Altbau am Oldesloer Markt wird saniert

Lübecker Nachrichten   14.12.2019

Seit 13 Jahren schon werkelt Klaus Dohrendorf an dem Geschäftshaus

Rund 120 Jahre alt soll das Wandgemälde am Treppenaufgang eines Oldesloer Altbaus sein.

Bad Oldesloe. Seitdem Klaus Dohrendorf den imposanten Altbau am Oldesloer Marktplatz gegenüber des früheren Postamts von 1889 (heute ein Restaurant) gekauft hat „baue ich hier ’rum“, erzählt er. Das war im Jahr 2006. Sein Ziel: „In etwa zwei Jahren soll alles fertig sein.“

Die drei Läden im Erdgeschoss, ein Friseur, ein Concept-Store und ein Maklerbüro, sind schon unterschiedlich lange bezogen. Das Besondere des Hauses aus dem Baujahr 1895 offenbart sich erst, wenn man das Treppenhaus betritt. Denn das wird geprägt von einem riesigen originalen Wandgemälde. „Es ist etwa 120 Jahre alt“, weiß Dohrendorf. Ein ähnliches Motiv hat er schon einmal bei einer Auktion auf böhmischem Glas entdeckt.

Die Decken im ersten Stockwerk sind teilweise von Stuckmotiven geprägt, sogar eine Holzschiebetür aus den Anfangsjahren trennt noch zwei der Zimmer mit den hohen Decken, die durch 50 Zentimeter dicke atmende Außenwände ein gutes Raumklima bieten. Die meiste Arbeit hat das Aufnehmen des alten Fußbodens gemacht, berichtet Dohrendorf. Denn der war schief. So wurden die Pitch-Pine-Dielen hochgenommen und der Fußboden ausgeglichen. Von dieser aufwendigen Arbeit sieht man nichts mehr. Denn nun liegen bereits wieder die Original-Dielen von damals.

Zu Beginn beherbergte das Gebäude eine Drogerie mit Fotogeschäft. Da es damals noch keinen Blitz gab, wurde in das Dach des Gebäudes ein Fotostudio mit Oberlicht eingebaut. Das Oberlicht wurde später entfernt. Dohrendorf legte zudem Erkerfenster frei, die zugemauert waren und von außen früher einmal durch eine riesige Agfa-Reklame geprägt waren. Dohrendorf verknüpfte im Gebäude altes mit neuem. So erhielt das Haus ein neues Dach. Und das Fliesenschild am Treppenaufgang passte er dem Stil des Hauses an. Treppenabschnitte wurden ergänzt, alte Fußbodenleisten abgeschliffen und erhalten. Auch von außen brachte Dohrendorf wieder Stuckleisten an das Gebäude an.

„Es bringt Spaß“, sagt er zu seinem handwerklichen Einsatz. Selbst Einziehen will er allerdings nicht in sein Oldesloer Schmuckstück. Er wohnt seit über 70 Jahren zufrieden in Bargteheide. Von Beruf ist er Elektromeister. Dohrendorf: „Da hat man alles gelernt.“

Zudem hatten seine Eltern früher eine Baufirma in Bargteheide. Hilfe beim Ausbau in Bad Oldesloe erhält er ab und an von seiner Frau. Auch der Sohn half mit. Ihn steckte Klaus Dohrendorf mit seinem Spaß am Bauhandwerk an: Er wurde Architekt. sus

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