Oldesloe auf Platz 8 der Bildungshochburgen

Lübecker Nachrichten   26.02.2020

Wo erhält mein Kind die beste Grundlage für die spätere berufliche Karriere? Einer Studie zufolge schneiden die Schulen in Bad Oldesloe dabei überdurchschnittlich gut ab

Von Dorothea von Dahlen

Bad Oldesloe. Eine grundsolide Bildung ist das beste Sprungbrett für Studium, Lehre und den späteren Beruf. Bad Oldesloer Schulen bieten in dieser Hinsicht offenbar bessere Chancen, als manch einer vielleicht angenommen hat. Bei einer bundesweiten Studie schnitt die Kreisstadt vergleichsweise gut ab. Von insgesamt 585 auf die Bildungsqualität hin untersuchten mittelgroßen Städten landete Bad Oldesloe auf Platz 8.

„Das ist mal ein sehr positives Ergebnis. Wir liegen deutlich vor Starnberg, Bayreuth und Rendsburg“, sagt Bürgermeister Jörg Lembke erfreut. Insbesondere hinsichtlich der Ausstattung der Oldesloer Schulen seien die Experten, die das Ganze von außen betrachtet hätten, begeistert gewesen.

Ermittelt wurde das Ranking von den Machern der Internetplattform Kommunal.de und der Contor GmbH. Letztere hat ein digitales Analyse-Instrument entwickelt, das etwa in der Lage ist, im Auftrag von Unternehmen den idealen Standort zur Ansiedlung zu ermitteln oder aber, wie im Fall der aktuellen Studie, jene Kommunen in der Bundesrepublik, die die besten Bildungsangebote vorhalten.

„Dazu haben wir die Daten von 67 Standortfaktoren zusammen mit Analyse-Algorithmen in ein geschlossenes Tool gegossen“, beschreiben die Statistiker ihre Vorgehensweise.

Unter die Lupe nahmen sie Schulen in Städten mit 20 000 bis 75 000 Einwohnern. Dabei fokussierten sie sich darauf, wie es um Erziehung, Unterricht und Ausbildung bestellt ist. Nicht zuletzt spielte aber auch eine Rolle, wie viele junge Menschen die Angebote tatsächlich nutzen. Dabei liegt Bad Oldesloe im guten Mittelfeld. Denn ihr Anteil an der Gesamtbevölkerung liegt bei rund 26 Prozent, also etwas über dem Durchschnitt. Am schlechtesten schnitten Städte mit 16 Prozent junger Leute ab, am besten die mit dem Wert von 31 Prozent.

Beim genauen Blick auf die Schulen ergab sich, dass die Quote der Abbrecher ohne Hauptschulabschluss mit vier Prozent in Bad Oldesloe unter dem Durchschnitt liegt, während es in Güstrow beispielsweise acht Prozent sind. Höhere Werte stehen gar nicht mehr auf der Liste der obersten 50. So muss es Kommunen geben, in denen 17 Prozent der Jugendlichen die allgemeinbildenden Schulen ohne die Berufsschulreife verlassen.

Betrachtet haben die Gutachter aber auch, wie sich dieses Phänomen über den Zeitraum von fünf Jahren mit Blick auf die Gesamtzahl der Schulabsolventen im zugehörigen Kreis entwickelt hat. Auch in dieser Hinsicht hat Bad Oldesloe mit zwei Prozent gepunktet, während etwa Ansbach, das Schlusslicht der Liste, eine Zunahme von satten 110 Prozent aufweist. Das Abitur erreichen in der Kreisstadt ebenfalls überdurchschnittlich viele Mädchen und Jungen, nämlich 51 Prozent. Das toppen nur die Altersgenossen in Frankfurt/Oder mit 57 Prozent, während etwa in Holzminden nur 24 Prozent die allgemeine Hochschulreife erlangen.

Ohne geeignetes Personal dürfte die Vermittlung von Bildungsinhalten schwierig sein. Deshalb bezog die Contor GmbH auch eine Variable mit ein, die den Anteil der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in Kindergärten sowie Grund- und weiterführenden Schulen mit Bezug auf die Einwohnerzahl aufzeigt. In Bad Oldesloe beträgt dieser Wert 2,6 Prozent.

Die höchste Beschäftigungsrate im Bildungssektor aller untersuchten Kommunen weist die Stadt Ilmenau auf. Dort arbeiten 6,26 Prozent der Einwohner als hauptberufliche Erzieher, Lehrer oder Pädagogen. Wesentlich schlechter sind hingegen die Kinder und Jugendlichen in der Stadt Ottobrunn versorgt. Dort liegt die Quote bei 0,88 Prozent.

Das Fazit der Statistiker fällt deshalb durchweg positiv aus. Aufgrund einer geringen Anzahl von Schulabbrechern und einem vergleichsweise hohen Anteil Abiturienten genießt die Stadt in ihren Augen eine „solide Bildungsatmosphäre“.

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