Neue Parkschein-Automaten: Jetzt wird kassiert

Lübecker Nachrichten   07.12.2019

In der Woche vor Weihnachten sollen die Geräte in Bad Oldesloe aufgestellt werden

So sehen sie aus: Schon vor Kurzem hatte Agnes Heesch von der Stadt ein Exemplar der neuen Parkscheinautomaten präsentiert fotos: carstens

Bad Oldesloe. Zuletzt fühlten sich Autofahrer auf den Oldesloer Parkplätzen fast wie im Wilden Westen. Schnell hatte es sich herumgesprochen, dass kaum noch ein Parkschein-Automat im Stadtgebiet funktioniert. Also statt aufs Fahrrad oder in den Bus lieber ins eigene Auto gesetzt und die Freiheit des freien Parkens genossen. Allerdings entstanden zu bestimmten Zeiten regelrechte Kämpfe um die besten Plätze.

Damit ist nun bald Schluss. In der Woche vor Weihnachten werden die neuen Automaten aufgestellt und auch gleich in Betrieb genommen. Das berichtete Bad Oldesloes Kämmerin Mandy Treetzen diese Woche dem Wirtschafts- und Planungsausschuss.

Die rund 30 Automaten sollen dann bis zum Fest ausgetauscht sein. Auf Initiative von Bürgermeister Jörg Lembke wird nun auch die sogenannte Brötchentaste eingeführt – das heißt, die Bürger können für schnelle Erledigungen 15 Minuten kostenlos parken. Die normalen Gebühren bleiben sowohl auf den Parkplätzen als auch in den Parkhäusern zudem konstant. Eine Stunde parken kostet meistens 1 Euro, an einigen Stellen aber auch nur 50 Cent.

Wer nicht genug Bargeld dabei hat, der soll künftig auch über EC-Karte, Kreditkarte oder auch Handy-App bezahlen können. Die Kosten pro Kartenlesegerät betragen 1500 Euro.

Etwa die Hälfte der 30 Automaten soll damit ausgestattet werden. „Durch die Auswahl einzelner Standorte wird gewährleistet, dass diese Zahlungsmöglichkeit überfall fußläufig nutzbar ist“, erklärte jüngst Bürgermeister Lembke.

An der Bahnhofstraße werde zum Beispiel einer der drei Automaten Parkscheine per Kartenzahlung ausdrucken. Der Bahnhofsbereich wird dagegen komplett mit Lesegeräten ausgestattet. Auch eine Nachrüstung anderer Automaten sei später möglich.

Das Handy nutzen nach Angaben der Stadt immer noch zu wenige Bürger. Stadtsprecherin Agnes Heesch ist jedoch ein großer Fan dieser Bezahlweise. „Klar ist es zunächst eine Hürde, sich dort anzumelden. Aber wer es einmal gemacht hat, will es immer wieder tun“, sagt sie. Die Parkzeit lasse sich so einfach verlängern. Abgerechnet werde am Ende auf die Minute. Der Bargeld-Fan muss seine Münzen dagegen passend haben, denn eine Wechselfunktion gibt es nicht.

Die Einnahmen durch Parkgebühren betragen jährlich zwischen 700 000 und 800 000 Euro. Durch die vielen kaputten Automaten sei ein jährlicher Verlust im mittleren fünfstelligen Bereich entstanden, sagte Lembke.

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