Betrachtungen zum Wochenausklang: Tumult – Tonne – Tollitäten

Stormarner Tageblatt  01.02.2020

Stormarner Wochenschau

Tumult – Tonne – Tollitäten

Megi Balzer
Megi Balzer

Marle Liebelt und Cordula Poggensee

Lippenbekenntnis Wenn im März dieses Jahres die erste Leerung der gelben Tonne in Stormarn ansteht, werden vor einigen Häusern keine neuen Wertstoffbehälter stehen. Allerding lediglich vor weniger als einem Prozent der Haushalte. Denn die überwältigende Mehrheit der rund 66.000 Kunden freut sich auf die neue Tonne oder hat sich zumindest – mehr oder weniger – damit arrangiert. Lediglich 550 Kunden haben sich wegen der Größe beschwert und entschieden, lieber ganz auf die neue Tonne zu verzichten.

Zugegeben, die Tonne ist mit einem Volumen von 240 Litern großzügig ausgelegt – ist aber doch längst nicht so überdimensioniert, wie es unsere Karikaturistin überspitzt dargestellt hat. Denn die Vorteile, sämtliche Wertstoffe direkt vor der Haustür dem Recycling-System zuführen zu können, liegen auf der Hand. Die Kunden werden überrascht sein, wie viele Wertstoffe bei ihnen zukünftig in der gelben Tonne landen werden und wie klein deshalb das Restmüllaufkommen in ihrem Haushalt ausfallen wird. Klimaschutz ist auch in Stormarn in aller Munde und geht mit allerlei Forderungen an die Politik einher. Deshalb: Wer jetzt weiter an der Größe der neuen gelben Tonne herumnörgelt und aus Protest darauf verzichtet, macht deutlich, dass Klimaschutz für ihn doch nur eins ist: Ein Lippenbekenntnis.

Entschädigung Aktuell bekommen Bad Oldesloes Lokalpolitiker lediglich 40 Prozent von der Entschädigung, die ihnen zusteht. Besonders vor dem Hintergrund, dass die Lokalpolitik als Ehrenamt allen zugänglich gemacht werden sollte, ist es also vollkommen nachvollziehbar, dass viele Stadtvertreter die Bezüge anheben wollen. Dennoch ist eine Erhöhung von Bezügen immer auch ein sensibles Thema – besonders wenn zu Zeiten eines defizitären Haushalts an allen Ecken gespart werden muss. Umso mehr Fingerspitzengefühl scheint hier gefragt zu sein. Aber genau das bewies Hans-Herrmann Roden (SPD), der als stellvertretender Bürgerworthalter Hildegard Pontow (CDU) bei der Abstimmung über die Erhöhung vertrat, leider nicht. Unklarheiten wurden stehengelassen, die Forderung, die Abstimmung zu wiederholen, abgelehnt. Stattdessen wurde zügig zum nächsten Tagesordnungspunkt übergegangen. Es kam zu Tumulten, zum Eklat. Völlig zu Recht monierten FDP und FBO das Vorgehen, denn es ließ die Debatte samt Abstimmung unklar, intransparent und damit undemokratisch erscheinen. Dabei scheint die Mehrheit für eine Erhöhung doch sowieso so gut wie in trockenen Tüchern zu sein.

Bunte Vögel Selbst wenn einem Karneval oder „Fasching“ – wie das bunte Fest im Norden gerne betitelt wird – nicht zusagt, so ist es doch eine Abwechslung zu den grauen Wochen. Die bunt kostümierten und tanzenden Gestalten bringen Freude auf hellere Monate. Diese scheinen an diesem Wochenende wieder in greifbare Nähe zu rücken, wenn es bei „Elkana“ in Elmenhorst heißt: „Fisch-Elm!“

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