Betrachtungen zum Wochenausklang: Was an den Nerven zehrt…

Stormarner Tageblatt  30.11.2019

Stormarner Wochenschau

Was an den Nerven zehrt…

Die Zukunft in Reinfeld: Die Schranken sind mehr unten als oben. Megi Balzer
Die Zukunft in Reinfeld: Die Schranken sind mehr unten als oben. Megi Balzer

Dirk Gusick und Frauke Schlüter

Verärgert Die Ordnungsbeamten verteilen fleißig Knöllchen – das ist an sich schon mal ärgerlich. Doch in den meisten Fällen nimmt man es hin, denn man hat auch ja selbst Schuld, wenn man sein Auto im absoluten Halteverbot abstellt. Richtig ärgern kann man sich allerdings, wenn Knöllchen völlig unberechtigt verteilt werden. Willkür oder gar ein Schildbürgerstreich? Berechtigte Fragen, die sich die Anwohner der Eichbergstraße in Reinfeld stellen. Seit Monaten kassieren sie Knöllchen, obwohl sie ordnungsgemäß parken. Begründung der Polizei: Die weißen Markierungen fehlen in der Spielstraße. Und dort dürfe man nur in den weiß markierten Flächen parken. So sehe es das Gesetz vor. Dass aber diese fehlenden Markierungen bereits vor einem halben Jahr bei einer Begehung von Anwohnern und Stadtverwaltung moniert wurden und die Stadt schnelle Abhilfe versprach, spielt bei der Knöllchenverteilung wohl keine Rolle. Da müsse man etwas Schriftliches in der Hand haben, hieß es von Seiten der Polizeibeamten. Genau dies fordern die Anwohner der Eichbergstraße jetzt dringend. Oder wie wäre es mit provisorischen Markierungen oder einer Plastiktüte über dem Verkehrsschild „Spielstraße“? Die Stadt solle endlich handeln, damit wieder Ruhe einkehre und ihr Geldbeutel nicht noch weiter strapaziert werde. Allerdings gibt der Bürgermeister zu bedenken, dass bei der Umsetzung die Straßenverkehrsaufsicht auch noch ein Wörtchen mitzureden hat.

Versorgt Die Wasserfrage hat die Gemeine Neritz in zwei Lager gespalten. Nun ist eine Entscheidung gefallen und die gewählten Gemeindevertreter haben sich mehrheitlich für den Bau einer zentralen Wasserversorgung entschieden. Alle Neritzer, deren Brunnen versiegt sind oder kaum noch Wasser förderten, können jetzt aufatmen. Bald reicht es, den Wasserhahn aufzudrehen. Viele Neritzer, deren Brunnen noch ausreichend Wasser förderten, waren bis zuletzt gegen eine zentrale Wasserversorgung. Auch wenn der Anschluss rund 6000 Euro kostet, haben sie trotzdem einen Vorteil davon, denn auch ihre Brunnen können irgendwann nur noch Luft fördern. Und sie leisten jetzt einen Teil zur Solidargemeinschaft (SG) in dem kleinen Dorf, in dem jeder jeden kennt. Die zwei Lager sollten schnell wieder zueinander finden – für die Solidargemeinschaft, für Neritz.

Verdient Wer schon mal eine Jahreshauptversammlung bei der Feuerwehr Lasbek miterlebt hat, der kennt die Enge im Gerätehaus. Damit alle untergebracht werden können, muss das Löschfahrzeug aus der Halle gefahren werden. Dort werden dann Tische und Stühle aufgestellt. Zudem gibt es seitens der Versicherung Mängel am Gebäude zu beklagen. Da muss die Gemeinde wohl, auch wenn sie gerade einen Millionen Euro teuren Kindergarten baut, in die Tasche greifen. Alles andere hätten die Ehrenamtlichen wahrlich nicht verdient.

Verstimmt Die Frage, die laut Bürgermeister Heiko Gerstmann die Reinfelder Bürger am meisten bewegt, sind die gefühlt ewig geschlossenen Schranken an den Bahnübergängen Kalkgraben und Am Zuschlag. Schon jetzt ein richtiges Ärgernis, das die Stadt in zwei Hälften teilt. Doch was erst, wenn 2030 die feste Fehmarnbelt-Querung tatsächlich kommt? Dann fahren nicht nur 150 Züge täglich durch die Karpfenstadt, sondern prognostizierte 188. Die Mitglieder des Ausschusses für Stadtentwicklung und Verkehr haben das mal hochgerechnet: Alle 7,5 Minuten ein Personen-oder Güterzug! Dazu kommen dann noch etliche Minuten Wartezeit zusätzlich, weil die Schranken bereits lange vorm Durchbrausen des Zuges schließen. Es wird Zeit, dass die geplante Bahnquerung in Form einer Brücke kommt. Das soll hoffentlich im Jahre 2024 der Fall sein. Unsere Karikaturistin hat sich dazu auch schon mal ihre Gedanken gemacht.

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