Junge Bad Oldesloer fordern zwei volle Stellen für Schulsozialarbeit

Lübecker Nachrichten   04.03.2020

Ob und wie eine solche Forderung umgesetzt werden kann, darüber wurde in der dritten Sitzung des Kinder- und Jugendbeirates heftig diskutiert

Um über das Thema „Schulsozialarbeiter“ zu diskutieren, waren viele Lokalpolitiker bei der jüngsten Sitzung des Kinder- und Jugendbeirates anwesend.foto: Sandra Freundt

Bad Oldesloe. Das Thema „Schulsozialarbeit“ liegt dem Kinder- und Jugendbeirat (KJB) und speziell seinem Vorsitzenden Lennard Hamelberg sehr am Herzen. „Der Bedarf an Schulsozialarbeit ist heutzutage enorm. Oft erhalten Kinder und Jugendliche die pädagogisch benötigte Hilfe nicht beziehungsweise nicht sofort oder nicht in gewünschtem Umfang, weil der betreffende Sozialarbeiter gerade mit einem anderen Fall beschäftigt ist“, erklärte Hamelberg.

Denn an der Ida-Ehre-Schule mit rund 800 Schülern und an der Theodor-Mommsen-Schule mit mehr als 1000 Schülern gebe es jeweils nur eine Stelle für Schulsozialarbeit. „Das ist viel zu wenig“, lautet der Tenor im KJB. Hamelberg erläuterte das Thema daher bereits in zwei Sitzungen im Bad Oldesloer Bildungs-, Sozial- und Kulturausschuss (BSKA). Und auf der Stadtverordnetenversammlung wurde schließlich schon einmal darüber abgestimmt. Da dies jedoch noch nicht das gewünschte Ergebnis von zwei bewilligten Stellen gebracht hatte, griff Hamelberg das Thema jetzt als Tagesordnungspunkt in der dritten Sitzung des KJB erneut auf und hatte dazu auch die Lokalpolitiker eingeladen.

Und die zeigten, dass ihnen das brisante Thema ebenfalls am Herzen liegt. Denn zu der Sitzung des Kinder- und Jugendbeirates fanden sich so viele Politiker ein, dass nicht alle am Tisch Platz fanden. Jede Partei war vertreten und es entspann sich eine heiße Diskussion zu den Fragen: Wenn es Stellen für die Schulsozialarbeit gibt: wie viele und wie finanziert?. Obwohl der Ton dabei manches Mal sehr barsch war, empfand Hamelberg die Sitzung doch als sehr positiv. „Wir fühlten uns von den Politikern in unserem Tun anerkannt und unterstützt“, sagte Hamelberg, der hofft, dass den Worten der Politiker nun auch Taten folgen.

Denn letztendlich waren sich alle einig: Der Bedarf ist da. Schulsozialarbeit sei heutzutage so wichtig, dass die derzeit im Raum stehende Bewilligung von zwei halben Stellen nicht die endgültige Lösung sein könne. „Für zwei halbe Stellen wird sich auch niemand finden“, sagte Wolfgang Schmidt (Freie Wähler). „Selbst zwei ganze Stellen sind schon ein Kompromiss“, warf Tom Winter (Familienpartei) ein und riet dem Kinder- und Jugendbeirat, noch am gleichen Tag einen Antrag zur Bewilligung von zwei Schulsozialarbeiterstellen zu stellen.

Das ließen sich die sieben Jugendlichen nicht zweimal sagen und feilten noch fast bis Mitternacht an ihrem Antrag, der inzwischen eingereicht ist und als Tagesordnungspunkt auf der Sitzung des Bildungsausschusses am heutigen Mittwoch besprochen werden soll. Darin bitten die jungen Oldesloer den Ausschuss, der Stadtverordnetenversammlung zu empfehlen, jeweils eine weitere volle Schulsozialarbeiter-Planstelle an der Ida-Ehre-Schule und an der Theodor-Mommsen-Schule zu schaffen.

„Noch ist er nicht ganz perfekt, aber das erläutern wir dann direkt auf der Sitzung“, sagte Hamelberg. Die Entscheidung zu diesem Thema fällt dann letztlich die Stadtverordnetenversammlung, die am 23. März tagt. sf

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