Hoffnung auf Endspurt vor dem Fest

Lübecker Nachrichten   08.12.2019

In einigen Geschäften in Stormarn hat das Weihnachtsgeschäft schon
Ende November schwungvoll begonnen, bei anderen läuft es noch etwas zäh.

Mächtig was los war gestern Vormittag in der Innenstadt von Bad Oldesloe. Nicht nur der Wochenmarkt lockt sonnabends immer viele Kunden in die City, es wurden auch eifrig Weihnachtsgeschenke gekauft wie hier in der Mühlenstraße. foto: sus

Stormarn. Das Glöckchen klingelt zur Weihnachtszeit, die Ladenkasse nicht überall: In den Geschäften in Stormarn entwickelt sich das Kaufverhalten unterschiedlich. Individualität, Einkaufen als Erlebnis und Warenverfügbarkeit helfen, um sich vom Internet abzuheben.

„Bei uns läuft das Weihnachtsgeschäft bisher ganz gut an“, erklärt eine Mitarbeiterin bei einem Modehaus in Trittau, „wir können uns nicht beklagen.“ Unterstützt werde das durch den „Black Friday“, der gute Geschäfte gebracht habe. „Für Weihnachten werden hauptsächlich Gutscheine geholt, außerdem Deko-Artikel und Kerzen.“ Gut verkauft würden auch Jacken. „Bisher läuft es positiv.“ Als „noch verhalten“ beurteilt dagegen Rena Beischreiber die Nachfrage in ihrem Schuhhaus, allerdings seien Schuhe auch kein typischer Weihnachtsartikel. In der Regel lege das Geschäft kurz vor den Feiertagen mit Portemonnaies und Hausschuhen zu.

„Es läuft schwierig“, sagt auch Detlef Lüth vom „Pareibo“ in Bad Oldesloe. Das Internet bleibe der große Konkurrent, da gebe es auch in der Weihnachtszeit keine Ausnahme. „Ich habe hier eine Annahmestelle“, so Lüth, „da sehe ich, wie viel bestellt und auch zurückgeschickt wird.“ Richtig gut angenommen worden sei dagegen die Sterneaktion im Geschäft zugunsten zweier Kinderhäuser. „Da sind 170 Sterne für Geschenke weggegangen, die Oldesloer waren unglaublich spendabel.“

„Wir merken noch nichts vom Weihnachtsgeschäft“, bilanziert Can Cetin vom Vodafone-Laden in Bad Oldesloe, „es läuft mal so, mal so. Die meisten Kunden kommen bei uns erst kurz vor Weihnachten, wenn es eng wird.“

Uta-Sophia Jentzsch setzt in ihrer Buchhandlung auf individuelle Angebote und fährt damit gut. „Es läuft hervorragend“, sagt sie, „das Weihnachtsgeschäft hat bei uns schon viel früher angefangen als gedacht.“ Ende November sei es bereits losgegangen. Dadurch, dass sie ihre persönlichen Favoriten platzierten, könnten die Kunden bei ihnen bestsellerunabhängig kaufen. „Die sind aber natürlich auch sehr nachgefragt.“ Oft unterm Baum wird von Maja Lunde der neueste Umweltroman liegen, Jojo Moyes wird verschenkt und Serien wie die „Sonnenschwestern“. „Der Store“ von Rob Hart sei ein persönlicher Tipp. „Das ist unser 44. Weihnachtsgeschäft, da hilft einem die Erfahrung.“

„In der Spielzeugbranche hat sich in den letzten Jahren herauskristallisiert, dass die Geschenke erst zehn Tage vor Weihnachten gekauft werden“, hat Wolfgang Sarau in Bargteheide beobachtet. „Früher ging es Ende November schon los, heute wird lange gewartet.“ Nachgefragt sei wie seit 20 Jahren alles rund um Pokémon. „Aus Plüsch, die Karten – das läuft rauf und runter“, so Sarau, der die Figuren 1999 erstmals in den USA in der Hand hatte. „Damals habe ich den Handel damit abgelehnt, das war ein großer Fehler.“ Heute hat er alles dazu im Sortiment, dazu Lego, Playmobil und Schleich. „Die altbekannten Sachen sind nach wie vor gefragt“, sagt Sarau. Wichtig sei die Warenverfügbarkeit geworden: „Kunden wollen die Sachen gleich mitnehmen.“ Als Vorsitzender des „Ring Bargteheider Kaufleute“ (RBK) hat Sarau sich auch für noch mehr Weihnachtsschmuck an den Läden eingesetzt, das mache das Einkaufen attraktiv. „Ich hoffe, dass irgendwann alle Läden mitmachen.“ Auch an dem kleinen Weihnachtsmarkt vor dem Bargteheider Rathaus hat der RBK mitgewirkt und bietet eine Markenaktion mit Verlosung an.

Goldschmiedin Gudrun Kling in Reinfeld merkt noch nichts vom Weihnachtsgeschäft. „Die meisten Leute gucken erst in den großen Städten, und wenn sie da nicht fündig werden, kommen sie zu uns.“ Das Weihnachtsgeschäft beginne deshalb meist erst zehn bis 14 Tage vor dem Fest. „Unser Alleinstellungsmerkmal sind individuelle Stücke, wir bieten an, was die großen Ketten nicht haben. Dadurch können wir uns von dem üblichen Angebot abheben“, sagt sie.

Nadja Benecke merkt in der Buchhandlung in Reinfeld schon, dass Geschenke gekauft werden. „Es läuft an“, hat sie beobachtet, Bücher seien dabei mehr gefragt als Deko und Spielzeug, die ebenfalls zum Sortiment gehörten. „Einen Riesenbestseller haben wir dieses Jahr nicht dabei, aber ein paar Lieblinge gibt es.“ Delia Owens’ „Der Gesang der Flusskrebse“ gehöre dazu, außerdem Bücher von Jussi Adler-Olsen und Kinderbücher für Kinder bis zu zwölf Jahre.

„Es läuft bisher sehr, sehr gut“, urteilt Alexandra Schokrowski vom Elektrofachgeschäft Clasen in Ahrensburg. „Die Leute sind in Kauflaune.“ Vor allem hätten es ihnen Herrnhuter Sterne angetan, die es mit Beleuchtung bei ihnen zu kaufen gibt. „Die sind derzeit wirklich äußerst stark nachgefragt.“

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