Spitze des Kreises appelliert an die Bürger

Lübecker Nachrichten   19.03.2020

Die Maßnahmen im Kampf gegen das Coronavirus wurden auch in Stormarn nochmals verschärft – Landrat und Kreispräsident setzen auf die Einsicht und die Verantwortung jedes Einwohners

Bad Oldesloe. Die Landesregierung hat zusätzliche Maßnahmen zum Schutz vor der Ausbreitung des Coronavirus beschlossen, unter anderem zur Beherbergung und zum Tagestourismus. Nichts geht mehr. Auch die Gaststätten sind betroffen, dürfen aber weiter außer Haus verkaufen – mit Registrierung der Personen.

„Auch sämtliche Verkaufsstellen des Einzelhandels sind zu schließen, sofern es sich nicht um Einzelhandelsbetriebe für Lebens- und Futtermittel, Wochenmärkte, Abhol- und Lieferdienste, Getränkemärkte, Apotheken, Sanitätshäuser, Drogerien, Tankstellen, Banken und Sparkassen, Poststellen, Reinigungen, Waschsalons, der Zeitungsverkauf, Bau-, Gartenbau- und Tierbedarfsmärkte, Lebensmittelausgabestellen (Tafeln) oder den Großhandel handelt. Dienstleister und Handwerker können ihrer Tätigkeit weiterhin nachgehen“, heißt es in einer neuen Verfügung des Kreises Stormarn, die in meist identischer Form auch in den anderen Kreisen in Schleswig-Holstein gilt.

Auch private Veranstaltungen wie zum Beispiel Hochzeiten, Trauerfeiern und vergleichbare Veranstaltungen sind nun ab einer Teilnehmerzahl von 50 Personen zu untersagen. Unabhängig davon ist zu empfehlen, private Veranstaltungen zu verschieben oder abzusagen.

Stormarns Kreispräsident Hans-Werner Harmuth sagt dazu: „Jetzt ist auch gesunder Menschenverstand gefordert. Jeder muss sich seiner Verantwortung bewusst sein. Ich bitte die Bevölkerung, den getroffenen Maßnahmen Folge zu leisten, damit das Virus ausgebremst werden kann.“

Landrat Dr. Henning Görtz ergänzt: „Die Corona-Krise bedeutet für uns alle tiefe Einschnitte in den Alltag, das Freizeitverhalten und das Berufsleben. Kinderbetreuung muss neu geregelt werden, Geschäfte werden geschlossen oder Arbeitsbedingungen ändern sich. Alle Experten sagen jedoch, dass die jetzt getroffenen Maßnahmen dringend erforderlich sind. Der Kreis Stormarn unternimmt alles, um die Folgen der Krise weiterhin gut im Griff zu behalten.“

Die Maßnahmen gelten vorerst bis 19. April. Die Zahl der bestätigten Corona-Fälle ist im Kreis Stormarn auf 17 angestiegen (Vortag elf). Zum Schutz der Persönlichkeitsrechte der Infizierten macht der Kreis keine weiteren Angaben zur Person, auch nicht zum Wohnort. „Wir wollen aber auch nicht verschweigen, dass eine der in Quarantäne befundenen Personen jetzt wieder entlassen werden konnte“, berichtet Sprecher Michael Drenckhahn.

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