Oldesloer Eltern fordern sicheren Schulweg für ihre Kinder

Lübecker Nachrichten   31.12.2019

Elternvertreter der Klaus-Groth-Schule haben Vorschläge ausgearbeitet, um die Verkehrssicherheit für die 360 Schüler der Oldesloer Klaus-Groth-Schule zu verbessern

Die Elternvertreter Stefan Prill (l.) und Christian Herzmann möchten die Verkehrssicherheit rund um die Klaus-Groth-Schule in Bad Oldesloe verbessern.Fotos: SUSANNA FOFANA

Bad Oldesloe. Für sichere Schulwege der rund 360 Grundschüler an der Oldesloer Klaus-Groth-Schule setzen sich unter anderem die Elternvertreter Stefan Prill und Christian Herzmann aus der 3 b ein. Sie haben mit einer Interessen-Gemeinschaft der Eltern bereits Verbesserungsvorschläge erarbeitet, die „mit ein paar Töpfen Farbe und einigen Schildern preisgünstig umzusetzen sind“. Rückhalt für ihren Antrag an die Stadt bekommen sie von vielen Eltern auf einer Unterschriftenliste, von Schule, Elternfonds, Oase und der Kita Luftballon.

Das Thema Verkehrssicherheit mit den drei gefährlichen Stellen an der Klaus-Groth-Schule wurde zunächst auf einem Elternabend besprochen. Man beschloss, sich selbst etwas zu überlegen. Doch die erste Idee, eine Ampel, war nicht möglich in einer 30er Zone. So stiegen die Eltern tiefer in das Thema ein. Auch Schülerlotsen waren keine Lösung, da die Schule keine Hauptschüler mehr hat, sondern mittlerweile eine reine Grundschule ist.

Die Kreuzung Königsberger/Breslauer/Feldstraße ist einer der schwierigen Punkte, wenn morgens um 7.30 Uhr die Schule öffnet und die Kinder bis zum Unterrichtsbeginn um 7.45 Uhr zu Fuß, mit dem Rad, dem Roller, Bus oder im Auto der Eltern zur KGS strömen. Herzmann: „Der Bus fährt morgens einen Kringel um die Schule, um Kinder abzuliefern.“ Die Autos der Eltern kommen ihm in der Breslauer Straße entgegen. Es werde beidseitig geparkt und gewendet.

Weil Prill und Herzmann einen Überblick über die tatsächlichen Verkehrsströme haben wollten, starteten sie eine unverbindliche Umfrage in den Klassen. Danach die kommen 366 Schüler der KGS wie folgt zur Schule: 242 Schülerinnen und Schüler kommen zu Fuß, mit dem Roller oder Fahrrad. Das sind mit 66,1 Prozent mehr als die Hälfte. 101 Schüler (27,6 Prozent) werden mit dem Auto zur Schule gefahren, nur 23 Schüler (6,3 Prozent) kommen mit dem Bus.

Obwohl nicht einmal jedes dritte Kind von den Eltern gebracht werde, entstehe für die anderen Grundschüler eine unübersichtliche Situation. Gerade, wenn es dunkel sei und in der zweiten Reihe geparkt und zudem überholt werde. Prill: „Das Hauptproblem ist, dass der Mensch lauffaul ist. Je näher dran, desto besser.“

Die Elternvertreter durchdachten die Änderungsmöglichkeiten und informierten zunächst einmal die KGS-Eltern in einem Brief. Sie machten darin auf die Gefahren aufmerksam und baten um Vorsicht. Zudem erkundigten sie sich beim Bauamt und beschlossen, einen Antrag zu erarbeiten und bei der Stadt einzureichen.

In mehreren Sitzungen überlegten die Elternvertreter, welche Maßnahmen sinnvollerweise für den Antrag formuliert werden sollten. Dazu gehören nach ihrer Meinung Markierungen im Kreuzungsbereich, sowie gelbe auf die Straße gemalte Fußabdrücke, die die Gefahrenpunkte deutlich machen sollen. Zum Beispiel am Geschwindigkeitsbuckel im Bereich der Bushaltestelle der Königsberger Straße. Fußgänger nehmen derzeit irrtümlich an, dass sie im Buckel-Bereich Vorrang vor Fahrzeugen haben, stellten die Elternvertreter in Gesprächen fest. Zudem soll nach dem Wunsch der Eltern in der Königsberger Straße eine kleine „Kiss-and-go-Zone“ auf der Schulseite eingerichtet werden und dafür auf der Gegenseite ein absolutes Halteverbot.

In der Breslauer Straße, wo sich Busse und Autos derzeit ausweichen müssen, soll nach Vorstellung der Eltern von der Einmündung neben der „Kleinen Bäckerei“ die Einfahrt verboten werden. „Das hat für Anlieger keine Nachteile“, versichern die Elternvertreter.

Sie könnten – anders als bei einer Einbahnstraße – die Breslauer Straße in beide Richtungen verlassen. Nur hinein käme man eben nur noch von einer Seite.

Auch den derzeit „toten Winkel“ für Schüler, die die Breslauer Straße überqueren wollen, möchten sie entschärfen. Dort verstellt zudem ein erst in diesem Jahr vor der „Kleinen Bäckerei“ aufgestellter Kleidercontainer Kindern die Sicht. „Das meiste ist mit ein paar Eimern Farbe und ein paar Blechschildern zu machen“, ist sich Herzmann sicher. „Das kostet fast kein Geld und Arbeitseinsatz.“

Bei den letzten Schulveranstaltungen wurden zudem Unterschriftenlisten ausgelegt. Rund die Hälfte der Eltern hat bereits unterschrieben. Und das bei einem so trockenen Thema wie Verkehrssicherheit. Die Elternvertreter sind zufrieden. Insofern sei dies kein Antrag, den sich drei Leute ausgedacht hätten, sondern ein Großteil der Eltern stehe dahinter, argumentieren sie. Die Listen sollen im Januar mit dem Antrag zusammen an Bürgermeister Jörg Lembke übergeben werden.

Und vielleicht hat die Maßnahme sogar Signalwirkungen auf andere Oldesloer Schulen mit Verkehrssicherheitsproblemen. Die Grundschule West habe sich bereits sehr interessiert gezeigt, berichten die Elternvertreter.

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