbieten wollen oder wie unsere Ideen für fünf Buden aussehen, obwohl unser Interesse klar hinterlegt war“, erläutert Rodloff. „Ich bin einfach nur schwer enttäuscht. Uns und unseren Oldesloer Partner hat man nicht einmal die Chance gegeben vorzustellen, was wir machen können. Da hat man bei der Stadt lieber einen externen Veranstalter vorgezogen und gibt dem auch noch 5000 Euro Fördergeld – ein Unding“, sagt er.

Auch seine mittlerweile traditionelle Punschbude, die er die vergangenen Jahre an verschiedenen Stellen in Mühlenstraße betrieben hatte, wurde nicht genehmigt. „Wir wollen einen geschlossenen Markt, keine vereinzelten Buden in der Innenstadt. Eine weitere Punschbude kannibalisiert nur den Markt vor dem Kub“, argumentiert Bürgermeister Jörg Lembke. „Ich habe nach diesem Verhalten nicht ansatzweise Lust, noch irgendwas für die Stadt Bad Oldesloe zu machen“, so Rodloff. nie

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