Asklepios will 70 Arbeitsplätze in Bad Oldesloe schaffen

Lübecker Nachrichten   24.01.2020

Im Gewerbegebiet an der A 1 werden Amazon und der Krankenhauskonzern für viel Transport-verkehr sorgen – Asklepios will einige hochwertige Jobs für sein Hightech-Zentrallager schaffen

Von Markus Carstens

Bad Oldesloe. Im Reinfelder Gewerbegebiet entsteht gerade das neue Firmenzentrum des Fahrradhändlers BOC. Er zieht aus dem Lübecker Citti-Park an die A 1. Schon als die Amazon-Pläne für Bad Oldesloe publik wurden, schielte manch Stadtpolitiker etwas neidisch auf die Ansiedlung in der Nachbarstadt.

Und nun wird der Asklepios-Konzern genau neben dem Paketverteilzentrum von Amazon auf 6,5 Hektar ein hochautomatisiertes Zentrallager bauen – und so für noch mehr Lkw-Verkehr sorgen. Die Stadtpolitiker reagierten daher wie schon bei Amazon größtenteils skeptisch, machen sich vor allem Sorgen um die Verkehrsbelastung – haben jedoch keinen Einfluss auf die Entwicklung, da das Areal privatwirtschaftlich erschlossen wird.

Von dem Gewerbegebiet Süd-Ost aus sollen dann nicht nur die eigenen Krankenhäuser sondern zum Beispiel auch Ärztezentren oder Rehakliniken versorgt werden. Vom Bettlaken bis zur Spritze werde alles dabei sein, sagte Asklepios-Sprecher Mathias Eberenz – allerdings keine Medikamente. Das Lager in Hamburg war dem Unternehmen zu klein geworden, schon seit Jahren ist Asklepios auf der Suche nach einem neuen Standort. Die Teichkoppel in Bad Oldesloe direkt an der Autobahn sei ideal, sagte Eberenz. Etwa 120 000 verschiedene medizinische Produkte werde das Unternehmen vorhalten, dazu kämen rund 10 000 weitere Artikel wie Reinigungsmittel oder Büromaterial.

Zu den Ausmaßen des Lagers konnte er noch nichts sagen, auch nicht zur Höhe der Gewerbesteuer. „Allerdings werden wir 70 neue Arbeitsplätze schaffen, 50 davon ganz neu“, sagte Eberenz den LN. Da das Lager hochautomatisiert sein werde, benötige das Unternehmen nicht einfache Lagerarbeiter sondern qualifizierte Logistik-Fachkräfte, dazu Ingenieure für Warenwirtschaft und Prozessleittechnik.

Eberenz: „Es wird ganz viel digital laufen. Das wird Hightech. Anders als bei Amazon werden die Artikel bei uns alle Standardgrößen haben.“ In der Stadt besteht die Befürchtung, dass in dem Gewerbegebiet hauptsächlich Jobs auf dem Niedriglohnsektor entstehen. Amazon will nach eigenen Aussagen 150 Arbeitsplätze in dem Paketverteilzentrum schaffen, dazu kommen rund 500 Fahrer.

Asklepios will Krankenhäuser und andere Einrichtungen in einem Umkreis von etwa 250 Kilometern beliefern, zum Beispiel auch auf Sylt, in Parchim in Mecklenburg-Vorpommern oder im Harz. Wie viele Lkw und Transporter täglich Bad Oldesloe ansteuern, vermochte Eberenz noch nicht zu sagen. Allerdings dürften Amazon und Asklepios für sehr regen Verkehr mit täglich mehreren Hundert Transportern sorgen. Asklepios wolle hauptsächlich am Tage fahren und in den meisten Fällen über die Autobahn.

Die Einführung von Elektroautos habe man – anders als Amazon – noch nicht erwogen. „Das muss auch alles gegenfinanziert werden, im Kliniksektor herrscht großer Kostendruck“, sagt Eberenz. Allerdings wird der Krankenhaus-Konzern nicht nur Kliniken beliefern, sondern auch die Nachsorge von Patienten betreuen. „Es werden also auch Paketdienste wie DHL oder UPS dort täglich Pakete abholen.“

Mit den Ansiedlungen von Amazon und Asklepios sind nun bereits große Flächen des insgesamt 28 Hektar großen Areals vergeben. Fast das gesamte Gebiet zur Autobahn hin ist damit an lediglich zwei Unternehmen gegangen. Der Entwickler des Gewerbegebiets, die PHE Land und Haus GmbH, wollte sich bislang nicht äußern.

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