Wie geht’s weiter mit dem Oldesloer Einzelhandel?

Lübecker Nachrichten   08.01.2020

Ein-Euro-Shops und Nagelstudios – die Innenstadt wird zunehmend unattraktiv. Kann ein neues Konzept dem Handel Schwung verleihen?

Von Markus Carstens

Inke Koch, hier in der Hindenburgstraße, ist Bad Oldesloes Ladenflächenmanagerin.Foto: Markus Carstens

Bad Oldesloe. Trotz des anhaltenden Online-Booms profitiert laut einer bundesweiten Studie der Initiative für Gewerbevielfalt in Frankfurt der stationäre Handel. Mehr als ein Drittel der Deutschen (36 Prozent) wollte in der Weihnachtszeit im lokalen Einzelhandel auf Geschenkejagd gehen – ein Plus von sechs Prozentpunkten gegenüber dem Vorjahr.

Also alles nicht so schlimm beziehungsweise schon eine Trendumkehr? In Bad Oldesloe ist man nicht so optimistisch. Im Gegenteil. „Der Online-Handel bereitet uns ganz große Schwierigkeiten“, sagte Ladenflächenmanagerin Inke Koch vor kurzem im Wirtschafts- und Planungsausschuss der Stadt. „Die Einkaufswelt wird sich künftig noch mehr verändern.“ Daher seien Stadt und Gewerbetreibende auf professionelle Empfehlungen angewiesen, wie die Geschäfte gestärkt werden können. Sie rät den Händlern dazu, auch eine eigene Webseite zu betreiben, und bietet dazu Hilfe an.

Auch Jens Wieck von der CDU hat sich das Thema auf die Fahne geschrieben und möchte gerne ein Einzelhandelskonzept für die Kreisstadt erstellen lassen. „Unsere Innenstadt verödet. Ein-Euro-Shops sprießen aus dem Boden, dazu kommen Gemüsehändler und Nagelstudios.“ Von der Stadt heiße es, sie könne nichts machen. „Doch mit einem Einzelhandelskonzept hätten wir die Möglichkeit, etwas zu tun“, sagte Jens Wieck auf der Sitzung. Bislang koche jeder sein eigenes Süppchen. Daher will Wieck auch den Marketingverein „Wir für Bad Oldesloe“ einbinden sowie den gerade gegründeten Wirtschaftsbeirat sowie nicht zuletzt die Oldesloer Wirtschaftsvereinigung.

Deren zweiter Vorsitzender Holger Mahlke würde es als ersten Schritt begrüßen, die Fußgängerzone optisch aufzuwerten und wieder attraktiver zu machen. „Statt die Gebühren der Straßenreinigung zu senken, sollte die Stadt lieber Bänke und Laternen neu streichen“, sagte Mahlke. Sie seien in einem sehr unansehnlichen Zustand. Der Hörgeräteakustiker mit drei Geschäften im Kreis Stormarn plädiert außerdem dafür, Stadtentwicklung sowie Verkehr und Einzelhandel zusammen zu betrachten. Er glaubt, dass langfristig die Fußgängerzone in ihrer jetzigen Ausdehnung nicht bestehen bleiben wird. Mahlkes Oldesloer Geschäft liegt am Rande der Besttorstraße.

Nicole Rowe, Fachfrau aus der Stadtverwaltung, berichtete, dass derzeit ein Leistungsverzeichnis erstellt werde vom Oldesloer Einzelhandel. Das solle im Frühjahr fertig sein. Also entschloss sich der Ausschuss, zunächst auf die Erstellung eines Einzelhandelskonzeptes zu verzichten. Zuletzt war 2009 ein Konzept erstellt worden – fast ohne Beachtung des Internet-Handels.

„Die Vermieter der Läden haben Probleme, Qualität zu holen“, erklärte Ladenflächenmanagerin Inke Koch. Die Zusammenarbeit mit den Eigentümern sei dabei sehr unterschiedlich. „Wunderbar angekommen ist dagegen die Machbar von Daniela Frackmann in der Hindenburgstraße. Von solchen Existenzgründern bräuchten wir noch mehr“, so Koch. Auch das Geschäft Izoda am Markt 1 sei eine große Bereicherung für die Stadt. Auch für Street One in der Mühlenstraße sei eine gute Nachfolge in Sicht. Gegenüber Neudek ist dagegen mittlerweile ausgezogen, und der Laden steht derzeit leer.

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