Oldesloer Bühne ist glücklich mit neuem Werkstatt-Theater

Lübecker Nachrichten   03.01.2020

Neue Bühne ist für die Aufführungen der Kindergruppen gedacht – Im Januar gibt es dort ausnahmsweise Zusatzvorstellungen von „Der Gott des Gemetzels“

Von Susanna Fofana

„Der Gott des Gemetzels“ mit Nadine Hamm, Andreas Zimmermann, Ed Kretz und Jelena Sacharow (v. l.).foto: SUSANNA FOFANA

Bad Oldesloe. „Wir sind glücklich darüber, dass wir unser eigenes kleines Theater haben. Ein Werkstatt-Theater in der Theater-Werkstatt“, freut sich Heike Gräpel, Vorsitzende der Oldesloer Bühne. Als erstes Stück wurde das Weihnachtsmärchen „Frau Holle“ auf der neuen Bühne des Theatervereins aufgeführt. Insgesamt gab es 14 Aufführungen, darunter vier für Schulklassen. Gräpel: „Jede Vorstellung war ausverkauft. Wir hatten keine Karten mehr.“

Genau ausgezählt sind die Besucherzahlen noch nicht. Aber es waren mit etwa 1800 auch nicht weniger als sonst, die den Weg zum neuen Werkstatt-Theater hinter dem Oldesloer Kultur- und Bildungszentrum fanden. Gräpel: „Die Weihnachtsmärchen sind immer sehr gut besucht. Es kommen immer knapp 2000 Zuschauer.“

„Aus unserer Sicht hat es sehr gut geklappt“, betont die Vorsitzende: „Wir sind sehr zufrieden.“ Zudem sei es „wesentlich einfacher und angenehmer als sonst“ gewesen. Die Kinder, die nicht auf der Bühne standen, konnten sich oben aufhalten, wo sich auch Maske und Kostüme befinden. Die Spieler konnten hinter der Bühne mit Getränken und Essen versorgt werden.

Die Besucher hätten sich nur positiv im ausgelegten Gästebuch geäußert – wie „war toll“, „gerne wieder“ oder „wir waren begeistert“. Einen kleinen Wermutstropfen gab es für Kinder, die sich nicht allein trauten, vorne auf den Kinderbänken in den ersten Reihen Platz zu nehmen. Wenn sie erst spät mit ihren Eltern oder Großeltern kamen, konnten sie von hinten schlecht sehen. Einige Besucher hätten deshalb noch Kindersitze aus dem Auto geholt.

„Vielleicht wäre es besser gewesen, sie hätten sich für eine etwas höhere Bühne entschieden oder aber sie bauen die hinteren Reihen noch auf ein Podest“, überlegt sie laut. Für den Anfang konnte der Verein die 120 blauen Stühle aus der Stormarnhalle ausleihen, die Kinderbänke vom KuB und die Garderobenständer von der VHS.

Mit der Traverse für die Scheinwerfer und mit Headsets half die Meddewader Projektagentur leihweise aus. Für die Technik hatte der erst 17-jährige Niklas Schroth sein eigenes Mischpult mitgebracht und war bei Generalprobe und jeder Aufführung dabei, zeigte sich Gräpel beeindruckt. Das Catering übernahmen Mitglieder um Nicole Saddig. Dazu diente der Bühnentresen, den der 2018 verstorbene Bruno Jawinsky einst für das Stück „Cowboys, Quiddjes und Matrosen“ selbst gebaut hatte.

Bevor die Oldesloer Bühne sich eigene Stapelstühle anschafft, wollen die Vereinsmitglieder noch ein Stück für erwachsene Zuschauer auf der eigenen Bühne spielen. Wegen des großen Interesses soll „Der Gott des Gemetzels“ ausnahmsweise noch zwei Mal im Januar (25. und 26. Januar) in der Theaterwerkstatt aufgeführt werden. Die neue Bühne ist ansonsten für Aufführungen der Kindergruppen und des Weihnachtsmärchens gedacht.

Die Oldesloer Bühne hat drei Kindergruppen mit rund 60 spielenden Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren. Insgesamt zählt der Verein 160 Mitglieder, darunter 61 männliche und 99 weibliche. Für die plattdeutschen und hochdeutschen Stücke sollen die Generalprobe auf der Werkstatt-Bühne und die Vorstellungen selber im KuB-Saal stattfinden. Nach den beiden Januar-Aufführungen sind dann die Bühnenzwerge als Nächstes im Mai mit einer Vorstellung in der Theaterwerkstatt an der Reihe.

Die rund 25 000 Euro teure Bühne soll bis Mitte des Jahres abgezahlt sein, hofft Gräpel. 15 000 Euro waren dafür mitsamt Spenden angespart worden, 10 000 Euro überbrückt ein Mitglied mit einem zinslosen Darlehen. Wenn der Verein das Geld zusammen hat, sollen Stühle, Traverse und Scheinwerfer angeschafft werden.

Gräpel findet es „schade, dass unser Peter Clasen es nicht mehr miterlebt hat“. Das Urgestein des Theatervereins war 2017 bei den Vorbereitungen für die zweite Vorstellung des Weihnachtsmärchens just an der Stelle gestorben, an der jetzt die Bühne steht. Alle acht „Rotkäppchen“-Vorstellungen waren daraufhin abgesagt worden. Oldesloer Bands halfen dem Verein mit Benefizkonzerten. Nach den ersten Aufführungen auf der eigenen Bühne wird „Frau Holle“ nun eingepackt. Die Vereinsmitglieder treffen sich am 11. Januar zu einem Neujahrsempfang.

Wer sich für eine Mitarbeit im Verein interessiert, kann an jedem 1. Sonntag im Monat zwischen 10 und 12 Uhr zum Frühstück in die Theaterwerkstatt kommen. Info: www.oldesloerbuehne.de

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