Kompromisslösungen: Alter Friedhof wird saniert

Stormarner Tageblatt  30.12.2019

Von den Plänen rund um mehr Parkcharakter und Aufenthaltsqualität ist wenig geblieben

Historisches Kleinod, dass noch nicht wie ein Kleinod aussieht: Der alte Friedhof.NIe
Historisches Kleinod, dass noch nicht wie ein Kleinod aussieht: Der alte Friedhof.NIe

Patrick Niemeier Bad Oldesloe Der historische Friedhof in Bad Oldesloe inklusive seiner Kriegsgräberstätten ist ein landschaftsarchitektonisches Kleinod. Diese Feststellung durch Experten ist bereits über zwei Jahre alt. Es folgte die politische Entscheidung, dass man die Anlage aufwerten wolle, eine Bürgerversammlung fand statt und auch die Beteiligung von Bürgern war möglich.

Doch der Prozess schleppt sich schon eine Weile und inzwischen sind die Pläne mehrfach eingedampft worden. Denn darüber wie genau der Friedhof saniert werden soll, bestand lange keine Einigkeit. Der Diskussionsprozess war von Missverständnissen geprägt, obwohl die Ausgangslage ziemlich klar schien. Der ehemalige Bauamtsleiter Thilo Scheuber hatte Fördergelder in Aussicht gestellt, die im Falle einer Sanierung ausgeschöpft werden können.

Doch welche Schwerpunkt soll die Sanierung eigentlich haben? Zunächst war lange Zeit davon gesprochen worden, dass der Parkcharakter verstärkt werden sollte und die Aufenthaltsqualität erhöht. Dieses sollte durch ein Plateau mit Blick in die Stadt, Spielgeräte für Kinder oder auch einen Kanuanlegesteg gewährleistet werden. Doch Teile der Lokalpolitik fanden das entweder zu teuer mit Blick auf einen Kanusteg, der die meiste Zeit im Schatten liegen würde oder als einen zu großen Eingriff in die Umwelt mit dem Aussichtsplateau. Spielgeräte wurde als unpassend empfunden. Der Wille vieler Bürger aus dem Beteiligungsverfahren wurde dabei allerdings in weiten Teilen ignoriert.

So ist am Ende hauptsächlich eine Sanierung im Sinne des alten Wegenetzes plus mehr Bänke, Mülleimer, Ausleuchtung und Infotafeln geblieben. „Natürlich haben wir uns das als Verwaltung ein wenig etwas anders vorgestellt. Aber so ist es in einem langen politischen Diskussionprozess“, sagt Bürgermeister Jörg Lembke über die Kompromisslösung. „Um den Kanusteg trauere ich tatsächlich. Das wäre gut für die Stadt gewesen“, so Agnes Heesch, die im Rahmen des Stadtmarketings auch für den Tourismus zuständig ist. Fakt ist laut Lembke aber nun, dass die Sanierungen 2020 beginnen werden.

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