Asklepios baut in Oldesloe

Stormarner Tageblatt  23.01.2020

Auf einer Fläche von 65.000 Quadratmetern entsteht für 50 Millionen Euro ein modernes Zentrallager

In  Bad Oldesloe werden zukünftig  allein 120.000 Medizinprodukte vorgehalten.niemeier
In Bad Oldesloe werden zukünftig allein 120.000 Medizinprodukte vorgehalten.niemeier

Stephan Poost und Patrick Niemeier Bad Oldesloe Die Asklepios Kliniken bauen in Bad Oldesloe ein neues, hochmodernes Zentrallager auf einer Fläche von 65.000 Quadratmetern, die eigens dazu erworben wurde. Das Gelände liegt unmittelbar an der A 1. „Wir wollen aus Bad Oldesloe alle unsere Kliniken im Umkreis von rund 200 Kilometern beliefern, aber auch andere Krankenhäuser und Patienten direkt“, erklärt Asklepios-Pressesprecher Mathias Eberenz. Die Hamburger Asklepios-Kliniken werden weiterhin aus dem Hamburger Lager bedient.

Mit dem neuen Zentrallager werde Asklepios die Versorgungssicherheit der angeschlossenen Kliniken und Einrichtungen stabil und auf hohem Niveau nachhaltig sicherstellen können. Bis auf Weiteres erhalten die Asklepios Kliniken Hamburg hingegen auf Wunsch der Stadt Hamburg als Minderheitsgesellschafter keine Anbindung an das neue Zentrallager und behalten ihr bestehendes eigenes Lager.

In Bad Oldesloe werden zukünftig rund 120.000 Medizinprodukte vorgehalten und ausgeliefert, von der Spritze bis hin zum Krankenhausbett. Zusätzlich rund 10.000 weitere Artikel wie Büromaterial und Reinigungsmittel.

„Wir rechnen mit einem Verkehrsaufkommen von 30 bis 40 größeren Lastwagen täglich, dazu die Fahrzeuge, die das Material verteilen werden, aber auch Autos von UPS oder DHL “, erklärt der Pressesprecher. Für Bad Oldesloe bedeutet das zusätzlichen Lkw-Verkehr, nachdem an der A 1 bereits ein Logistikzentrum für das Internetkaufhaus Amazon geplant ist, das nicht nur wegen erwarteter prekärer Arbeitsverhältnisse, sondern auch wegen des hohen Verkehrsaufkommens in der Kritik stand. Lokalpolitik und Verwaltung hatten sich von den Ansiedlungen im neuen Gewerbegebiet eher mittelständische Unternehmen erhofft, wie man dem Grundstücksbesitzer auch mit auf den Weg gegeben hatte. Unter diesen Aspekten ist die Verkündung des nächsten Bauvorhabens eine Enttäuschung für die Kreisstadt. Bereits seit Jahren sucht Asklepios einen Standort für ein neues Zentrallager, da das bisherige in Hamburg viel zu klein für die Versorgung von Kliniken außerhalb Hamburgs ist und die Versorgung der Kliniken im Rest Deutschlands meist von Dienstleistern übernommen wird.

Die Hansestadt selbst konnte kein Grundstück zur Verfügung stellen, das die erforderliche Größe hatte. Ein solches wollte Bad Bramstedt anbieten, aber dort erwies sich der von der Stadt vorgesehene Boden als nicht tragfähig, so dass der Klinikbetreiber davon Abstand nehmen musste. Jetzt ist Bad Oldesloe als Standort gefunden, wo sich bereits eine Asklepios Klinik befindet. Das entsprechende Grundstück wurde von Asklepios gekauft, voraussichtlicher Baubeginn werde in der zweiten Jahreshälfte 2020 sein. Die Inbetriebnahme werde dann im zweiten Halbjahr 2021 erfolgen. Asklepios investiere rund 50 Millionen Euro in das neue Zentrallager.

Der Klinikbetreiber rechnet mit rund 70 Arbeitsplätzen, die in Bad Oldesloe entstehen. „Einige Mitarbeiter bringen wir mit, aber wir werden sicherlich rund 50 hochqualifizierte Fachkräfte zusätzlich suchen“, so Eberenz.

Das Zentrallager in Bad Oldesloe befindet sich in unmittelbarer Nähe der Autobahn 1. Der verkehrsgünstige Standort trage zur Reduzierung von CO2-Emissionen und Lärmbelästigungen bei, verspricht Asklepios. „Wir wollen das Zentrallager besonders unter Nachhaltigkeitsaspekten errichten“, erklärt Kai Hankeln, CEO der Asklepios Kliniken. Auf Nachfrage nannte der Pressesprecher Stichworte wie Energieeffizienz oder entsprechende Materialien, die beim Bau Verwendung finden sollen.

Bürgermeister Jörg Lembke wollte kurzfristig kein Statement abgeben, möchte sich aber in den nächsten Tagen zu der Neuansiedlung äußern. Die Ansiedlung des Amazon-Verteilzentrums hatte er aus Verwaltungssicht als „Enttäuschung“ bezeichnet, weil kaum Gewerbesteuer fließen werde und das erhöhte Verkehrsaufkommen die Infrastruktur beschädigen würde. Das werde „nur eine teure Tasse Tee für Bad Oldesloe sonst nichts“, so Lembke damals.

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