Das sind Bad Oldesloes größte Projekte im Jahr 2020

Lübecker Nachrichten   01.01.2020

Das Radhaus am Bahnhof kommt, weitere Wohnmobilplätze sollen entstehen genauso wie eine dritte Sohlgleite: Das sind nur einige der Vorhaben in Bad Oldesloe im neuen Jahr.

Von Markus Carstens

Wohin mit den ganzen Fahrradern? 2020 soll das Radhaus am Bahnhof in Bad Oldesloe kommen.Fotos: Markus Carstens

Bad Oldesloe. Es wird einiges geschehen in Bad Oldesloe in 2020: Spannend dürfte es schon im Februar werden, wenn der Kampfmittelräumdienst anrückt. Denn am Bahnhof wird gebaut. Nicht ausgeschlossen, dass weitere Blindgänger von der Bombardierung im April 1945 zum Vorschein kommen.

Die rund 80 Fahrradboxen am Bahnhof sind bereits gekündigt und warten auf ihren Abtransport. Und wenn im Februar der Kampfmittelräumdienst da war, kann der Bau des Radhauses starten. Aufgrund des Personalmangels in der Stadtverwaltung musste das Vorhaben um ein Jahr geschoben werden. Gefördert wird es zu drei Viertel vom Nahverkehrsverbund Schleswig-Holstein (Nah.SH). Die Gesamtkosten liegen bei rund 200 000 Euro.

Bis Ende 2020 sollen 136 Stellplätze entstehen. „Fünf Boxen haben jeweils 24 Plätze und eine Sonderbox hat 16 Plätze. Dort können zum Beispiel Lastenfahrräder abgestellt werden“, erklärt Bad Oldesloes Stadtsprecherin Agnes Heesch. „Dazu gibt es auch verschließbare Spinde und Lademöglichkeiten für E-Bikes“, ergänzt Bürgermeister Jörg Lembke.

An der Einmümdung der Beste in die Trave soll eine Sohlgleite entstehen, um den Fischen den Weg frei zu machen

Hinter der Hude soll 2020 die dritte Sohlgleite der Kreisstadt fertiggestellt werden. Es wird eines der letzten Projekte des amtierenden Bauamtsleiter Dr. Kurt Soeffing sein, der anschließend in den Ruhestand geht. „Bisher stehen die Fische ziemlich hilflos vor dem Wasserrad am Mühlenplatz, fortan sollen sie einen Weg von der Trave in die Beste finden“, sagt Bürgermeister Jörg Lembke (parteilos). Startschuss könne im April sein, Fertigstellung noch im Herbst.

Die kleine Brücke kann wohl offenbleiben, der Aufenthaltsplatz hinter dem Blauen Haus wird aber gesperrt. Für die Baufahrzeuge wird eine kleine Baustraße am Alten Friedhof angelegt. Da das Land großes Interesse an solchen Sohlgleiten hat, übernimmt es fast die gesamten Kosten in Höhe von rund 600 000 Euro.

Bsher der einzige Stellplatz für Wohnmobile: Der Exer. Sechs Stück gibt es offiziell, der Bedarf ist viel größer

Rund 6000 Übernachtungen hat die Stadt in diesem Jahr auf den Wohnmobil-Stellplätzen auf dem Parkplatz Exer gezählt. Bei gerade einmal sechs offiziellen Plätzen an dieser Stelle kommt man schnell zu dem Schluss, dass die Wohnmobile auch gerne andere Parkplätze nutzen. „Es sind zu viele Fahrzeuge auf zu wenigen Plätzen. Ich habe selbst mal an einem Nachmittag 21 Stück auf dem Exer gezählt“, sagt Bürgermeister Lembke. Daher will die Stadt ausloten, wo weitere entstehen können, um dann 2021 welche herzurichten.

Daneben haben die Stadtwerke Bad Oldesloe den Auftrag, drei Stellplätze am Poggensee zu installieren. „Dort kann man dann auch zwei bis drei Tage stehen“, verspricht Lembke. Die Wohnmobilisten sind laut Stadtsprecherin Agnes Heesch schon jetzt zu einem Wirtschaftsfaktor geworden. „Viele Skandinavier machen hier nach der Fähre ihren ersten Stopp, um sich zu versorgen“, so Heesch. Aber auch Deutsche oder Niederländer ließen bei ihren Aufenthalten viel Geld in der Stadt.

Angefangen hat die Stadt bereits: Bis zum Sommer sollen alle Straßenlaternen im Stadtgebiet – mit Ausnahme der Fußgängerzone – auf LED-Lampen umgerüstet sein. Die Stadt erwartet durch viel geringere Stromkosten Einsparungen in Millionenhöhe in den nächsten 20 Jahren. Zudem sind die neuen Lampen insektenfreundlicher. Die Innenstadt wird ausgelassen, da ohnehin in einigen Jahren ein großer Umbau erfolgen soll.

Auch drei Ampelanlagen werden auf LED umgestellt: im Verlauf der Hamburger Straße an der Ecke Salinenstraße, dem Abzweig an der Olivet-Allee sowie an der Königstraße. Zudem werden die drei Ampelanlagen auch gleich für Sehbehinderte umgerüstet. Wegen des Schulverkehrs erfolgen die Arbeiten in den Frühjahrsferien.

Der Grundstückskauf ist erledigt, ein Gebäude wird abgerissen, und dann kann es im Frühjahr mit dem Bau des Kreisels am Sülzberg losgehen. Wenn es gut läuft, können die Autofahrer Ende des Jahres dort ihre Runden drehen.

In der Hagenstraße herrscht weiter Stillstand, nachdem die Stadtpolitik mit den Plänen der Verwaltung nicht einverstanden war (die LN berichteten mehrfach). Nun wird zunächst ein Verkehrskonzept für die Hagenstraße und die Umgebung erstellt. Vor 2022 passiert dort nach Angaben der Stadt nichts.

Dafür wird endlich die Holperpiste zwischen dem Oldesloer Ortsteil Schadehorn und Niendeel in der Gemeinde Feldhorst saniert. Das Vorhaben ist für August/September avisiert. Auch in Rethwischfeld rücken die Bagger für eine Straßensanierung an.

Der Anbau der Klaus-Groth-Schule ist nach gut einem halben Jahr bald bezugsfertig und damit „der schnellste Bau aller Zeiten in Bad Oldesloe“, wie Bürgermeister Lembke sagt. Für die komplette Vierzügigkeit und die offene Ganztagsbetreuung benötigte die Oldesloer Grundschule dringend neue Räume.

Auch das Gebäude B der Theodor-Storm-Schule ist bald fertig, und die Ida-Ehre-Schule bekommt neuen Brandschutz.

Im Rahmen des Digitalpakts fließt auch Fördergeld nach Bad Oldesloe. Als Erstes soll ein ganz neues Servergebäude für fast alle Oldesloer Schulen entstehen, anschließend soll jeder Raum jeder Schule mit WLan ausgestattet werden. „Bei dieser Strategie waren sich alle Schulleiter einig“, sagt Lembke.

Bad Oldesloe will alle Mülleimer der Stadt austauschen und zudem etwa 100 zusätzliche Behälter aufstellen. Lembke: „Die Stadt soll sauberer werden.“ Einen Versuch mit Solareimern soll es im Bürgerpark geben. Lembke: „Aufgrund der Freizeitangebote fällt dort am meisten Müll an.“ In den Behältern soll Solarenergie Presswerke antreiben. Die Rechnung lautet: weniger Leerungen bei mehr oder gleich bleibenden Müllmengen.

Dieser Beitrag wurde unter Presseartikel veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.
© CDU Stadtverband Bad Oldesloe 2020 and created by nordix.de