Frust rund um den Kreisel

Stormarner Tageblatt  12.02.2020

Bad Oldesloe: Anlieger bringen Protest zum Ausdruck gegen Investor im Gewerbegebiet Teichkoppel

Das neue Gewebegebiet Teichkoppel, das über den Kreisel zu erreichen ist,  bereitet den Anliegern Kopfzerbrechen: „Was ist, wenn noch weitere Logistikunternehmen sich hier ansiedeln?“nie
Das neue Gewebegebiet Teichkoppel, das über den Kreisel zu erreichen ist, bereitet den Anliegern Kopfzerbrechen: „Was ist, wenn noch weitere Logistikunternehmen sich hier ansiedeln?“nie

Patrick Niemeier Bad Oldesloe Viele Anlieger im Ortsteil Rethwischfeld sind besorgt, seitdem klar ist, welche Pläne Investor Peter Eggers mit der Firma PHE im Gewerbegebiet an der Teichkoppel verfolgt. Nachdem sich Verwaltung und Lokalpolitik enttäuscht über die Ansiedlungspolitik gezeigt hatten, machen jetzt auch Anlieger mobil, die auch in der Sitzung des Wirtschafts- und Planungsausschusses (WPA) der Stadtverordnetenversammlung deutlich wurde.

„Wir wohnen dort. Und wir möchten wissen, was in unserer Nachbarschaft passiert“, sagt Dirk Sommer: „Wir möchten nicht der vergessene Ortsteil sein, an den bei den Ansiedlungen nicht gedacht wird.“ Sönke Gerundt zeigt sich besorgt über das Verkehrsaufkommen. „Wir möchten belastbare Zahlen. Hält der Kreisel dem Verkehr stand? Wie wird verhindert, dass die Fahrzeuge Schleichwege wie durch die Ölmühle nehmen oder allgemein bei uns durch den Ortsteil?“, so Gerundt weiter. „Schon jetzt ist es für uns schwierig, in den Kreisverkehr einzufahren. Wenn dort in Spitzenzeiten nochmal 500 Fahrzeuge pro Stunde hinzukommen, kommen wir ja gar nicht mehr aus Rethwischfeld raus“, sagt Susanne Sommer: „Ich habe mich extra in Borgstedt schlau gemacht, wo genau so ein Zentrum steht. Dort werden Wohngebiete und sogar Grundstückszufahrten zugeparkt, weil die Fahrer dort in ihren Sprintern übernachten.“

„Wir können natürlich Parkverbote einrichten, aber zunächst können wir zum ruhenden Verkehr nichts sagen“, so Bauamtsleiter Dr. Kurt Soeffing. Die maximale Belastung des Kreisverkehrs liege bei 25.000 Fahrzeugen am Tag. Bisher seien es nur 18.000. Daher sehe er keine Staugefahr. Soeffing: „Was die Schleichwege angeht, muss ich sagen, dass wir nicht davon ausgehen, dass Amazonfahrer die nutzen.“

Im Verlauf der Sitzung des WPA beabsichtigte die FBO, zumindest für den zweiten Teil des Gewerbegebiets, der noch nicht erschlossen ist, den Bebauungsplan zu ändern. Man wolle alles tun, um dem bisherigen Vorgehen von Eggers einen Riegel vorzuschieben. Der Bebauungsplan solle so geändert werden, dass keine weiteren Logistiker oder Lager angesiedelt werden könnten. Die übrigen im Ausschuss vertretenden Parteien ließen das Thema – aus formellen Gründen – von der Tagesordnung nehmen, weil ein konkret gefasster Antrag der FBO- Fraktion nicht vorliege. „Wir werden hier zu einem sehr wichtigen Thema mundtot gemacht“, beschwert sich Matthias Rohde (FBO). Er sei mit der Sitzungsleitung durch Dr. Hartmut Jokisch (Grüne) nicht einverstanden. „Fast alle Fraktionen waren entsetzt, als sie von den Plänen des Investors hörten, Amazon anzusiedeln. Wir werden alles tun, was wir an Regelungen und Auflagen machen können, um für die Anwohner es halbwegs erträglich zu machen“, versprach Jokisch. „Wir werden dann den Bebauungsplan eben in der nächsten Sitzung per Beschluss ändern. „So schnell geht das sowieso alles nicht“, fügte er an. „Bis dahin hat der Investor aber Zeit, noch mehr Schaden zu verursachen und schnell noch Grundstücke zu verkaufen“, meint eine enttäuschte Anwohnerin. Die anfängliche positive Erwartung mit Blick auf das neue Gewerbegebiet Teichkoppel ist längst Frust und Enttäuschung gewichen.

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