Bezahlbare neue Wohnungen für Bad Oldesloe

Lübecker Nachrichten   07.02.2020

Die Stadt wächst – Ein neues Wohngebiet soll an der Kampstraße entstehen –  Bauherren versprechen, bezahlbaren Wohnraum zu schaffen sowie eine Seniorenresidenz

Am einstigen Standort der Flüchtlingsunterkunft in der Kampstraße und der Firma Soex soll ein neues Wohngebiet entstehen.Fotos: D. von Dahlen

Die Lauenburgische Treuhand baut eine Seniorenresidenz am einstigen Standort des Busbetriebs Niemeyer in Bad Oldesloe.

Bad Oldesloe. Andere Regionen veröden, Bad Oldesloe ist dagegen weiterhin auf Expansionskurs. Mittelfristig entstehen in der Kreisstadt mindestens 200 bis 300 neue Wohneinheiten. Investoren haben sich größere Flächen gesichert.

Eine davon liegt genau vis-à-vis der neuen Eigenheimsiedlung am „Claudiussee“. Bereits im vergangenen Jahr ging das 16 500 Quadratmeter große Grundstück ins Eigentum der Assando Real Estate GmbH über. Es handelt sich um das Areal an der Kampstraße, auf dem derzeit noch die Gebäude des einstigen Alttextilverwerters Soex beziehungsweise die inzwischen leer stehende, seinerzeit vom ASB betreute Flüchtlingsunterkunft stehen.

„Die Trave-Stadt besticht durch optimale Anbindungen, sowohl an das Wirtschaftszentrum Hamburg als auch in die Ostseeregion“, begründet die 2012 gegründete Unternehmensgruppe, weshalb Bad Oldesloe für sie als Standort für Investitionen in Frage kam. Weiterhin heißt es ausdrücklich, dass „bezahlbarer Wohnraum“ entstehen soll.

Als Finanzier des Projekts hat sich die Assando Real Estate einen Partner ins Boot geholt. Die Lauenburgische Treuhandgesellschaft (LTG) mit Sitz in Mölln soll das Projekt umsetzen. Vorsitzender des Aufsichtsrats ist im Übrigen der CDU-Abgeordnete und Landtagspräsident Klaus Schlie.

„Detaillierte Planungen sind noch nicht in Auftrag gegeben“, erklärt LTG-Vorstand Björn Münchow. „Derzeit stehen noch Gutachten zu Lärmschutz und Verkehrsanbindung des Gebiets aus. Das ist mit viel Arbeit verbunden. Erst, wenn das Ergebnis vorliegt, können wir sagen, wie viele Wohnungen am neuen Standort entstehen können.“ Über 100 Wohneinheiten würden es aber in jedem Fall werden. Dabei werde die LTG den Maßgaben der Stadt Bad Oldesloe folgen und einen Teil als geförderten Wohnungsbau mit sozialer Bindung realisieren. Doch zunächst einmal bedürfe es eines gültigen Bebauungsplans, bevor mit der Umsetzung begonnen werden könne. Dieser werde sicherlich einige Zeit in Anspruch nehmen.

Schließlich müsse er von den Trägern öffentlicher Belange und letztlich auch von den städtischen Gremien bestätigt werden. Eine Genehmigung liegt dagegen schon für ein anderes Gebiet in Bad Oldesloe vor. Münchow zufolge errichtet die LTG eine Seniorenresidenz mit 44 Wohneinheiten auf dem alten Gelände des Busunternehmens Niemeyer in der Lübecker Straße. Im Frühjahr soll bereits mit den Bauarbeiten begonnen werden.

„Wir sind uns sicher, dass dafür in der Stadt Bedarf besteht. Die Wohnungen werden seniorengerecht ausgestattet sein. Wer mag, kann optional eine Betreuung dazu buchen“, kündigt Münchow an. Einen örtlichen Pflegedienst, der diesen Service übernehme, gebe es schon. Um wen es sich dabei handele, könne allerdings noch nicht mitgeteilt werden, da der Vertrag noch nicht unterzeichnet sei.

Das Alter sei im Übrigen kein zwingendes Kriterium der Wohnungsvergabe in der Residenz. „Es gibt ja auch Menschen, die bereits mit 45 Jahren ein Handicap haben und aus diesem Grunde eine Betreuung brauchen“, sagt Münchow.

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