Ein Lehrer wechselt die Seiten: TSS hat wieder einen Schulleiter

Lübecker Nachrichten   15.01.2020

Martin Nirsberger übernimmt am 1. Februar das Amt an der Oldesloer Gemeinschaftsschule

Von Sandra Freundt

Im Februar geht’s los: Martin Nirsberger freut sich schon sehr auf seine neuen Aufgaben an der Theodor-Storm-Schule.Foto: Sandra Freundt

Bad Oldesloe. Ein Lehrer wechselt die Seiten: Denn seine neue Wirkungsstätte liegt lediglich auf der gegenüberliegenden Straßenseite. Martin Nirsberger (35), der zum 1. Februar das Amt als Rektor an der TSS übernimmt, ist dann zugleich der jüngste Schulleiter in der Kreisstadt.

Nirsberger ist in Bad Oldesloe kein Unbekannter, denn er ist seit sieben Jahren Lehrer an der Ida-Ehre-Schule und engagierte sich bis jetzt auch erfolgreich in der Politik. „Einige Ämter habe ich nach der Zusage des Ministeriums inzwischen abgegeben“, bestätigt der gebürtige Thüringer seinen Rücktritt als Stadtverordneter und Vorsitzender des Bildungs-, Sozial- und Kulturausschusses sowie seinen Austritt aus Schulverband und Schulverwaltungsausschuss.

Zu seinem neuen Amt als Rektor der Theodor-Storm-Schule (TSS) kam der 35-Jährige eher spontan. „Klar wollte ich irgendwann in den nächsten Jahren mal Schulleiter werden, habe am Institut für Qualitätsentwicklung an Schulen auch schon fleißig Vorbereitungskurse für Schulleitungsaufgaben belegt. Aber ich hatte mich mit dem Thema an sich noch nicht ernsthaft befasst.“ Dann aber wurde das Amt an der Theodor-Storm-Schule frei, mit der er emotionale Erinnerungen verbindet. „Als die TSS gerade frisch zur Gemeinschaftsschule umfunktioniert wurde, war ich dort, noch vor meinem Referendariat, etwa ein Dreivierteljahr als Vertretungslehrer angestellt und fand die Gemeinschaft damals schon überwältigend.“

Die Chance, jetzt an seine „erste Schule“ als Rektor zurückkehren zu können, ließ sich der Sport-, Geografie- und Religionslehrer an der Ida-Ehre-Schule nicht entgehen und bewarb sich auf den Posten. Als der „Zuschlag“ vom Ministerium dann tatsächlich kam, sei er erstmal sprachlos gewesen.

Inzwischen wächst die Vorfreude auf die neue Herausforderung täglich. „Ich bin jetzt schon mehrmals die Woche mit dem Kollegium in Kontakt und stelle immer wieder fest, wie viele tolle Projekte es an der TSS gibt und wie hervorragend sie bereits funktionieren.“ So würden Integration und Inklusion bereits erfolgreich umgesetzt, durch die Flex-Klassen in den Jahrgängen 8 und 9 könnten die Schüler einen besseren Abschluss erreichen, die Kooperation mit der Beruflichen Schule der Kreisstadt ermögliche – bei entsprechenden Zensuren – verbindlich den Besuch der dortigen Oberstufe. Und auch die Zusammenarbeit mit dem DaZ-Zentrum (Deutsch als Zweitsprache) klappe. „Zudem ist die Teamarbeit herausragend“, betont der Studienrat. Deshalb habe er auch keine Angst, sein großes Ziel umzusetzen: „Ich möchte, dass sich Schüler wieder bewusst zum Besuch der TSS anmelden und nicht, weil sie an den anderen Lehrstätten keinen Platz bekommen haben.“

Der Vater zweier Kinder hat schon früh festgestellt, dass er gut leiten und organisieren kann. So hat er nach kurzer aktiver Handballzeit auf dem Feld dem Traineramt den Vorzug gegeben. In diesem Sport war er sowohl im Erwachsenen- als auch im Jugendbereich als einer der jüngsten Trainer in hochklassigen Ligen erfolgreich. Dabei sieht er sich selbst als nicht wirklich streng, beschreibt sich auch als Lehrkraft eher so: „Ich bin für jeden Spaß zu haben, erwarte jedoch, dass es läuft und jeder sein Bestes gibt.“

Das habe er selbst auch stets getan. An der Ida-Ehre-Schule war er neben seiner Lehrtätigkeit Fachleiter für Sport, Beauftragter für die berufliche Orientierung und Assistenz der Schulleitung für den 8. bis 10. Jahrgang. „Das war eine schöne Zeit in einem ebenfalls tollen Team“, betont Nirsberger, der der Ida-Ehre-Schule bis Juni mit zwei Wochenstunden erhalten bleibt, denn er führt die Schüler seines Geografiekurses noch zum Abitur.

An der TSS wird Martin Nirsberger am 5. Februar offiziell als neuer Rektor eingeführt. Er hat danach viele organisatorische Aufgaben zu bewältigen, wird jedoch auch weiterhin – wenn auch weitaus weniger als bisher – unterrichten. „Das muss einfach sein“, sagt der Wahl-Oldesloer.

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