Förderantrag der Feuerwehr im Kieler Ministerium verschwunden

Lübecker Nachrichten   20.02.2020

Die Retter im Oldesloer Ortsteil Rethwischfeld befinden sich zwischen Bauboom im Dorf und Amazon-Ansiedlung – Es ist eng im Feuerwehrhaus, aber ohne Förderantrag kein Anbau

Von Susanna Fofana

Ortswehrführer Benjamin Rohr (l.), sein Stellvertreter Björn Karczewski und die kürzlich wiedergewählte Jugendgruppenleiterin Larissa Funk.

Bad Oldesloe. Im aufstrebenden Oldesloer Ortsteil Rethwischfeld, nur durch die B 208 vom großen Gewerbegebiet getrennt, in dem sich Amazon und Asklepios ansiedeln wollen, ist die Freiwillige Feuerwehr mit einem jungen dynamischen Vorstandsteam richtig gut aufgestellt. Zudem fand der Oldesloer Musikzug dort ein neues Domizil.

Seitdem herrscht allerdings oft Enge in dem schmucken, zum Großteil in Eigenleistung erbauten Feuerwehrhaus. Denn der im Zusammenhang mit der Aufnahme des Feuerwehrmusikzuges avisierte Anbau ist immer noch nicht fertig. Die Verzögerung liege unter anderem daran, dass im Kieler Ministerium der Oldesloer Förderantrag verschwunden sei, erläuterte Bürgermeister Jörg Lembke, der den Vorgang noch von seinem Vorgänger Tassilo von Bary übernommen hatte. Bei der Jahreshauptversammlung der Rethwischfelder Wehr wurde deutlich, dass die Vorstellungen über den Anbau und Erinnerungen an getroffene Zusagen weit auseinanderklaffen.

Jörg Lembke betonte, dass er lediglich den Beschluss umsetzen solle, eine Garage für den Mannschaftswagen zu bauen. Der Bürgermeister: „Es war zu keinem Zeitpunkt geplant, in das Bestandsgebäude einzugreifen.“ Schon 2017 sei aber eine multifunktionale Nutzung im Gespräch gewesen, erinnern sich Feuerwehrleute. Der Musikzug braucht einen Raum zum Üben und zur Unterbringung des Anhängers, die Feuerwehrleute hatten zudem darauf gehofft, sich nicht länger im Freien umziehen zu müssen.

Nun soll das Thema erneut auf den Tisch kommen und es zudem regelmäßige Gesprächsrunden zwischen Mitarbeitern der Stadtverwaltung und der Oldesloer Gemeindewehr mit ihren vier Ortswehren geben. Und dann wird es ja vielleicht auch eine für alle Beteiligten befriedigende Lösung geben. So war sich Bürgermeister Lemke sicher, dass es kaum einen Wunsch der Feuerwehr gebe, der von der Politik abgeschlagen werde.

„Die Zeit rast gefühlt immer schneller. Eine Kommunikation in alle Richtungen ist wichtig“, unterstrich Ortswehrführer Benjamin Rohr. Einige Mängel am Gerätehaus konnten bereits beseitigt werden. Zudem wurde die Küche in dem Gebäude von 1984 komplett erneuert – vieles davon in Eigenleistung, erläuterte er unter dem Applaus der Feuerwehrleute und ihrer Gäste.

Eine weitere positive Nachricht betrifft die Nachwuchsförderung des Feuerwehr-Musikzuges. Hier gibt es jetzt einen Deal mit der Oldesloer Musikschule. Die Stadt Bad Oldesloe will die Eltern des Musikzugnachwuchses entlasten und die Hälfte der musikalischen Ausbildungskosten übernehmen. Die Regelung soll gelten, sowie der Oldesloer Haushalt genehmigt ist. Der Musikzug erhofft sich davon eine deutliche Verjüngung.

15 Aktive und sechs Feuerwehrleute in der Ehrenabteilung gibt es derzeit in der Freiwilligen Feuerwehr Rethwischfeld. Immerhin 15 von ihnen sind Atemschutzgeräteträger, so der stellvertretende Ortswehrführer Björn Karczewski. Es gab 22 Aus- und Fortbildungen. Hinzu kamen neun Einsätze, zu denen bei Tag und Nacht mit meist rund zehn Feuerwehrleuten ausgerückt wurde. Einen Schreck bekamen die Wehrleute voriges Jahr, als sie bei einer Brand-Alarmierung die Adresse ihres eigenen Feuerwehrgerätehauses auf den Meldern lasen. Doch zum Glück war nur der Container vom Dorfputz auf unbekannte Weise in Brand geraten. Zur Jugendgruppenleiterin war Larissa Funk bereits erneut von der Jugendfeuerwehr Rethwischfeld gewählt worden. Insgesamt zählt die 1977 gegründete Jugendfeuerwehr 15 Mitglieder.

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