Betrachtungen zum Wochenausklang: Ein Geschenk, das keines ist

Stormarner Tageblatt  21.12.2019

Stormarner Wochenschau

Ein Geschenk, das keines ist

Schöne Bescherung!Megi Balzer
Schöne Bescherung!Megi Balzer

Patrick Niemeier, Cordula Poggensee und Stephan Poost

Präsent Nicht jedes Geschenk weiß man zu schätzen. Die Kreisstadt hat den Oldesloern und den Gästen der Stadt nun zum Fest neue Parkautomaten geschenkt. Ab sofort müssen die Autofahrer wieder in die Tasche greifen, wenn sie in städtischen Parkhäusern und Parkplätzen ihr Auto abstellen wollen. Über viele Wochen waren die Parkautomaten defekt oder außer Betrieb. Was den einen freute – „war doch super, ich hatte immer einen kostenlosen Parkplatz“ – hat andere gewaltig genervt. Sie bekamen nämlich trotz bezahlter Jahres- oder Monatsparkkarte kaum noch einen Parkplatz, weil jeder kostenlos mit ausgelegter Parkscheibe sein Fahrzeug abstellen durfte. Das ist nun vorbei. Vorbei ist es wohl auch mit der Idee, dass kostenloses Parken zu einer Entspannung der Parksituation in der Kreisstadt führen würde. Ganz im Gegenteil, es bricht das Parkchaos aus, wie dieser Herbst eindrucksvoll bewies.

Wohltäter Das Jahr endet und damit sind auch die Haushaltsberatungen in den Städten und im Kreis beendet. Was auffällt: Zu häufig klingt es aus dem Mund mancher Lokalpolitiker so, als würden sie ihr eigenes Geld in Projekte stecken und nicht die Steuergelder der Allgemeinheit. Dass sie die Gelder nach bestem Wissen und Gewissen einsetzen, ist einfach ihre Aufgabe. Sie sind keine Investoren, Sponsoren oder Mäzene, die Applaus erwarten dürfen, weil sie Gelder investieren. Dass Infrastruktur gestärkt wird, eine Selbstverständlichkeit. Dass so viel wie möglich für Kultur und Bildung ausgegeben wird, unsere demokratische, gesellschaftliche Grundlage. Schaffen die Lokal- und Kreispolitiker einen gekonnten Umgang mit den Mitteln, haben sie einen guten, ehrenamtlichen Job gemacht. Das, was man von ihnen halt erwartet. Dafür wurden sie gewählt. Nicht mehr und nicht weniger.

Planungsspiele Manche Ahrensburger Stadtverordnete scheinen für ihr Leben gern zu planen. Aber eine größere Gruppe hat wiederum offenbar großes Vergnügen daran, der ersten Gruppe den Spaß gründlich zu verderben. So ließ man zehn Jahre fleißig messen, konstruieren und eine Stadttangente planen, die als Stadtumgehung das hohe Verkehrsaufkommen am „Braunen Hirsch“ eindämmen sollte. Doch jetzt ist der Spaß vorbei: Auf ihrer jüngsten Sitzung machte die Mehrheit der Stadtverordneten die Arbeit ihrer Kollegen mit einem Federstrich zunichte und schmetterte das Konzept endgültig ab. Ähnlich war es vor ein paar Wochen auch den Planern des Ratshaussaales ergangen, die vier Monate ihr Projekt verfolgen durften, ehe die Stadtverordneten dann doch wieder ein Veto einlegten. Immerhin: Angesichts der veranschlagten Kosten war man irgendwann auf die Idee gekommen, Fördermöglichkeiten vom Land auszuloten. Und weil klar wurde, dass es keine geben würde, ist zumindest die Entscheidung – nicht aber deren langwieriger Prozess – nachvollziehbar.

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