Kinder- und Jugendbeirat hat große Pläne

Lübecker Nachrichten   06.02.2020

Gremium will nicht nur Plätzchen backen – Jugendliche widmeten sich auf ihrer zweiten Sitzung wichtigen Themen wie Schulsozialarbeit

Von Sandra Freundt

 

Mit einem Plakat will der neue Kreisjugendbeirat sich in den Schulen bekannt machen.Foto: privat

Bad Oldesloe. Kaum gewählt, startete der neue Kinder- und Jugendbeirat (KJB) der Stadt Bad Oldesloe unter Leitung von Lennard Hamelberg im Dezember mit der Aktion „Kekse gegen Hunger“. Diese hatte großen Erfolg. Die sieben gewählten Jugendlichen widmeten sich auf ihrer jüngsten Sitzung nun gezielt aktuellen und jugendlich-relevanten Themen.

Die Kinder hatten zur Sitzung offiziell geladen, es gab Tagesordnungspunkte und natürlich ein Protokoll. Da die Mitglieder auch Rede- und Antragsrecht bei jugendrelevanten Themen in den Ausschüssen der Oldesloer Politik haben, hatten sich die sieben bereits im Vorfeld die Teilnahme daran aufgeteilt. Michael Nienstedt lieferte erste Berichte aus dem Finanzausschuss.

Da viele Kinder und Jugendliche allerdings mit dem KJB nicht viel anfangen können und die Mitglieder auch nicht kennen, haben Hamelberg und Co. für Donnerstag, 12. März, eine Jugendversammlung für alle Schüler und Schülerinnen Oldesloes in der Jugendfreizeitstätte (Juze) anberaumt. Hier können alle ihre Sorgen und Anliegen vortragen. Für die jüngeren bis einschließlich fünfter Klasse ist dabei der Zeitraum von 15 bis 16.30 Uhr vorgesehen, für die älteren ist 17 bis 18 Uhr angedacht.

„Das haben wir bewusst so gelegt, weil die „Kleinen“ ja doch andere Interessen haben als die „Großen“, erklärt Frederike Wrohn, die bei der Sitzung das Protokoll führte. Damit bereits jetzt die Oldesloer mit ihrem Jugendbeirat ein „Gesicht“ verbinden können, haben die KJB-Mitglieder zudem ein Poster erstellt, welches inzwischen in allen Schulen der Kreisstadt hängen sollte.

Für den Mai ist ein Umweltaktionstag angedacht. Wie und wo genau, in oder außerhalb der Schule und für welche Altersstufen dieser stattfinden soll, ist jedoch noch in der Planung. Hamelberg würde dazu gern mit den Schülervertretungen der einzelnen Bildungseinrichtungen zusammenarbeiten. Leider war zu dieser Sitzung nur ein Vertreter der Ida-Ehre-Schule erschienen. „Ich hoffe, dass sich dies in Zukunft bessert“, sagt der 1. Vorsitzende.

Da im Zuge der Umweltfürsorge immer mehr Kinder und Jugendliche der Kreisstadt mit dem Fahrrad zur Schule kommen, trat zudem die Frage auf, ob die Fahrradständer an den einzelnen Schulen ausreichen. Hierzu will Kathrin Stehr von der Stadtjugendpflege bis zur nächsten Sitzung konkrete Zahlen liefern.

Auf der Sitzung des KJB stand auch das Thema „Schulsozialarbeiter“ auf der Tagesordnung, welches Lennard Hamelberg ganz besonders am Herzen liegt und bei dem er sich auch schon bei der Sitzung des Sozialausschusses Gehör verschafft hatte. Denn während es an einer Schule in Wiesbaden für 150 Schüler einen Sozialarbeiter gibt, kommt beispielsweise an der Ida-Ehre-Schule (IES) in Bad Oldesloe ein Schulsozialarbeiter auf 800 Schüler – und das bei durchschnittlich drei Fällen pro Woche. In den anderen Oldesloer Schulen verhält es sich ähnlich.

„Die IES hat ein tolles Trainingsraum-Konzept“, sagt Hamelberg, der dort die elfte Klasse besucht. „Nur nützt das nichts, wenn der Schulsozialarbeiter gerade unterwegs und der Raum dann unbesetzt ist“, meint er und betont die Notwendigkeit weiterer Stellen in diesem Bereich. Leider waren sich die Politiker bei der Sitzung des Sozialausschusses noch uneinig, sodass Hambelberg auf der Sitzung vom KJB nur von der Situation berichten konnte. Er bleibe aber weiter am Thema

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