„Claudiussee“: Möllner Firma investiert 38 Millionen Euro

Lübecker Nachrichten   01.03.2020

Langsam füllt sich das Oldesloer Wohngebiet – Auf den noch freien Flächen entstehen insgesamt 190 neue Wohnungen, darunter auch solche mit sozialer Mietpreisbindung

Von Dorothea von Dahlen

Marcus Pape, Geschäftsführer der NP-Projektentwicklung GmbH, am neuen Baugebiet für Eigentumswohnungen und Mehrfamilienhäuser am Claudiussee.foto: Dorothea von Dahlen

Bad Oldesloe. Nicht mehr lange und das Wohngebiet am „Claudiussee“ ist komplett. Bis vor Kurzem gab es noch Zweifel in der Politik, dass neben der Eigenheimsiedlung, die sich übrigens mehr und mehr füllt, auch tatsächlich Mietwohnungen mit einer Preisbindung entstehen. Der Grundstein für den Bau von Mehrfamilienhäusern war zwar schon mit dem Inkrafttreten des B-Plans 107 im April 2018 gelegt, doch ließ ein geeigneter Investor auf sich warten. Jetzt aber will die NP-Projektentwicklung GmbH aus Mölln diesen noch fehlenden Teil des Gesamtprojekts verwirklichen. Das Unternehmen investiert 38 Millionen Euro auf zwei getrennten Flächen von insgesamt 15 000 Quadratmetern. Dort entstehen alles in allem 190 Wohnungen, davon sozial gebundene und frei verfügbare, aber auch einige Eigentumswohnungen.

„In der vergangenen Woche haben wir das letzte große Grundstück erworben“, sagt Geschäftsführer Marcus Pape. Auf diesem, im Südosten gelegenen Areal sollen ihm zufolge die 110 Wohnungen entstehen, von denen ein Teil über den sozialen Wohnungsbau finanziert wird. Letztere sind Bewerbern vorbehalten, die finanziell nicht in der Lage sind, die arg gestiegenen Mietpreise in der Kreisstadt zu stemmen und auf einen Wohnberechtigungsschein angewiesen sind. „Sozialer Wohnungsbau – das hört sich immer so negativ an. Aber inzwischen geraten ganz normale Familien in die Lage, nicht mehr mithalten zu können“, sagt Pape. Was die Größen der Wohnungen anbelangt, so werde ein gesunder Mix angestrebt. Im Durchschnitt seien 65 Quadratmeter geplant, es solle aber auch mehr Raum für Familien mit zwei oder mehr Kindern geschaffen werden sowie kleinere Domizile für Singles.

Die Feinplanung für den neu erworbenen Baugrund beginnt erst jetzt, weshalb mit einer Umsetzung erst 2021 zu rechnen ist. Dafür ist aber das andere Projekt der NP, das ebenfalls im B-Plan enthalten ist, bereits so gut wie ausführungsreif. Binnen eines Monats soll der Bauantrag fertig sein, sodass schon im vorgerückten Frühjahr, spätestens aber Anfang Sommer die Bagger auf die Freifläche rollen können, die sich am Ende der Claudiusstraße gleich rechterhand befindet. Dort entstehen weitere sieben Häuser mit insgesamt 80 Apartments. Während die Sozialwohnungen später im eigenen Bestand der Projektentwickler bleiben, sollen jene später veräußert werden.

Die relativ dicht zum Pölitzer Weg gelegenen Stadtvillen sollen drei Etagen und ein Staffelgeschoss hoch sein. „Sie werden mit einem Aufzug ausgestattet und sind sozusagen barrierearm“, kündigt Pape an. Außerdem werde eine Tiefgarage gebaut, um den Bewohnern genügend Stellflächen für ihre Pkw bieten zu können. Abstimmungsbedarf mit der Stadt gebe es noch wegen der Geländeformation. Da das Grundstück stark abfalle, sei noch nicht geklärt, ob Boden ausgekoffert und komplett planiert oder das Gebiet terrassenförmig gestaffelt werden solle. Eine große Rolle bei den Absprachen spiele auch der Brandschutz.

Egal ob Sozial- oder Eigentumswohnung – laut dem Projektentwickler entstehen auf beiden Gebieten Niedrigenergiehäuser nach dem Standard KFW 55. „Das bedeutet die bestmögliche Dämmung und eine effiziente Fußbodenheizung, da das gesamte Gebiet an die Fernwärmeleitung der Stadtwerke angeschlossen ist. Wir machen da keinen Unterschied in der Qualität“, erklärt Pape. Er ist sich sicher, dass das Angebot der neuen Wohnungen sich noch in ganz anderer Hinsicht positiv auswirken wird. „Es ziehen bestimmt ältere Menschen hierher, denen ihr großes Eigenheim in Bad Oldesloe inzwischen zu viel Arbeit bereitet“, gibt er zu bedenken. Nachrücken könnten junge Familien, die eher bereit seien, die in die Jahre gekommenen, schlecht isolierten Gebäude zu sanieren. Immerhin gebe es Fördermittel, um solche Objekte energetisch zu ertüchtigen. Von einem solchen Umbauprozess profitiere die gesamte Stadt.

Die Möllner Projektentwickler sind im Übrigen keine Unbekannten in der Region. In Trittau, Grömitz, Büchen und freilich am eigenen Standort haben sie bereits Wohnbauvorhaben fertiggestellt. Aktuell arbeiten sie an einem B-Plan für knapp 180 Wohnungen in der Stadt Lauenburg. Probleme, verlässliche Handwerker zu finden, die solide Arbeit im geplanten Zeitrahmen liefern, hat das Unternehmen offenbar nicht. „Uns gibt es hier schon seit 20 Jahren. So lange arbeiten wir auch mit heimischen Firmen zusammen. Das ist gerade in Zeiten wie diesen von Vorteil. Über die Jahre hat sich eine gute Zusammenarbeit entwickelt. Wir haben immer zu den Betrieben gestanden, so stehen sie jetzt zu uns“, erklärt der NP-Geschäftsführer.

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