Knickpflege: Was alles zu beachten ist

Stormarner Tageblatt  27.01.2020

Saison endet am 29. Februar / Schrägschnitt nicht mehr zulässig

Bad Oldesloe / Kiel „Einige der landschaftstypischen Knicks sind in dieser Wintersaison schon sachgerecht gepflegt und auf den Stock gesetzt worden. Dabei hat sich erfreulicherweise gegenüber früheren Jahren die Qualität des Maschineneinsatzes verbessert. Ein sauberer Schnitt verringert die Gefahr des Eindringens von Pilzen und trägt zur Verbesserung der Wiederausschlagsfähigkeit des Knicks bei“, erklärt Martin Schmidt, Pressesprecher des Landesamtes für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume (LLUR).

Regeln geändert: Faltblatt aktualisiert

Die Regeln für die Behandlung von Knicks haben sich in der Vergangenheit immer wieder etwas geändert. Um Klarheit zu schaffen, hat das Landesamt das Faltblatt zur Knickpflege aktualisiert herausgegeben. Zum Beispiel ist der sogenannte Schrägschnitt nicht mehr erlaubt. Wer den Knickbewuchs seitlich zurückschneiden will, muss mindestens einen Meter Abstand vom Knickwallfuß halten, um dann senkrecht bis maximal vier Meter Höhe einen glatten Schnitt anzubringen.

Ein Saumstreifen zum Schutz des Knickwalles muss nur noch bei Ackerflächen eingehalten werden, nicht mehr bei Grünlandflächen. „Hingewiesen werden muss leider immer wieder auf die Bedeutung der Überhälter und die rechtliche Regelung, dass alle 40 bis 60 Meter ein Überhälter stehengelassen werden muss. Überhälter sind Einzelstämme mit mindestens einem Meter Stammumfang in einem Meter Höhe. Die manchmal nach radikalem Auf-den-Stock-setzen übrig gelassenen dünnen Einzeltriebe, die erst in einigen Jahren zu Überhältern herangewachsen sein werden, sind noch nicht als solche zu werten“, so Martin Schmidt. Sie sollten zusätzlich stehengelassen werden, damit sie sich entwickeln können. Wenn sie einen Stammumfang von einem Meter haben, können sie noch dickere Bäume bis zu zwei Meter Stammumfang ersetzen, die dann geerntet werden dürfen.

Je nach Entwicklung der Krone gewähren stehengelassene „Überhälter“ im Abstand von 40 bis 60 Metern den Sträuchern dazwischen eine gute Entwicklung, fördern insgesamt die Artenvielfalt des Knicks und stärken seine wichtigen Funktionen im Naturhaushalt. Unter anderem dienen sie in der Feldmark als Sitzwarte für Greifvögel und als Brutbäume auch für Höhlenbrüter.

Schutzfrist für Tiere und Pflanzen

Wer noch einen Knick auf den Stock setzen will, sollte sich beeilen, denn am 1. März beginnt bereits wieder die Schutzfrist für Tiere und Pflanzen, und bei diesem milden Winter wird weder der Safttrieb in den Gehölzen noch der Bruttrieb der Vögel auf sich warten lassen. st

Mehr über die Pflege von Knicks in Schleswig-Holstein kann im Web unter www.schleswig-holstein.de – Suchbegriff „Knick“ – nachgelesen werden. Der kostenlose Flyer ist über die Mail broschueren@llur.landsh.de oder Telefon (04347) 704-230 zu beziehen. Auch als pdf unter www.umweltdaten.landsh.de.

 
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