Der Tanz mit Licht und Flammen

Lübecker Nachrichten   19.12.2019

Jan Kubert aus Bad Oldesloe ist Feuerkünstler. Am Freitag und  Sonnabend tritt er mit Kollegen von ExPer Avis in seiner Heimatstadt auf.

Feuerkünstler Jan Kubert (31) spielt außerhalb der Feuershows gern mit LED-Poi – hier am Trave-Stadtarm in Bad Oldesloe.Foto: S. Fotana

Bad Oldesloe. Irgendetwas zum Poi-Spielen (Bewegungskunst mit Gewicht und Schnur) hat der Oldesloer Feuerkünstler Jan Kubert (31) fast immer dabei. Dafür reichen ihm zwei Tennisbälle und eine Schnur – sowie ein wenig Platz auf dem Bahnhof, wenn sein Zug mal wieder Verspätung hat. Es müssen nicht immer Feuer oder LED-Lichter im Spiel sein. Die gibt es allerdings bei den Auftritten am Freitag, 20. Dezember, und Sonnabend, 21. Dezember, jeweils um 17 Uhr beim Oldesloer Weihnachtsmarkt am Mühlrad. Dort tritt er im Heimspiel mit seinen Kollegen von ExPer Avis mit einer Feuershow auf.

„Es hat mein Leben positiv beeinflusst und bereichert“, sagt Kubert über das Spiel mit den Flammen. Durch das Feuerschlucken und andere Künste rund ums Feuer habe er seine Freundin und einen Haufen netter Leute kennengelernt. Er trainiere seine Geschicklichkeit, habe immer einen Grund rauszugehen und sich zu bewegen.

Begonnen hat alles Ende der elften Klasse in Ahrensburg. Damals hatte er den Chemieleistungskursus gewählt. Seine Schwester war fasziniert vom Auftritt eines Feuerspuckers und fragte ihn, ob er zu so etwas nicht auch Lust habe. Er hatte. „Daraus ist es entstanden“, sagt der Zahntechniker, der seit rund zehn Jahren in Bad Oldesloe lebt. Das Feuerspucken allerdings mache er persönlich mittlerweile nicht mehr. Das gesundheitliche Risiko hält er für zu hoch.

Feuerartisten kennen viele interessante Bewegungen mit dem Feuer zu Musik. Zum Beispiel Körperfeuer – Flammen, die über Hände und Finger weitergegeben werden. Es gibt sogenannte Levisticks, unterschiedliche Stäbe, mit denen man Figuren darstellen kann oder Drachenstäbe mit Fackeln.

Privat zum Spielen reicht dem 31-Jährigen ein LED-Poi. Kubert: „Es macht Spaß, im Dunkeln zu spielen und ist nicht so umständlich wie Feuerspielzeuge.“ Er mag Partner-Poi, also werden die Tänze derzeit auch zu dritt geübt. Der Levistick wiederum komme aus der Zauberei und sei bei Jongleuren bekannt, erzählt der Feuerartist. Der Stab sei an einer Schnur befestigt, die man möglichst nicht sehe. So ergebe sich die Illusion des Schwebens.

Das Trainieren und Ausprobieren, bis es funktioniert, sei selten geworden. Dafür spielt der Oldesloer, wenn sich die Gelegenheit dazu ergibt. „Fast jeden Tag“, sagt er. Und seien es auch nur fünf Minuten. Ein Poi sei ein leicht zu bauendes, einfaches Spielzeug. Auf einer Klassenfahrt habe er sogar schon einmal Skistöcke dafür genutzt.

Feuer kommt dann bei den Auftritten, Proben oder Conventions ins Spiel. So seien bei der Convention für Jongleure auch immer Feuerartisten zugegen. Zur letzten Convention für Feuerkünstler mit rund 1000 Artisten kamen sogar Teilnehmer aus den USA und aus Australien. Der Oldesloer: „Eine schöne Atmosphäre. Wer hingeht, trägt etwas bei.“ Kubert gab dort einen Anfänger-Workshop für Levisticks.

Die zwölf Feuerkünstler von ExPer Avis aus Hamburg und Umgebung sind ein lockerer Zusammenschluss. Von den Fähigkeiten her hätten sie die Feuerkunst auch zum Hauptberuf machen können. Sie haben sich jedoch dagegen entschieden. Das Hobby solle Spaß machen und nicht mit Papierkram und Werbung in Arbeit ausarten.

Die meisten aus der Truppe trifft der Artist auf Mittelaltermärkten in der Umgebung. Im Kreis Stormarn gibt es die in Reinfeld, Hoisdorf und Hammoor. Auch beim Martinsmarkt im Oldesloer Kinder- und Jugendhaus St. Josef traten Kubert und seine Kollegen auf. Das Spiel mit dem Feuer ist nicht nur faszinierend für die Zuschauer, sondern auch ansteckend. Denn selbst die, die Backstage helfen, stehen oft irgendwann selbst einmal auf der Bühne, sagt der Oldesloer.

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