Betrachtungen zum Wochenausklang: Wer rollt das Bier nach Todendorf?

Stormarner Tageblatt  29.02.2020

Stormarner Wochenschau

Wer rollt das Bier nach Todendorf?

Dirk Gusick, Patrick Niemeier und Stephan Poost

Animalisch Angst- und Panikmache rund um das Coronavirus greifen um sich. Und bei manchen Hamsterkäufen und Verhaltensweisen bekommt man den Eindruck, die Zombie-Apokalypse aus einem Endzeitfilm stehe kurz bevor. Ja, natürlich sollte man vorsichtig sein, und nein, natürlich ist eine Ansteckung alles andere als lustig und ungefährlich – genau wie für Risikogruppen eine Grippewelle. Doch was sich in Apotheken, Drogerie- und Supermärkten derzeit teilweise abspielt, ist auf eine andere Art bedenklich. Denn das erste Opfer des Virus ist offenbar Rücksichtnahme und Solidarität. Dazu drei kurze Beobachtungen: Eine Frau rafft in einem Drogeriemarkt alles zusammen, was nur irgendwie wie Desinfektionsmittel aussieht. Angesprochen von einem älteren Ehepaar, ob es eine Falsche abhaben könne, antwortet sie: „Natürlich nicht!“. Bei einem Discounter stapelt ein Mann sämtliche Konserven mit Tomatensuppe in seinen Einkaufswagen. Auf die Frage, ob man eine Dose davon abhaben könne, erfolgt der Hinweis, er habe sich diese Konserven schon reserviert. An der Kasse kurz dahinter steht eine Frau und hat quasi die Mehlvorräte aufgekauft. Eine Seniorin fragt, ob sie von den rund 50 Paketen eines aus dem Wagen nehmen dürfe. Doch auch ihr Ansinnen wird abgeschmettert. Und so erweist sich: Der eigentliche Virus ist der menschliche Egoismus und die eigentliche Gefahr der Mensch an sich.

Glaube Glaube soll ja angebliche Berge versetzen. Das Glaube aber auch Feuerwehrgerätehäuser bauen kann, davon ist nichts bekannt. Allerdings glaubte Wehrführer Stefan Birr, dass das Mollhagener Feuerwehrgerätehaus vor dem der Todendorfer Feuerwehr gebaut werden würde. Er wettet sogar mit seinen Todendorfer Kameraden um ein Fass Bier. Doch bei all seinem „Glauben“ hätte er dabei besser einkalkulieren sollen, dass die Planung für ein solches Projekt lange und in den verschiedenen Gemeinden unterschiedliche Zeit dauern kann. Denn während in Todendorf das neue Feuerwehrgerätehaus bereits gebaut wird, wird in Steinburg noch geplant und verhandelt. Jetzt glauben allerdings alle Todendorfer Feuerwehrleute daran, das Stefan Birr ein Fass Bier zu ihrem neuen Gerätehaus rollen wird. Spätestens, wenn es fertig ist…

Standortfaktor In Sachen Bildung ist unsere Kreisstadt vorn mit dabei. Bei einem bundesweiten Ranking landet Bad Oldesloe bei den Mittelstädten auf dem achten Rang. Dabei ging es nicht nur um die Entfernung zur nächsten Universität, sondern auch um Themen wie Erwachsenenbildung, Kindertageseinrichtungen und natürlich die Schulen. Die Anzahl der Schulabbrecher und die der Abiturienten wurden unter anderem auch bewertet. Da haben Politik und Verwaltung in der Kreisstadt in der Vergangenheit wohl so einiges richtig gemacht, und so mag Bad Oldesloe als Beispiel kreisweit gelten. Denn andere Stormarner Städte waren weit abgeschlagen. So landeten Reinbek und Ahrensburg auf den Plätzen 304 und 127.

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