Kein Silvester-Feuerwerk mehr?

Lübecker Nachrichten   07.03.2020

Wilfried Janson von den Grünen kündigt entsprechenden Antrag an

Bad Oldesloe. Kein Privatfeuerwerk mehr zu Silvester in Bad Oldesloe? Wilfried Janson (Bündnis 90/Die Grünen) kündigte am Donnerstag bei der Sitzung des Umwelt-, Energie- und Verkehrsausschusses an, einen entsprechenden Antrag einbringen zu wollen. Auslöser sei der Jahreswechsel 2019/20 gewesen.

„Auf meinem 400-Quadratmeter-Grundstück habe ich nach Silvester einen großen Becher voller kleiner Plastikteile eingesammelt, obwohl in der ganzen Straße kein Feuerwerk war“, schilderte Janson seine Erfahrungen am Neujahrstag. „Das ist eine Belastung mit Mikroplastik und Feinstaub.“ Letzterer habe insbesondere in der Nacht wegen der Wetterlage zu Problemen geführt. „Wir müssen Einschränkungen beim Feuerwerk diskutieren“, regte Janson an. Denkbar sei etwa, nur noch ein zentrales Feuerwerk in Bad Oldesloe zuzulassen oder bestimmte Bereiche vom Feuerwerk auszunehmen. Ein Antrag dazu solle folgen.

„Jährlich werden rund 4200 Tonnen Feinstaub durch das Abbrennen von Feuerwerkskörpern frei gesetzt, der größte Teil davon in der Silvesternacht“, heißt es auf der Internet-Seite des Umweltbundesamts. Diese Menge entspreche in etwa 25 Prozent der jährlich durch Holzfeuerungen und rund zwei Prozent der gesamt freigesetzten Feinstaubmenge in Deutschland. Aktuelle Auswertungen von Luftdaten belegten darüber hinaus, dass am ersten Tag des neuen Jahres die Luftbelastung mit gesundheitsgefährdendem Feinstaub vielerorts so hoch sei, wie sonst im ganzen Jahr nicht.

„Das Einatmen von Feinstaub gefährdet die menschliche Gesundheit. Die Wirkungen reichen von vorübergehenden Beeinträchtigungen der Atemwege über einen erhöhten Medikamentenbedarf bei Asthmatikern bis zu Atemwegserkrankungen und Herz-Kreislauf-Problemen“, heißt es dort weiter. Einige Unternehmen hatten zum Jahreswechsel bereits angekündigt, aus Klimaschutzgründen künftig kein Feuerwerk zu Silvester mehr verkaufen zu wollen. Laut einer repräsentativen Befragung des Meinungsforschungsinstituts YouGov für das „Redaktionsnetzwerk Deutschland“ in 2019 hatten 57 Prozent der Befragten ein Verbot befürwortet. 36 Prozent sprachen sich dagegen aus, sieben Prozent waren noch unschlüssig. ba

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