Bad Oldesloe will sozialen Wohnraum schaffen

Lübecker Nachrichten   05.12.2019

Abriss und Neubau der Obdachlosenunterkunft im Gespräch – Daneben könnten Sozialwohnungen entstehen – Oldesloer Wohnstätten interessiert

Von Markus Carstens

Die Oldesloer Obdachlosenunterkunft an der Lübecker Straße ist nur mit drei Personen belegt. foto: Carstens

Bad Oldesloe. Schön ist anders. Die Oldesloer Obdachlosenunterkunft in der Lübecker Straße hat schon bessere Zeiten gesehen. Ein Stockwerk ist derzeit sogar gesperrt. Sanierungsstau. Eigentlich hat die Stadtverwaltung auch seit zwei Jahren den Auftrag, die erste Etage zu sanieren. Wegen Personalmangels ist jedoch bisher nichts passiert.

Bürgermeister Jörg Lembke (parteilos) verfolgt eine ganz andere Idee: Abriss und Neubau und dazu gleich nebenan neue Sozialwohnungen. Auf der Sitzung des Wirtschafts- und Planungsausschusses am Montag stellten Architekt Hinrich Rickmers und Jürgen Stahmer von der Oldesloer Wohnstätten GmbH – 1400 Wohnungen im Bestand – erste Planspiele vor.

„Wir gehören zum Bündnis für bezahlbaren Wohnraum im Kreis Stormarn und wollen bauen“, sagte Stahmer. Die Obdachlosenunterkunft solle dabei in ihrer jetzigen Größe neu gebaut werden – mit einem Büro im Erdgeschoss und mehreren Zimmern auf zwei Stockwerken. Derzeit ist laut Sozialarbeiterin Beatrice Schmidt lediglich eine Etage von drei Personen bewohnt.

Christian Vollpott (Linke) ist wichtig, dass Unterkunft und Wohnungen separate Eingänge bekämen. Wie die SPD kritisierte auf der Sitzung auch Vollpott, dass trotz eines bestehenden Beschlusses durch die Stadtverordneten-Versammlung zwei Jahre lang nichts passiert sei, außer dass einige Fenster erneuert worden seien.

„Das ist in der Tat misslich“, stellte auch Ausschussvorsitzender Hartmut Jokisch (Grüne) fest, fand die Schaffung von sozialem Wohnraum aber sehr verlockend. Bevor es nun erste Planungen gibt, müssen noch wichtige Fragen geklärt werden: Bleibt das Grundstück in städtischer Hand? Gibt es einen Erbpachtvertrag? Viele Zahlen und Fakten konnten Stahmer und Rickmers noch nicht liefern, sie wollten erst einmal das grundsätzliche Okay des Gremiums. Das bekamen sie schließlich einstimmig, so dass im kommenden Jahr eine erste konkrete Planung mit Anzahl und Größe der Wohnungen vorgelegt wird. Matthias Rohde (FBO) kann sich gut vorstellen, dass dort 15 bis 20 Wohnungen entstehen, nimmt man auch die Freifläche in der Nachbarschaft dazu.

Bereits vor fünf Jahren hatte der damalige Bürgermeister Tassilo von Bary einen Abriss ins Spiel gebracht, damals wurde jedoch die Sanierung beschlossen. „Wir müssen jetzt endlich mal vorankommen“, hieß es unisono von SPD und CDU.

Nicole Brandstetter von der Oldesloer Wirtschaftsvereinigung fragte auf der Sitzung nach der weiteren Entwicklung der gesamten Häuserreihe in dem Bereich der Lübecker Straße. Bürgermeister Lembke wollte öffentlich dazu jedoch keine Stellung nehmen.

Dieser Beitrag wurde unter Presseartikel veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.
© CDU Stadtverband Bad Oldesloe 2020 and created by nordix.de