Wohin geht die Reise der Oldesloer Innenstadt?

Stormarner Tageblatt  02.03.2020

In zwei Leerständen siedeln sich neue Geschäfte an / Verkaufsoffene Sonntage weiter ungeklärt

Leerstand temporär behoben: Fielmann zieht übergangsweise in den ehemaligen Neudek-Shop in der Mühlenstraße. Nie
Leerstand temporär behoben: Fielmann zieht übergangsweise in den ehemaligen Neudek-Shop in der Mühlenstraße. Nie

Patrick Niemeier Bad Oldesloe Geschäfte werden eröffnet, Geschäfte werden geschlossen – und wie in jedem Jahr ist noch nicht klar, was eigentlich mit den verkaufsoffenen Sonntagen in Bad Oldesloe passieren wird.

Alle Innenstädte sind im Wandel, weil sich das Einkaufsverhalten der Kunden verändert hat. Sei es durch den Handel im Internet, seien es veränderte Arbeits- oder längere Schulzeiten im Ganztagsbereich. Es gibt viele Gründe, warum sich Geschäftsleute in den vergangenen beiden Jahrzehnten umstellen mussten. Da ist Bad Oldesloe keine Ausnahme.

Aktuell gibt es einige Wechsel in der Fußgängerzone. In die Räumlichkeiten des ehemaligen Fachgeschäfts „Neudek“, das Ende des vergangenen Jahres seine Zelt abbrach und nach Eutin abwanderte, ist jetzt vorübergehend „Fielmann“ eingezogen. Einige Meter weiter wird die eigentliche Fielmann-Filiale renoviert. Neudek beklagte bei seinem Abschied, dass es in Oldesloe viel zu viel gegeneinander gehe, dass man es nicht schaffe, gemeinsam etwas auf die Beine zu stellen und dass die Stadt es verpasst habe, die Innenstadt rechtzeitig attraktiver zu machen. Das Engagement einiger weniger mit Veranstaltungen in der Stadt sei zu gering. Es fehle am großen Konzept, am großen Wurf. In Eutin habe er eine ganz andere Stimmungs- und Ausgangslage vorgefunden.

Direkt gegenüber des ehemaligen Neudek-Ladens, wo sich kürzlich „Street One“ verabschiedete, wird das Modegeschäft „Albrecht“ – das bereits rund 200 Meter eine Filiale besitzt – einen weiteren Shop mit dem Namen „Fräulein Albrecht“ eröffnen. Diese zwei Leerstände sind also zunächst behoben.

Gut angelaufen ist derweil die im Ladengeschäft der Stadt eröffnete „Machbar“ in der Hindenburgstraße, die beweist, dass neue Konzept gefragt sind.

Im Mai verabschieden sich die Betreiber des „Preisparadies“ aus gesundheitlichen Gründen in den Ruhestand. Angela Dittmar, die sich in den vergangenen Jahr sehr für den Einzelhandel eingesetzt hat, glaubt, dass es für die Geschäfte in der Innenstadt echte Herausforderungen gibt. Alle, die überleben wollen, müssten sich im Internet präsentieren und Webshops anbieten. Außerdem werden aus ihrer Sicht Gastronomie, moderne Ladenkonzepte und Veranstaltungen für die Attraktivität der Innenstadt immer wichtiger. Wer nicht mit der Zeit gehe, gehe halt mit der Zeit.

Ein Mittel zur Attraktivierung sind neben dem Stadtfest vom 5. bis 7. Juni die verkaufsoffenen Sonntage. Fest steht, dass die Stadt Bad Oldesloe bei zweien der möglichen vier für das Rahmenprogramm sorgen will. Für den 29. März, den 10. Mai, den 20. September und den 1. November besteht rechtliche Möglichkeit, einen verkaufsoffenen Sonntag anzubieten.

Der größte Zuschauermagnet dabei war im Vorjahr das „Pflasterart“-Wochenende. Das wird die Stadt auch dieses Jahr wieder vom 8. bis 10. Mai ermöglichen. „Auch im September bieten wir den Rahmen. Von den Kaufleuten haben wir allerdings noch gar nichts gehört, ob sie öffnen, ob sie mitmachen, ob sie überhaupt noch Interesse haben“, sagt Bürgermeister Jörg Lembke. „Ich drängle da nicht. Das müssten die Kaufleute wissen. An den beiden Daten, an denen wir das Programm bieten, können sie ja auch einfach nur aufmachen. Ob Ende März was passiert und im November – davon habe ich nichts gehört“, sagt er.

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